08.10.2011 15:54 Uhr - Champions League - chs

THC auf internationalem Parkett weiter sieglos

Katrin EngelKatrin Engel
Quelle: Katja Boll
Der Thüringer HC hat auch das zweite Spiel in der Gruppenphase der Champions League verloren. Als Außenseiter nach Ikast gereist, unterlag das Team von Herbert Müller dem FC Midtjylland am Ende mit 20:23 (10:15). Katrin Engel (11/2) und Petra Popluharova (5) waren die erfolgreichsten Torschützinnen auf Seiten des Deutschen Meisters. Für die Hausherrinnen traf mit Line Jørgensen (7) ebenfalls eine Spielerin aus dem rechten Rückraum am häufigsten.

Anders als noch in der Vorwoche gegen Buducnost Podgorica fand der THC gut in die Partie, konnte zumindest zunächst auf Augenhöhe mit den favorisierten Hausherrinnen agieren. Mit drei Toren in Serie übernahm der FC Midtjylland beim 5:4 (13.) erstmals die Führung und eine fünfminütige Torflaute mit drei Gegentoren in Serie zwang Herbert Müller beim Stand von 6:9 (18.) zur Auszeit. Aufpassen wollte man vor allem auf Linkshänderin Line Jørgensen (Müller: "Die hat nun schon drei Tore gemacht") und legte vor allem auf die Unterbindung der Konter mit taktischen Fouls wert. Eine Maßnahme, die sich allerdings der Rustikalität, mit der man zu Werke ging, dann auch auf dem Zeitstrafenkonto bemerkbar machte. Der THC tat sich schwer, zu viel lastete auf den Schultern von Katrin Engel, die zumindest mit dem 7:10 - wenn auch per Strafwurf - einen Ball an der stark haltenden Sabine Englert vorbeibrachte.

Es haperte beim deutschen Meister aber auch im Defensivverhalten, die 70% Angriffseffektivität des dänischen Champions sprachen eine deutliche Sprache. Symbolisch das 13:8 von Trine Østergaard, die frei vom rechten Flügel traf, nachdem Groot den Pass durch die Beine von Stuparicova spielte. Zur Pause führten die Däninnen klar mit 15:10, der Blick auf die Torschützenlsite verriet, woran es beim Müllerteam krankte. Die zehn Treffer teilten sich Katrin Engel (6) und Petra Popluharova (4), die nach einer guten Anfangsphase dann zum Ende des Durchgangs mit zwei Toren den Rückstand in Grenzen hielt.

Der Thüringer HC startete gut in den zweiten Durchgang und kämpfte sich Tor um Tor heran. Die Abwehr stand nun offensiver und störte den Spielfluss der Däninnen, vorne konnte Engel nun auch als Vorbereiterin in Erscheinung treten. Bis auf ein Tor kam das Müller-Team nun heran, ein abgestandenes Kempator von Borges-Mesquita nach Zuspiel von Engel und ein Offensivfoul von Popluharova sowie der Wechsel zwischen den Pfosten zu Ingrid Ødegaard sollten einen durchaus möglichen Ausgleich verhindern. Einen weiteren Vorteil hatten die Däninnen bei den einfachen Toren, den fünften erfolgreichen Konter schloss Kviesgaard zum 19:17 (47.) ab, der THC hingegen war noch kein einziges Mal durch ein schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff erfolgreich.

Der FCM hingegen hatte vor allem seine Mühen im gebundenen Spiel, das blieb auch Herbert Müller nicht verborgen. "Wir sind jetzt im Spiel", teilte er seinen Spielerinnen in der Auszeit zehn Minuten vor dem Ende mit und verordnete vor der Cruch-Time "noch einmal tief Luft holen." Im Angriff sollten "Heli links" und "Mausi Plus" das Mittel der wahl sein, doch vor allem die Anspiele an den Kreis auf Snelder wollten nicht gelingen. Torgefährlich zeigte sich vor allem weiterhin Katrin Engel, die während einer Zeitstrafe gegen Troelsen den THC auf ein Tor (21:20) heranwarf. Für ihre insgesamt elf Tore benötigte die österreichische Linkshänderin jedoch auch 22 Versuche. Die Entscheidung fiel rund eine Minute vor dem Ende, als Stuparicova frei vom linken Flügel den Ball nicht an Ødegaard zum möglichen 22:21 unterbrigen konnte. Kviesgaard besiegelte den Sieg mit dem insgesamten siebten Kontertor zum 23:20-Endstand.

"Es war das erwartet schwere Spiel für uns", befand Sabine Englert nach der Partie und erklärte: "Thüringen hat gekämpft bis zum Umfallen. Wir sind froh, dass wir die beiden Punkte haben." "Es ist schade, dass wir hier nicht wenigstens einen Punkt mitgenommen haben. Der wäre auf jeden Fall drin gewesen", befand Spielmacherin Kerstin Wohlbold, die vor allem die längeren "Black-Outs" bemängelte. "Wir hatten in einer ganz wichtigen Phse 5-6 Pfostentreffer. Wir müssen jetzt den letzten Schritt gehen, um so ein Spiel zu gewinnen", analysierte Herbert Müller und erläuterte abschließend: "Es ist einfach schade, dass sich die Mannschaft für ihre Leitung hier nicht belohnen konnte."

FC Midtjylland - Thüringer HC 23:20 (15:10)

FCM: Line Jørgensen 7, Maibritt Kviesgaard 6, Nycke Groot 4, Trine Troelsen 3, Gitte Brøgger 2, Trine Østergaard 1

THC: Katrin Engel 11, Petra Popluharova 5, Kerstin Wohlbold 2, Danick Snelder 1, Idalina Borges 1

Strafminuten: 2/4