04.09.2011 18:24 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm / dpa

Oldenburg und Leipzig trennen sich unentschieden - Ommundsen zurück

Maura Visser im Zweikampf mit Laura van der HeijdenMaura Visser im Zweikampf mit Laura van der Heijden
Quelle: Hermann Jack
Die Handballerinnen des HC Leipzig mussten sich zum Bundesliga-Auftakt beim VfL Oldenburg mit einem 26:26 (11:14)-Unentschieden zufrieden geben. Vor 1.410 Zuschauern in der EWE-Arena war am Sonntag HCL-Neuzugang Maura Visser (5/2) die beste Werferin für die Gäste. Aufseiten des VfL trafen Laura van der Heijden (6) sowie Lois Abbingh (6/4) am meisten. "Der Sieg war drin, aber durch zu viele individuelle Fehler bringen wir uns leider selber um den Sieg", sagte HCL-Manager Kay-Sven Hähner.

Der mehrmalige deutsche Meister und Pokalsieger begann nervös. Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki hingegen überraschte in seiner Start-Aufstellung mit dem Einsatz Julia Wenzls auf der Linksaußen-Position. Wenzl füllte gleichzeitig die Rolle als Vorgezogene in der Oldenburger Abwehr aus. Nach 20 Minuten kam dann Kim Birke in die Partie. Am Freitag hatte sich Birke den Ellenbogen leicht verletzt. "Das Adrenalin hat alles überdeckt", sagte sie nach der hochdramatischen Partie.

Für den personellen Paukenschlag aber sorgte Gast HCL mit dem Einsatz Mette Ommundsens. Die Rückraumspielerin hatte eigentlich bereits ihr Karriereende verkündet, war auch während der kompletten vergangenen Saison verletzt ausgefallen. Eine Woche vor Saisonbeginn aber erschien Ommundsen wieder beim Training, bekam erst am Freitag ihr Trikot, kam in Oldenburg nicht nur sporadisch zum Einsatz und war bei drei Würfen erfolgreich. Ommundsen ersetzte die verletzten Karolina Kudlacz (erst wieder im Januar einsatzbereit) und Saskia Lang, die noch zwei bis drei Wochen wegen eines Nasenbeinbruchs ausfällt. "Mindestens bleibe ich so lange bis Saskia verletzt ist", sagte Ommundsen.

Es dauerte 162 Sekunden bis zum ersten Tor, erzielt von Oldenburgs Wiebke Kethorn. Auch danbach taten sich zunächst beide Mannschaften im Angriff schwer. Louise Lyksborg brachte den HCL in der zehnten Minute mit 4:2 in Front, Sabrina Neuendorf mit einem Flachwurf (11.) und Julia Wenzl (12.) sorgten für den Ausgleich. Wenig später hatte der aus der zweiten Reihe zunächst zu ungefährliche VfL die nächste knifflige Situation zu überstehen: 4:6 (15.), das Leipziger Spiel wurde besser und besser. Auch die neue Spielmacherin Maura Visser zeigte schnell, dass sie eine entscheidende Hilfe für den Rekordmeister sein kann. "Eine typische Spielmacherin", lobte auch Ommundsen: "So eine haben wir in den vergangenen Jahren schon etwas vermisst." Der VfL geriet noch nicht in einen hohen Rückstand, weil Visser einen Siebenmeter an den Pfosten setzte, und sich Kethorn und die eingewechselte Lois Abbingh treffsicher zeigten - 7:6 (17.).

Nun erlebten die 1410 Zuschauer einen fast spielentscheidenden Einbruch. Ommundsen glich aus (18.), eine halbe Minute später kassierte Neuendorf eine Zeitstrafe, Ania Rösler verwandelte den folgenden Strafwurf. Der 21-malige Meister nutzte diese Überzahl noch zu zwei weiteren Treffern und kam in der 22. Minute zum 11:7. Drei Minuten später führten die Gäste sogar mit 13:8. Mit herausgenommener Torfrau kam der VfL durch Laura van der Heijden mit der Pausensirene zum 11:14 - und blieb damit dran.

Wie ausgewechselt kamen die Oldenburgerinnen aus der Kabine. Das Team kombinierte schneller, schloss schneller ab und arbeitete sich heran. Bei Laura van der Heijdens 15:15 (35.) rissen die sieben VfLerinnen ihre Fäuste in die tropenwarme Luft in der Arena. Einzig HCL-Torfrau Katja Schülke hielt ihre Mannschaft im Spiel, parierte Würfe aus allen Lagen und fing auch einen langen Pass in Höhe der Mittellinie. Doch Oldenburg schien zu stark. Neuendorf schloss ein Dreieckeckspiel mit van der Heijden und Wenzl zum 23:21 ab (52.).

Es reichte aber nur zu einem gerechten Unentschieden. Ommundsen sorgte per Nachwurf knapp zwei Minuten vor Schluss für das 26:25 für den HCL, Abbingh glich per Strafwurf aus. Wieder hatten die Gäste den Ball, den Geschke der starken Anne Müller aus den Händen klaute. Geschkes letzten Wurf aber wehrte Müller ins Aus ab und bügelte ihren Fehler damit wieder aus. "In der zweiten Hälfte haben wir uns im Positionsangriff verbessert und waren vor allem mutiger", sagte Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki. "Über ein Unentschieden in eigener Halle will ich nicht jubeln. Aber wenn ich an die erste Halbzeit denke, bin ich zufrieden." Der neue Leipziger Trainer Stefan Madsen sagte: "Wir waren in den ersten Minuten der zweiten Hälfte mental wohl noch in der Kabine. Fünf Minuten haben uns vier Tore gekostet. Bei dem Spielverlauf müssen wir mit dem Remis zufrieden sein."