22.03.2006 21:29 Uhr - 1. Bundesliga - Christian Stein, PM Bayer Leverkusen

Nürnberg mit knappem Sieg in Leverkusen

Der 1. FC Nürnberg hat sich die Tabellenführung in der Frauenbundesliga zurückgeholt. Die Mannschaft von Herbert Müller setzte sich am Ende knapp mit 25:24 (15:13) bei Bayer Leverkusen durch. Für Leverkusen war Tessa Wienstroer neunmal erfolgreich, den letzten Treffer für die Gastgeberinnen erzielte Torhüter Sabine Englert.

Torhüterin Sabine Englert erzielte den letzten Treffer in LeverkusenTorhüterin Sabine Englert erzielte den letzten Treffer in Leverkusen
Quelle: Heiner Lehmann/www.sportseye.de
Es war das mit Spannung erwartete Spitzenspiel in der Ulrich-Haberland-Halle, wo der Tabellenführer Leverkusen auf den amtierenden Meister aus Nürnberg empfing. Beide Mannschaften gingen mit dem letzten Aufgebot in die Partie. Bei Bayer konnten zwar die angeschlagenen Spielerinnen Ahlgrimm und Glankovicova auflaufen, doch die bislang erfolgreichste Leverkusener Torschützin musste wie bereits in den Europapokalspielen gegen Podgorica verletzt zuschauen.

Doch auch bei den Fränkinnen gingen die ehemaligen Leverkusenerinnen Harlander (Leiste) und Blacha (Daumenbruch), sowie Christenau (Knie) angeschlagen in die Partie. Bei so vielen Blessuren bei den Aktiven passte es auch ein wenig ins Bild, dass die elektronische Hallenuhr am heutigen Abend versagte.

Leverkusen fand den besseren Start in die Partie und führte durch Tore von Ahlgrimm und Kazaki, die für Krause im linken Rückraum agierte, schnell mit 3:1 (3.). Nürnberg stand aber in der Folgezeit in der Deckung kompakter und da nun auch im Angriff die Achse Christenau, Simakova, Blacha immer besser ins Rollen kam, konnten die Gäste sich eine 7:4 Führung erspielen (12.).

Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt waren beide Mannschaftsverantwortlichen zu ersten Improvisationen gezwungen. Leverkusens Trainerin Renate Wolf brachte Flügelspielerin Fillgert für Glankovicova, so dass auch Loerper und Ahlgrimm zu Positionswechseln gezwungen waren. Bei Nürnberg brachte der Wechsel von Christenau auf Rösler keine weiteren Wechsel mit sich und als die Neue sich gleich mit einem Treffer einfügte, war Wolf zu einer ersten Auszeit gezwungen.

Danach nahm allen voran Kapitänin Heike Ahlgrimm die Verantwortung und sorgte mit zwei Treffern hintereinander dafür, dass die Rheinländerinnen auf 7:9 (19.) herankamen. Für die Fränkinnen erhöhte Strass jedoch umgehend und Wolf gab nun Wienstroer die Gelegenheit sich zu beweisen. Noch einmal geriet Bayer mit vier Toren in Rückstand (9:13), doch bis kurz vor der Pause kämpfte sich die Werksieben auf ein Tor heran, ehe Simakova einen nach dem Halbzeitpfiff noch auszuführenden Siebenmeter zur 15:13 Pausenführung verwandeln konnte.

Nach dem Seitenwechsel agierten beide Mannschaften etwas nervös und in der ersten Viertelstunde nach dem Seitenwechsel konnte lediglich Wienstroer Clubtorhüterin Gubova überwinden und sorgte im Alleingang dafür, dass Bayer den Ausgleich zum 18:18 (46.) schaffte. In ihrer letzten Szene des Abends sorgte Heike Ahlgrimm für die erneute Leverkusener Führung, doch auch die Rückraumspielerin musste danach verletzungsbedingt die Partie beenden. So kam es, dass sich Loerper und Fillgert die Position im mittleren und rechten Rückraum teilten und Nachwuchsspielerin Anne Krüger auf dem Flügel nun zum Einsatz kam.

Nürnberg hatte sich schnell auf das Leverkusener Angriffsspiel eingestellt und konnte sich dank vier Toren in Folge auf 24:21 (55.) absetzen. Die Rheinländerinnen versuchten noch einmal alles und Wienstroer erzielte ihren neunten Treffer des Abends, um zum 23:25 zu verkürzen. 18 Sekunden vor dem Spielende nahm Nürnbergs Trainer Müller noch einmal eine Auszeit, um den letzten Angriff zu besprechen, doch die Fränkinnen verloren noch einmal den Ball und Nationaltorhüterin Sabine Englert reagierte schnell und überwand mit einem Wurf über 35 m ihr Gegenüber Silvia Harlander zum 24:25 Endstand.

"Wir haben uns mit unserer heute arg dezimierten Mannschaft sehr gut aus der Affaire gezogen. Das war sicherlich gut fürs Selbstvertrauen", erklärte beispielsweise Co-Trainerin Sybille Gruner. Man wollte so gut wie eben möglich dagegenhalten, und genau das ist durchaus gelungen.

"Wir sind gut ins Spiel gekommen. Wir hatten uns vorgenommen, immer in die Lücken zu gehen. Das ist auch gelungen. Allerdings hatten wir im ersten Durchgang einige Probleme mit der starken Steffi Ofenböck", meinte Gruner.

Bereits am Samstag gastiert das Team von Coach Renate Wolf in Leipzig. "Dort gilt die gleiche Vorgabe: Wir wollen so lange wie eben möglich mithalten und Leipzig ärgern", erklärte Gruner abschließend.

Bayer Leverkusen - 1. FC Nürnberg 24 : 25 (13:15)

Bayer 04 Leverkusen:
Englert (1), Woltering (1 7m)
Fillgert (3), Wienstroer (9/4), Kazaki (2), Müller (1), Loerper (2/1), Krüger, Glankovicova, Neukamp (1), Bohrmann, Ahlgrimm (5), Byl

1. FC Nürnberg:
Harlander, Gubova (31.-48.)
Tobiasz (1), Rohde (n.e.), Walzik (n.e.), Ofenböck (4), Szrnka (2), Blacha (1), Christenau (2), Simakova (5/2), Strass (3), Engel (n.e.), Rösler (5), Dinis-Virtic (2)

Strafminuten: 6/8
Siebenmeter: 8/5 ; 3/2

Spielfilm:
3:1 (3.), 3:3 (6.), 3:4 (9.), 4:6 (12.), 4:7 (15.), 6:9 (18.), 8:10 (21.), 9:13 (24.), 11:14 (27.), 13:15 (Hz)
14:15 (33.), 14:16 (36.), 15:18 (39.), 16:18 (42.), 17:18 (45.), 20:19 (48.), 21:20 (51.), 21:23 (54.), 22:24 (57.), 24:25 (EN)