11.07.2011 00:38 Uhr - 2. Bundesliga - chs/pm

Mit Rad und Tat - Tourstart bei Emi Uchibayashi

Nicht mit dem Finger über die Landkarte: Emi Uchibayashi Nicht mit dem Finger über die Landkarte: Emi Uchibayashi
Quelle: J. Martin / first-agency.de
Vor einigen Tagen hatten wir in einer Ausgabe unserer Nachrichtensplitter bereits über die besondere Art der Saisonvorbereitung von Zwickaus Emi Uchibayashi berichtet. Die 31jährige will im Juli die vom Verein gesammelten Spendengelder in Höhe von 1.960 Euro persönlich den Notleidenden in ihrem Heimatland Japan überreichen und die Menschen auch hierzulande auf die noch immer schlimmen Verhältnisse im Katastrophengebiet aufmerksam machen. Emi Uchibayashi fährt mit dem Fahrrad von ihrer Heimatstadt Yamato ins 500km entfernte Rikuzen-Takada, wo die Schäden besonders verheerend sind, um dort die Spendengelder zu übergeben.

Knapp 1.500 Euro waren durch die Charity-Aktion des BSV bei den letzten beiden Heimspielen der abgeschlossenen Saison zusammengekommen. „Das ist einerseits viel Geld, für das ich dem Verein und vor allem den Fans sehr dankbar bin. Anderseits ist es für die Betroffenen leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so die hilfsbereite Spielerin. Deswegen will sie auf ihrer Radtour durch das Katastrophengebiet weitere Spenden sammeln, aber auch den Menschen Mut zusprechen. Denn laut Emi weiß in Japan kaum jemand, dass auch die Menschen im 8.000 km entfernten Zwickau großen Anteil am Leid der Opfer nehmen.

Stationen auf ihrer Reise, die am heutigen 11. Juli 2011 in Yamato beginnt, sind Tsukaba und Sukagawa, wo sie mit Kindern ein Handballtraining absolvieren will, und Sendai, wo sie eine Nacht in einer der Notunterkünfte verbringen möchte. Dabei führt sie ihr Weg nur 40 km an Fukushima vorbei, dass durch die Reaktorkatstrophe traurige Berühmtheit erlangt hat. Am 17. Juli 2011 soll dann die Übergabe des gesamten Geldes in Rikuzen-Takada erfolgen, einer der am schwersten betroffenen Städte.

Auf die Frage "Warum mit dem Fahrrad?" antowrtet die Flügelspielerin: "Entschieden habe ich mich spontan, aber im Hintergrund hatte ich ein paar Gründe dazu." Und Uchibayashi führt diese auf ihrem Facebook-Tagebuch aus. "Ich will unbedingt in die Tsunami-Region und die Stadt Rikuzen-Takada sehen und wissen, was alles passiert war und was immer noch passiert." Ein weiteree Grund ist auch die Transparenz der Spendenaktion. "Ich will den Leuten, die für uns gespendet haben, zeigen, wo das Geld hingeht und wofür das genutzt wird."

Auf der einen Seite will Uchibayashi den Japanern Mut machen, auf der anderen Seite aber auch über die normale Medienberichterstattung hinaus einen Beitrag leisten. "Wichtig ist, dass man weiß, wie man glücklich ist, was man für andere Leute und für unsere Welt machen kann." Gleichzeitig wird sie die lange Tour nicht alleine bewältigen. "Ich habe glücklicherweise jemand gefunden, die mit mir unterwegs sein möchte. Nao Mitani, die ehemalige Spielerin und Schülerin von mir."

Und Emi möchte auch weiterhin helfen. Dazu möchte sie mit ihrem Spendenaufruf daran erinnern, dass die Katastrophe noch längst nicht überwunden ist. Sie erhofft sich durch diese Aktion, dass sich viele Menschen der Tragweite und der Notwendigkeit von kleinen bis großen Spenden bewusst werden. Der BSV Zwickau hat dazu ein Spendenkonto eingerichtet. Die garantierte Übergabe

Spendenkonto BSV pro Japan

Konto: 2242031220
BLZ: 870 550 00
Sparkasse Zwickau


Die Stationen im Überblick:

11.07.2011Yamato Start und 1. Etappe ins 120 km entfernte Tsukaba
12.07.2011Tsukaba Handballtraining mit Kindern
13.07.2011Tsukaba 2. Etappe ins 160 km entfernte Sukagawa
14.07.2011SukagawaHandballtraining mit Kindern im 40 km entfernten Motomyia
15.07.2011Motomiya3. Etappe ins 80 km entfernte Sendai, Übernachtung in einer Notunterkunft (geplant)
16.07.2011Sendai4. Etappe ins 100 km entfernte Rikuzen-Takada
17.07.2011Rikuzen-TakadaSpendenübergabe am Ziel
18.07.2011Rikuzen-TakadaRückreise mit dem Zug nach Yamato


Die gesamte Tour von BSV Spielerin Emi Uchibayashi, inklusive Reisetagebuch und Bildern, kann man ab dem 11.07.2011 auf der Facebook-Seite des Vereins verfolgen. "Die Planung steht. Was nicht klar ist, ob wir das bei 35 Grad Hitze schaffen, nach 504 km am Ziel anzukommen...." Doch Uchibayashi zeigt gleichzeitig ihre kämpferische, wie auch sympathische Seite und erkllärt abschließend mit einem Augenzwinkern. "Aber ich werde es für die Leute schaffen, die auf mich warten. Auf der Karte sind es ja bloß 3 cm. Das kann nicht sooo anstrengend sein."


Illustration: first-agency.de