16.10.2011 16:37 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, dpa, red

Leipzig bleibt ungeschlagen, bangt aber um Rösler und Lang

Saskia Lang erzielte zehn Treffer und musste nach dem Spiel ins KrankenhausSaskia Lang erzielte zehn Treffer und musste nach dem Spiel ins Krankenhaus
Quelle: Heinz Zaunbrecher
Der HC Leipzig bleibt in der Handball-Bundesliga der Frauen als einziges Team ungeschlagen. Der mehrfache deutsche Meister und Pokalsieger setzte sich am 5. Spieltag gegen den FHC Frankfurt (Oder) mit 27:24 (16:9) durch. Beste Werferin am Sonntag vor 2397 Zuschauern in der Arena Leipzig war Frankfurts Nationalspielerin Franziska Mietzner mit 13/5 Toren. Beim HCL traf Saksia Lang (9) am meisten. Neben dem Sieg musste Leipzig allerdings erneut einen Rückschlag einstecken: Ania Rösler wurde nach einem Zusammenstoß zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.

Beide Mannschaften starteten nervös in die Partie. Sowohl der HCL als auch Frankfurt leisteten sich in der Anfangsphase viele Fehlwürfe. Doch während sich die Gastgeberinnen relativ schnell fingen und sich bis zur 23. Minute auf 12:6 absetzten, fanden die Oderstädterinnen im gesamten ersten Abschnitt nicht ins Spiel.

Leipzig hatte sich in der Defensive gut auf die Gäste eingestellt. Obendrein zeigte Nationalspielerin Katja Schülke im HCL-Tor eine starke Leistung. Lediglich Rückraumspielerin Franziska Mietzner bekam Leipzig nicht in den Griff. Die Top-Torjägerin des FHC hielt die Gäste immer wieder im Spiel. Allein sieben der neun Treffer in der ersten Halbzeit markierte die 22-Jährige Nationalspielerin. Dennoch ging der FHC mit einem 9:16 in die Kabinen.

Leipzig hatte die Begegnung auch im zweiten Abschnitt zunächst im Griff, der FHC war nun zwar etwas besser im Spiel, der Abstand aber blieb konstant und betrug eine Viertelstunde vor Spielende beim 24:15 neun Treffer. Allerdings mussten die personell gebeutelten Leipzigerinnen dann einen weiten Ausfall hinnehmen, Ania Rösler mussste nach einem Foul vom Parkett und wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo sie zur Beobachtung auch über Nacht bleiben muss. Zu diesem Schritt entschloss sich der Leipziger Mannschaftsarzt Dr. Gotthard Knoll, da Rösler, die unsanft auf den Boden gekracht war, über Lähmungssymptome in beiden Armen klagte.

Der FHC nutzte die in der Folge auftretende Verunsicherung und verkürzte den Abstand beim 24:20 auf vier Tore. Der FHC kämpfte verbissen um den Anschluß, Leipzig hielt den Gegner aber auf Distanz. Vor allem Saskia Lang setzte dabei immer wieder wichtige Treffer, mit zehn Toren war sie am Ende beste Werferin des HCL, auf der Seite des FHC verbuchte Mietzner gar dreizehn Treffer. Friederike Gubernatis sorgte für das 27:24, die Zeit reichte für die Gäste aber nicht mehr. Die letzten zwei Minuten fiel kein weiterer Treffer mehr, so dass dies auch der Endstand war.

Nach dem Spiel musste dann auch Saskia Lang ins Krankenhaus, sie hatte sich einen Finger der Wurfhand ausgekugelt. Es wurde ein knöcherner Ausriss an der Kapsel diagnostiziert, welcher aber nicht operiert werden muss. "Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen! Sie hat den Ausfall von vier Leistungsträgerinnen toll weggesteckt und am Ende auch für Ania gespielt. Was das Team heute geleistet hat, war einfach großartig", bilanzierte HCL-Chefcoach Stefan Madsen im Anschluss an das Spiel.