16.03.2006 11:33 Uhr - 2. Bundesliga Nord - Uwe Meier - Cellesche Zeitung

Celle präsentiert mit Galouza ersten Neuzugang

Das Personalkarussell beim Zweitligisten SVG Celle dreht sich seit einigen Wochen. Nachdem sechs Spielerinnen ihren Abschied zum Ende der laufenden Saison angekündigt hatten, wurde im Hintergrund intensiv gearbeitet, um für die kommende Spielzeit eine schlagkräftige Mannschaft zusammen zu bekommen. Jetzt ist der Ball auch öffentlich ins Rollen gekommen. Mit der 20-jährigen Niederländerin Waleria Galouza unterschrieb der erste Neuzugang in Celle.

Waleria GalouzaWaleria Galouza
Quelle: SVG Celle
Nach dem Bekanntwerden, dass zum Ende der laufenden Saison sechs Spielerinnen den Zweitligisten SVG Celle verlassen werden, war klar, dass die Mannschaft in der kommenden Spielzeit ein fast völlig neues Gesicht bekommen wird. In den vergangenen Wochen haben Management und sportliche Leitung auf der Suche nach spielstarken Verstärkungen unzählige Gespräche mit potenziellen Neuzugängen geführt. Nunmehr kann der Verein den ersten Zugang offiziell vermelden. Mit Waleria Galouza unterschrieb die erste neue Spielerin einen Vertrag beim SVG Celle.

Es ist der erste Schritt zu einem neuen SVG-Team, weitere sollen in Kürze folgen. Wohl auch deshalb blickt Jozsef Szendrei erheblich positiver in die Zukunft. "Natürlich sieht das erstmal schlecht aus, wenn so viele Spielerinnen gehen. Ohne Frage bringt das negative Begleiterscheinung mit sich", so Celles Trainer. "Aber inzwischen bin ich weitaus zuversichtlicher als es noch zu Beginn des Jahres. Ich bin wirklich optimistisch."

Rückraumspielerin mit einem "richtigen Hammer"

"Ich freue mich drauf." Die, die das sagt, ist die in Weißrussland geborene, mit niederländischem Pass ausgestattete und derzeit noch für Staffelkonkurrent SC Greven 09 spielende 20-jährige Waleria Galouza. In der kommenden Saison wird die hoch gewachsene und kräftige Rückraumspielerin für Handball-Zweitligist SVG Celle auf die Jagd nach Punkten und Toren gehen. „Sie wird uns weiter helfen“, ist Szendrei überzeugt, der sich in einem Probetraining und aus Spiel-Beobachtungen einen Eindruck über den Neuzugang gemacht hatte. Sowohl im Angriff als auch für die Abwehr würde Galouza die nötigen Voraussetzungen mit bringen. Besonders die Wurfkraft der Rechtshänderin hat es dem Celler Trainer angetan. "Die hat schon einen richtigen Hammer."

Galouza zog im Alter von acht Jahren zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester von Weißrussland in die Niederlande. Dort begann sie, angespornt durch ihre Eltern, ihr Vater Anatoli gehörte zu seinen aktiven Zeiten zu den besten Torhütern der UdSSR, ihre Handball-Karriere. Doch vorerst gehörte ihre große Liebe einem anderen Sport. "Ich habe versucht, im Tennis eine Karriere zu starten", sagt sie heute über die Begleitumstände, weshalb sie im Alter von zwölf Jahren den Handball zwischenzeitlich zur Seite legte. Doch vor knapp vier Jahren kehrte die alte Leidenschaft zurück und mit ihr der Wille, im Handballsport einiges zu erreichen. Mit ihrem Stammverein E&O Emmen stieg Galouza in den Niederlanden von der zweiten in die erste Liga auf und spielte dort eine Saison. Daneben gab es Einsätze im Junior-Nachwuchsteam des Landes sowie im nationalen B-Team, bevor es 2004 zum Garßener Staffelkonkurenten SC Greven 09 ging.

Über SVG Celle ins niederländische Nationalteam

Mit ihrem Wechsel nach Celle verbindet die 20-Jährige, die ein Fernstudium in Sportmarketing absolviert, mehrere Ziele. "Ich möchte mich spielerisch weiter entwickeln und sehe hier zudem mehr Entwicklungsmöglichkeiten als in Greven", so Galouza, die den Sprung ins niederländische Nationalteam schaffen will und in Deutschland vielleicht einmal erste Liga spielen möchte.

Bis zum Saisonende wird sie sich noch voll für den SC Greven 09 einsetzen und vielleicht noch die Playoffs erreichen. Dafür steht am Sonnabend eine vorentscheidende Partie auf dem Programm. Es geht gegen SVG Celle. "Das ist irgendwie schon ein komisches Gefühl", sagt sie zu dieser Konstellation. "Aber gewinnen möchte ich schon."