17.08.2011 22:01 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Frisch Auf Frauen bestehen Prüfstein Oltchim Valcea

Birute StellbrinkBirute Stellbrink
Quelle: Stephan Weber
Es war eine unterhaltsame Saisoneröffnung, die sich die Frisch Auf Frauen am Mittwochabend mit dem rumänischen Topteam CS Oltchim Valcea in der EWS Arena lieferten. Die Gastgeberinnen konnten dabei über weite Strecken mithalten. Oltchim Valcea zeigte ästhetischen Tempohandball, dem die Gastgeberinnen eine gute Teamleistung entgegensetzten. Die Frisch Auf Frauen konnten somit an diesem harten Prüfstein drei Wochen vor Saisonbeginn wachsen. Zum Torerfolg waren schnell und sauber vorgetragene Spielzüge nötig, denn individuell war Oltchim Valcea überlegen, auch wenn Welthandballerin Cristina Neagu nach ihrer Schulter-Operation noch zuschaute. Am Ende gab es von den etwa 500 Zuschauern Applaus für ein tolles 30:37 (14:21)-Handball-Spektakel.

Den ersten Treffer bei der Players Night der Frisch Auf Frauen erzielten die Gastgeberinnen. Nach einem Pfostenwurf von Oltchim Valcea war es die in der zweiten Hälfte überragende Birute Stellbrink, die die Partie eröffnete. Die Rumäninnen zogen danach ihr Konterspiel auf, Valentina Ardean Elisei steuerte den ersten Führungtreffer des Champions League-Finalisten von 2010 bei. Aleksandar Knezevic hatte zunächst Maike Daniels auf der Rückraum Mitte aufgestellt, sie wechselte sich mit Beate Scheffknecht ab, die später im linken Rückram agierte, während Nicole Dinkel noch auf der Bank saß. Beide Teams taten sich dabei schwer, in den Spielfluss zu kommen, Einzelaktionen prägten den Auftakt der Partie, die Stellbrink beim 3:3 (8.) ausglich.

Göppingen versuchte immer wieder Karolius am Kreis anzuspielen. Die Abwehr Valceas ging aber das eine ums andere Mal dazwischen und nach zehn Minuten erhöhte Ramona Farcau auf 6:3. Knezevic rief seine Spielerinnen zu sich, um die Marschroute gegen die starke Abwehr der Gäste zu verdeutlichen. Birute Stellbrink überwand ihre Gegenspielerin Oana Chirila im nächsten Versuch problemlos, und während Oltchims Rückraumlinke Marija Jovanovic nur den Pfosten traf, hatte Karolius den Dreh heraus und traf. Beim Umschalten von Abwehr auf Angriff konnten die Frisch Auf Frauen dabei selten das Tempo mitgehen, etwa als Karolius den Ball im Gegenstoß hinter Smedescu unterbrachte, die in den ersten 20 Minuten das Tor der Gäste hütete.

Es blieb eine dynamische und laufbetonte erste Hälfte, geprägt von einem souveränen Passspiel der Gäste, die die Göppingerinnen immer wieder rasant auskonterten. „In der ersten Halbzeit waren wir zu naiv und dadurch haben wir zu viele Tore in der ersten Welle kassiert“, musste Aleksandar Knezevic mit ansehen, wie Oltchim über Farcaus 10:14 und Stancas Doppelschlag zum 10:16 die Schlagzahl erhöhte. Vor allem dank der Hereinnahme der Spielmacherin Yeliz Özel, die auch im Mittelblock agierte, kam nun mehr Bewegung ins Spiel der Rumäninnen, die den Vorsprung aber nicht dauerhaft halten konnten.

Die Göppingerinnen wurden früh attackiert, der Weg zum Tor war quasi verbaut. Mit einem starken Wurf vom linken Flügel konnte Maria Kiedrowski derweil Talida Tolnai erneut überwinden (11:18, 26.). Immer dann, wenn sich die Gastgeber etwas trauten, wurden sie häufig mit Toren belohnt, das österreichisch-schweizerische Duo Scheffknecht - Dinkel deutete das Potenzial als Rückraumachse an, Karin Weigelt brachte, wenn auch glücklos, ihre Variabilität ein. So blieb es bis zur Pause (14:21) bei dem Sieben-Tore-Abstand. Zumindest mit den selbst erzielten Toren konnten die Gastgeberinnen zufrieden sein. Beim 14:24 (34.) durch Iulia Curea legten die Rumäninnen schnell weiter vor, wobei die eigene Torhüter-Schwäche einem hohen Sieg letztlich im Wege stand.

Oltchim deutete dabei noch Potenzial nach oben an. Vor allem diverse Pfostenwürfe dürften Trainer Radu Voina nicht gefallen haben. Zudem blieb die Defensive der Rumäninnen einige Male zu passiv. Maike Daniels hatte beim 20:27 (42.) freie Wurfbahn. Zwar setzte Oana Manea kaum eine Minute später den ersten Treffer zum Zehn-Tore-Vorsprung (20:30), doch Göppingen überzeugte als Team mit viel Bewegung und guten Torhüterinnen und konnte den Unterschied im weiteren Verlauf begrenzen. „Wir sind müde und ich bin gespannt, wie wir in der richtigen Form spielen können“, konnte Knezevic zufrieden sein. „Wir haben die taktischen Vorgaben teilweise gut umgesetzt, obwohl wir schwere Beine haben“, zog auch Julia Schulz viel Positives aus dem Test gegen das Topteam. Aus dem Spielvideo werden sich nach dem 30:37 Lehren in Sachen Gegenstoß ableiten lassen.

Frisch Auf Göppingen - CS Oltchim Valcea 30:37 (14:21)

Frisch Auf Göppingen
Jankovic (1.-30., 4 Paraden), Schulz (31.-60., 7 Paraden), Stellbrink 10/1, Scheffknecht 5, Vojtiskova 5, Karolius 4, Daniels 2, Kiedrowski 2, Weigelt 1, Dinkel 1, Dolder.

CS Oltchim Valcea
Smedescu (2 Paraden, 1.-20.), Tolnai (21.-40., 3 Paraden), Knezovic (1 Parade, 41.-60.), Curea 5, Ardean 4/1, Farcau 4/1, Manea 4, Stanca 4, Vetkova 3, Chirila 3, Vizitiu 3, Managarova 2, Jovanovic 2/1, Nechita 2/1, Özel 1, Bradeanu, Han, Fiera.

Siebenmeter
1/1 - 4/4