08.08.2011 22:40 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß - handball-world.com

Frisch Auf Frauen überzeugen gegen China

"Nur Lob": Aleksandar Knezevic"Nur Lob": Aleksandar Knezevic
Quelle: Stephan Weber
"Es ist schon etwas anderes als gegen eine deutsche Mannschaft zu spielen. Ich bin selbst überrascht wie gut wir mit den flinken Chinesinnen in der Abwehr zurecht gekommen sind. Jetzt hoffen wir, dass mit Anika alles ok ist", konnte Göppingens Torfrau Julia Schulz nach dem Vergleich mit der chinesischen Nationalmannschaft trotz des unerwartet eindeutigen 31:23 (18:10)-Sieges nicht ganz befreit lächeln.

Kurz nach der Pause war Kreisläuferin Anika Leppert bei einem Zweikampf unglücklich aufs Knie geprallt und konnte danach nicht mehr mitwirken. Es war der Wermutstropfen einer aus Göppinger Sicht sehr ansehnlichen Partie, die die Frisch Auf Frauen in der vollbesetzten Böhmenkircher Albtalhalle am Montagabend aufs Parkett gelegt hatten.

Gleich zu Beginn setzte Chinas Topstar Sha Sha Wang eine Duftmarke ihres Könnens, die Rücklinke ließ Jasmina Jankovic, die bei Göppingen zu Beginn das Tor hütete, mit einem genauen Wurf keine Chance. Nach einer guten Startphase wirkte das Team aus dem Reich der Mitte aber nach den spielfreien Tagen, die von einem intensiven Training geprägt waren, jedoch ein wenig kraftlos. Göppingen, zunächst etwas zurückhaltend in der Abwehr, zeigte sich alsbald hellwach und beweglich. Diese aggressive Defensive verunsicherte die Chinesinnen sichtlich, der Weg zum Tor war das eine ums andere Mal verbaut.

Der gut aufgelegten Birute Stellbrink im Gegenstoß beim 3:2 (4.) hatten die Gastgeberinnen ihre erste Führung zu verdanken. Nach acht Minuten erhöhte Alena Vojtiskova mit dem nötigen Glück auf 6:4, Torfrau Jankovic hielt glänzend, und Maria Kiedrowski und Maike Daniels nutzten diese Vorlagen zur 9:4-Führung (11.). Der 5:0-Lauf des Bundesligateams rief Chinas Cheftrainer Wang Xindong auf den Plan, der mit einer Auszeit den Göppinger Lauf beenden wollte - mit zumindest kurzfristigem Erfolg. Wang machte der Durststrecke ein Ende und mit Wang Chanchan und Zhao Jianqin waren es vor allem die Flügelspielerinnen, die China flugs zurück ins Spiel brachten.

Eine Auszeit von Aleksandar Knezevic beendete diese gute Phase der Chinesinnen. Karolius hielt zunächst mit zwei schnellen Kontern zum 12:8 (18.) dagegen, danach spielten sich die Gastgeberinnen immer mehr in einen Lauf. Bis auf 16:9 (24.) zündeten die Frisch Auf Frauen nun binnen elf Minuten einen 7:2-Lauf. Die Chinesinnen hatten nun gegen die aggressive Abwehr der Gastgeberinnen echte Probleme und ließen an Jasmina Jankovic einige Chancen aus. Beim 18:10-Pausenstand hatten die Frisch Auf Frauen dank der konzentrierten Leistung einen klaren Sieg vor Augen. China hatte gegen den Thüringer HC und Co. stets Beharrlichkeit bewiesen, fand aber auch in der zweiten Halbzeit ebenfalls keine Mittel und verlor deutlich mit 23:31.

Dabei beharkten sich beide Teams bis Schlusspfiff stets engagiert, China präsentierte in der Schlussphase auch eine 3:3-Abwehr. Auf alles hatte Göppingen aber letztlich die richtigen Antworten. Entsprechend entspannt war Aleksandar Knezevic nach Abpfiff: "Das war eine super Leistung, super Kampf. Ich habe viele tolle Aktionen gesehen", hatte der Trainer am Ende "nur Lob" für seine Spielerinnen, die sich allesamt freuten, wie gut das Spiel gegen China gelaufen war. Bisher war die Bilanz der Chinesinnen gegen vier Bundesligateams ausgeglichen gewesen, nun ging der fünfte und letzte Vergleich binnen zehn Tagen klar verloren, sicher auch der Intensität des Trainingslagers geschuldet.

Frisch Auf-Frauen-Manager Ingo Hagen zeigte sich dankbar für den Test gegen das Nationalteam aus China. "Es freut uns, dass es uns gelungen ist, viele Handballbegeisterte zu motivieren, in die Albtalhalle zu kommen", dankten Förderkreis-Chef Joachim Brien und Bürgermeister Joachim Nägele den Fans, die trotz des ungewöhnlichen Termins am Montagabend zuhauf in die brechend volle Albtalhalle geströmt waren und trotz des deutlichen Ergebnisses ein unterhaltsames Spiel gesehen hatten. Für die etwas müde wirkenden Chinesinnen, in der WM-Vorrunde im Dezember deutscher Gegner, geht die Reise morgen weiter nach Frankreich.

Frisch Auf Frauen - China 31:23 (18:10)

Frisch Auf Frauen: Jankovic (1.-30., 10/1 Paraden), Schulz (31.-60., 6 Paraden); Scheffknecht 3, Stellbrink 9/4, Leppert, Weigelt, Karolius 3, Dinkel 5, Kiedrowski 6, Daniels 4, Vojtiskova 1, Dolder

Nationalteam China: Zhu Yun (1.-30., 6 Paraden), Xu Mo (31.-60., 7 Paraden); Wei Qiuxiang, Ma Ling, Li Bing, Wang Chan Chan 3, Luan Zheng, Li Yao, Lan Chun Lei 4/2, Wang Sha Sha 7, Wu Nana 2, Liu Yiao Mei, Zhu Yun, Sun Lei Miao 1/1, Sha Zhangweng 1, Zhao Qin 4.

Siebenmeter: 4/4 - 4/3, Wei Qiuxiang scheitert an Jankovic.

Zeitstrafen: 4/2 - Dolder (51.), Stellbrink (59.) - Sun Laimiao (46.)

Schiedsrichter: Matthias Rupp / Frank Kraaz (Weinstadt/Deizisau)

Torfolge: 0:1, 1:1, 1:2, 2:2 3., 3:2, 4:4 (5.), 9:4 (11.), 9:7 (13.), 12:8 (18.), 16:9 (24.), 18:10 (Hz), 24:13 (40.), 29:19 (54.), 31:23 (EN)