29.09.2011 13:18 Uhr - 1. Bundesliga - chs

Anne Ulbricht: Erneuter Kreuzbandriss setzt Verletzungsserie fort

Anne UlbrichtAnne Ulbricht
Quelle: Sebastian Brauner


Anne UlbrichtAnne Ulbricht
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Über den glanzvollen 32:21-Sieg über den Buxtehuder SV wollte so recht keine Freude beim HC Leipzig aufkommen. "Ich hätte lieber das Spiel verloren und Anne noch gesund dabei gehabt, aber leider ist es anders gekommen. Wir stehen hinter Anne und sie bekommt alle Zeit der Welt, um wieder zurück zu kommen", so HCL-Manager Kay-Sven Hähner zur Verletzung der dienstältesten Leipziger Spielerin.

Keine vier Minuten war die Partie alt, da sollte nach einer Finte das Kreuzband im linken Knie reißen. Nach eigehender Untersuchung im St. Elisabeth-Krankenhaus wurde festgestellt, dass zumindest die Menisken ganz geblieben sind. Operiert werden soll die 26-Jährige, die sich schon mehrfach nach Verletzungen zurückgekämpft hat, in knapp vierzehn Tagen, wenn die Schwellung komplett weg ist.

"Manchmal fühle ich mich wie eine Oma." Diesen Satz hatte die Rückraumspielerin im Mai 2010 mit Blick auf ihre zahlreichen Verletzungen gegenüber dem Handballmagazin HM erklärt. "Ich habe immer gesagt, ich kriege nie einen Kreuzbandriss", war sich Ulbricht früher sicher. Eine Aussage, die nicht nur seit dem gestrigen Mittwoch passé ist, sondern die schon am 1. Mai 2004 revidiert werden musste. Die Diagnose damals: Riss des vorderen Kreuzbandes, beider Menisken, des Innen- und Außenbandes sowie der Kapsel. Im linken Knie, das auch dieses Mal betroffen ist.

Ulbricht, die als hoffnungsvolles Talent galt, in der Nationalmannschaft der Juniorinnen auftrumpfte und in ihrer ersten Saison in der Bundesliga als Shooterin für Furore gesorgt hatte, war zwei Jahre von der Bildfläche verschwunden. Die Rückraumspielerin musste insgesamt sechs Operationen über sich ergehen lassen, um in der Spielzeit 06/07 wieder ins Geschehen einzugreifen.

Sogar bis in die Nationalmannschaft kämpfte sich die variable und deckungsstarke Rückraumakteurin wieder vor. Die Freude sollte aber nur anderthalb Jahre andauern. Dann meldete sich am 2. Januar 2008 der Rücken mit einem akuten Bandscheibenvorfall zu Wort. "Das war das Schlimmste, was ich je erlebt habe", blickte sie gegenüber dem HM. Einmal mehr kämpfte sich Ulbricht zurück und auch Zum Beginn diesen Jahres sollten Rückenprobleme Ulbricht fünf Wochen lang außer Gefecht setzen.

"Wenn man lange verletzt ist und dann für die Rückkehr schuftet, ist der Weg zurück auf das Parkett oft sehr hart und schwer. Wenn ich in den letzten fünf Wochen so meine unzähligen Runden im Rosental gedreht habe, hat es mir immer sehr geholfen, an vergangene tolle Spiele zu denken. Auch der Gedanke daran, dass erste Mal wieder mit der Mannschaft aufzulaufen und vom Hallensprecher vorgestellt zu werden, hat mich angetrieben und mir viel Kraft verliehen", beschrieb Ulbricht im März die Gedanken während der Reha in ihrem Blog bei LVZ-Online.

Und sie bekennt dort auch: "In Wirklichkeit hat sich das Comeback noch viel besser angefühlt. Im Januar hatte ich noch Angst, dass ich vielleicht kein Handball mehr spielen könnte. Bei der Championsleague-Hymne trieb dieser Gedanke mir doch glatt Tränen in die Augen und ich war unheimlich glücklich wieder da zu sein. Als ich in der 23. Minute tatsächlich eingewechselt wurde und das Publikum klatschte, zitterten mir die Knie und ich war wahnsinnig gerührt." Nun steht der Leipzigerin erneut ein langer Weg zurück auf das Parkett bevor, die Daumen für eine Rückkehr drücken dabei sicherlich nicht nur die Fans in Leipzig.