04.08.2011 22:45 Uhr - Jugend/Juniorinnen - Frits Feuler/red/dhb

Deutsche U19 dank Giegerich mit Auftaktsieg über Serbien

Ann-Cathrin GiegerichAnn-Cathrin Giegerich
Quelle: Bernd Krech
Eine starke Abwehr und dahinter im Tor eine Ann-Cathrin Giegerich in Topform waren die Trumpfkarten der deutschen U19-Nationalmannschaft, die im Auftaktspiel der Europameisterschaften Serbien am Ende klar mit 21:16 (13:6) bezwang. Probleme im schnellen Umschalten von Abwehr auf Angriff und auch im Positionsangriff verhinderten gegen die Südosteuropäerinnen einen klareren Erfolg. Den größten Vorsprung hatte man Mitte der zweiten Halbzeit, als man bereits mit 17:7 führte, dann jedoch Serbien mit vier Toren in Serie zum 18:13 wieder ins Spiel zurückkam. "Wir sind erstmal drin im Turnier. Die Aufgabe, mit einem Sieg zu starten, haben wir erfüllt", sagte Nachwuchs-Bundestrainer Andreas Schwabe.

Die nach dem letzten Test beim TuS Weibern angeschlagene Shenia Minevskaja stand in der Startaufstellung, die ebenfalls am Montag verletzt ausgeschiedene Linkshänderin Franziska Haupt kam im Laufe der ersten Halbzeit für die Leipzigerin Anne Hubinger ins Spiel. Dass der Auftakt noch von Nervosität geprägt war, schlug sich dank Giegerich und der starken Abwehr gar nicht im Resultat nieder - im Gegenteil: Die DHB-Auswahl lag nur einmal beim 0:1 zurück, Serbien agierte relativ schwach und konnte nur in der Anfangsphase (4:3) ein wenig mithalten.

Ab dann lief es einige Minuten etwas flüssiger bei den Deutschen Mädels, auf Linksaußen startete Windisch sehr stark und schoss einige sehenswerte Tore. "Aber sie muss noch mehr aus dieser Position machen", kritisierte Trainer Schwabe nachher ihre Leistung. Die Defensive mit einigen guten Blocks und Giegerich mit glanzvollen Paraden ermöglichten einen 10:4-Zwischenstand, aber dann kam auch Serbien besser ins Spiel. "Wir haben knapp zehn Minuten gebraucht, bis wir mit uns selbst zurechtgekommen sind, aber dann haben wir in der ersten Halbzeit recht ordentlich gespielt", sagte Schwabe. "Das Problem war die nicht gute Chancenverwertung - sonst hätte das Ergebnis deutlicher sein können."

Nach der Pause (13:6) zeigte Deutschland ab und zu das bessere Tempospiel. Minevskaja bekam auf halblinks zuviel Druck auf ihre Schultern, konnte nicht immer nachlegen oder eine freie Mitspielerin in Position bringen. Hubinger und Haupt waren auf rechts nicht in der Lage wichtige Angriffe mit Erfolg abzuschliessen. Minutenlang verlor die Mannschaft dann jedoch komplett die Linie, spielte umständlich, schloss schwach ab und ermöglichte Serbien so, sich mit einem 6:1-Lauf auf 13:18 heranzuspielen.

Linksaußen Helena Hertlein stiebitze in dieser etwas kritischen Phase der Partie noch in der gegnerischen Hälfte einen Ball und beruhigte mit dem 19:13 die Nerven. Nur Torhüterin Ann-Cathrin Giegerich, nach der Partie zur besten Spielerin gewählt und von den Mitspielerinnen frenetisch gefeiert, war es zu verdanken, dass Deutschland den Sechs-Toren-Vorsprung festhalten konnte. "Ann-Cathrin war der entscheidende Trumpf für uns in der heutigen Partie", analysierte Schwabe nach dem Spiel die fast perfekte Leistung seiner Torhüterin.

"Gegen Schweden müssen wir uns weit über diesem Spiel her finden, sonst wird es sogar im Schlüsselspiel gegen Frankreich noch ein ganz harter Brocken. Ich möchte noch einige Tage in Maastricht bleiben. Ich werde das mit meinen Spielerinnen auch so besprechen. Wir müssen uns steigern, sonst werden wir gegen die Schwedinnen aus der Halle geschossen", so Andreas Schwabe abschließend.

Deutschland - Serbien 21:16 (13:6)

Deutschland: Veith, Giegerich, Voigt;
Haupt (3), Hubinger (1), Möschter (1), J. Hummel, Windisch (4), Mazzucco, St. Hummel, Schmelzer (1), Müller (4), Behnke, Hertlein (2), Minevskaja (4/1), Diehl (1)