07.09.2011 14:12 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm - VfL Oldenburg

Oldenburg reist als Außenseiter nach Erfurt

Ein Punkt gegen den HC Leipzig sei eigentlich nicht schlecht, meinte Oldenburgs Kim Birke am Sonntag (4.9.2011) nach dem 26:26 gegen den 21-maligen deutschen Meister und Mitfavoriten um den Titel 2012, "doch bei dem Spielverlauf ist das Ergebnis eher etwas enttäuschend". Dreimal hatten die Oldenburgerinnen weit in der zweiten Hälfte mit zwei Toren geführt und konnten auch den letzten Angriff der Partie noch gestalten – aber ohne Torerfolg. Eines aber dürfte nach der Partie klar sein: Die Oldenburger Spielerinnen und ihr Trainer Leszek Krowicki hatten nicht übertrieben, als sie im Vorfeld von einem Spiel auf Augenhöhe sprachen. Drei Tage später, am Mittwochabend, nimmt der VfL beim vorverlegten Gastspiel beim deutschen Meister Thüringer HC die Außenseiterrolle an.

"Ja, absolut", sagt VfL-Coach Leszek Krowicki, "der THC ist Favorit ohne Wenn und Aber. Die Mannschaft ist in jedem Element stark, auf jeder Position hervorragend besetzt". Nicht nur für Krowicki nimmt der Thüringer HC, der am vergangenen Samstag mit einem standesgemäßen 34:26 gegen Frisch Auf Göppingen startete, in dieser Saison die Rolle als Titelkandidat Nummer 1 ein.

Als aussichtsloses Unterfangen will Krowicki, der mit seinem kompletten Kader am Mittwochmittag gen Osten fährt, die Partie beim Doublegewinner 2011 aber nicht verstehen wissen. Nicht nur, dass die Bilanz zwischen den beiden Clubs seit 2005 mit sechs Oldenburger Siegen und sieben Niederlagen (bei drei Unentschieden) nahezu ausgeglichen ist. Auch nach dem großen Wandel beim THC mit der Verpflichtung von Trainer Herbert Müller und einer ganzen Reihe Spitzenspielerinnen zur vergangenen Saison konnte Oldenburg durchaus mithalten: Am 2. Januar fuhr der THC mit einem 30:30 zurück nach Hause, das letzte Aufeinandertreffen in Bad Langensalza konnte der VfL gar mit 32:31 gewinnen. Allerdings war nach dieser Partie, dem Rückspiel im Playoff-Halbfinale, die Serie beendet für den VfL, der die erste Partie zuvor in Oldenburg mit 23:34 verloren hatte.

Zu dieser Saison fiel der Umbruch beim THC nicht ganz so groß aus. Verlassen haben den Verein Stephanie Subke, Martina Knytlova, Franziska Garcia-Almendaris, Pearl van der Wissel und Petra Blazek. Neu im Team sind Adriana Stefani Gava (Itxako/Spanien), Willemijn Karsten (Trier), Katrin Schröder (Göppingen), Dagmar Stuparicova (Esbjerg/Dänemark) und die ehemalige Oldenburgerin Lydia Jakubisova. Linkshand Jakubisova kam gegen Göppingen wie beim VfL vor allem auf der rechten Außenbahn zum Einsatz.