10.06.2011 13:25 Uhr - 1. Bundesliga - red

Woltering bestätigt Wechsel nach Montenegro

Nationaltorhüterin Clara WolteringNationaltorhüterin Clara Woltering
Quelle: Michael Heuberger
Kurzfristig müssen die Elfen noch mal die Personalplanungen in Angriff nehmen, denn Torhüterin Clara Woltering wird den Verein verlassen und zu ZRK Buducnost Podgorica, letztes Jahr im Halbfinale der Champions League, wechseln - handball-world.com berichtete. "Ich komme am Sonntag, spreche mit dem Trainer und stoße dann am 25. Juli zum Team", so Woltering gegenüber der montenegrinischen Sportzeitung Arena. Vor allem der Zeitpunkt sorgt aber für einen negativen Beigeschmack in Leverkusen, Geschäftsführerin Renate Wolf gegenüber dem Sportinformationsdienst SID: "Clara hat mir im Februar ihr Wort gegeben, dass sie in Leverkusen bleibt, aber wenn der Lockruf des Geldes kommt, ist ein Wort eben nicht mehr viel wert."

Für die Elfen eine Großbaustelle, doch Panik bricht nicht aus. Schließlich verfügt man mit Laura Glaser über eine starke Torhüterin. "Sie wird ihren Weg machen", ist sich Abteilungsleiter Andreas Thiel gegenüber dem SID, der nicht nur Woltering, sondern auch Sabine Englert vom dänischen Meister FC Midtjylland im täglichen Training zu Weltklassespielerinnen formte, sicher. "Der Zeitpunkt ist unglücklich, aber niemand ist unersetzlich. Eine gute Mannschaft ist immer die Summe vieler Teile."

Dass sie den Elfen die mündliche Zusage gegeben hatte gibt Woltering zu. "Und es macht mir auch sehr zu schaffen, denn so bin ich eigentlich nicht", so die Torhüterin gegenüber dem SID. "Mein großer Traum ist es die Champions-League zu gewinnen und die Chancen bei meinem neuen Verein stehen dafür sehr gut", gibt Woltering gegenüber den Streiflichtern auch sportliche Gründe für den Wechsel an. Ihr neuer Verein schaffte es in diesem Jahr bis ins Halbfinale der Königsklasse.

Die Vertragsinhalte mit Leverkusen seien weitestgehend geklärt gewesen, allerdings gab es noch ein Fragezeichen hinter dem Montag. Diesen hätte Woltering gern grundsätzlich freigenommen, aus beruflichen Gründen - eigentlich wollte die ausgebildete Landwirtin den elterlichen Hof übernehmen. "Ich werde das um ein Jahr nach hinten verschieben", so Woltering gegenüber den Streiflichtern. "Wir haben doch immer auf ihre Wünsche Rücksicht genommen", sagte Renate Wolf gegenüber dem SID und fügte an: "Für ihre beruflichen Fortbildungs-Maßnahmen hat sie jederzeit bezahlten Urlaub gekriegt. Man hätte das einfach von Monat zu Monat neu besprechen müssen." Woltering hingegen führt Versprechen an, die nicht eingehalten worden wären - ins Detail geht sie allerdings nicht.

Seit elf Jahren spielt Woltering in Leverkusen. "Sie war 16 Jahre alt, als sie zu uns gekommen ist", berichtet Wolf: "Wir haben sie zur Nationalspielerin gemacht, da muss ich mich doch auf ihr Wort verlassen können." Woltering erklärte gegenüber dem SID, sie verstehe die Enttäuschung in dem Verein, der ihr "wirklich, wirklich ans Herz gewachsen" ist. Dass es ums Geld geht, bestreitet sie energisch: "Ich hätte in den letzten Jahren genügend gut dotierte Mögklichkeiten gehabt. Ich bin immer geblieben, weil der Verein, die Mannschaft, die Fans mir wichtig waren." Bei Wolf herrscht dennoch Ratlosigkeit: "Sie hat immer alle Freiheiten gehabt. Mit dem Ergebnis, dass der Verein sechs Wochen vor Trainingsbeginn ohne Nummer eins dasteht."