30.05.2011 16:43 Uhr - Primo Tours Dameligaen Dänemark - Christian Stein - handball-world.com

Dramatisches Meisterschaftsfinale: FC Midtjylland triumphiert über Randers

Sabine EnglertSabine Englert
Quelle: Katja Boll
"Das ist so cool. Das hat niemand von uns erwartet. Vor der Saison hieß es immer Viborg, Viborg, Viborg. Und jetzt stehen wir hier mit dem Meisterschafts-Gold", so Lærke Møller gegenüber dem dänischen Fernsehsender DR. Die Spielmacherin sollte in der Schlussphase einer dramatischen Partie vor allem wegen einer Abwehraktion in den Blickpunkt rücken.

In der Schlussminute der alles entscheidenden dritten Begegnung hatte Nina Wörz zunächst mit einem Durchbruch an den Kreis ihren Klub mit 23:22 in Führung geworfen, doch der FC Midtjylland setzte alles auf eine Karte. Sabine Englert verließ das Feld zu Gunsten von Isabel Blanco und die norwegische Kreisläuferin konnte wenige Sekunden vor dem Ende noch einmal von rechtsaußen den Spielstand ausgleichen. Doch zum Wechsel war es zu spät war es auch angesichts des langen Weges zur Bank zu spät.

Blanco sprintete wie die anderen FCM-Spielerinnen in Richtung Abwehr, das Heimteam erfasste die Situation nicht schnell genug, keine Spielerin wollte die Verantwortung übernehmen. Diese übernahm letztlich Wörz, doch den Schlagwurf aus 12 Metern unter Bedrängnis von Blanco konnte Møller noch am eigenen Wurfkreis parieren.

In der regulären Partie hatte anders als bei den ersten beiden Partien (23:20 für Randers, 23:19 für Midtjylland), der FCM den besseren Start gefunden. Randers-Trainer Jan Leslie musste bereits nach zehn Minuten beim Stand von 2:6 die Notbremse ziehen. Dies blieb zunächst noch ohne Erfolg doch mit sechs Toren in Serie zum 9:9 (25.) waren die Hausherrinnen endlich im Spiel.

Der FCM konnte jedoch zunächst weiter vorlegen, sich nach der Pause auch noch mal auf vier Tore absetzen, doch Randers kämpfte sich immer wieder heran. Erst in der Schlussphase sollte Randers durch die Einwechslung von Stine Bonde für Chana Masson der entscheidende Impuls mit drei Toren in Folge zur 20:19-Führung gelingen. Doch eine Entscheidung vermochte keine der beiden Teams bis zum Ende der regulären Spielzeit herbeizuführen.

Die Entscheidung über den Titel musste im Siebenmeterwerfen fallen und auch hier sollten beide Teams ein Wechselbad der Gefühle durchleben. Chana Masson parierte zunächst gegen Tonje Nøstvold, doch Sabine Englert konterte prompt gegen Camilla Dalby. Torstenson, Melgaard und Troelsen verwandelten anschließend, ehe Maria Fisker dann ihren Strafwurf an die Latte setzte. Nun war Randers unter Druck, Fruelund versenkte und Masson parierte prompt gegen Line Jørgensen. Noch immer war keine Entscheidung gefallen und die sollte auch nach den beiden letzten regulären Spielerinnen Møller und Strangholt ausbleiben.

Noch einmal hieß es für die Trainer die Reihenfolge ihrer Schützinnen festzulegen, diesmal musste Randers beginnen und Katrine Fruelund sollte den ersten Wurf setzen. Sabine Englert schickte ihre Teamkollegin Ingrid Ødegaard zwischen die Pfosten. Die Norwegerin parierte - die ehemalige Leipzigerin warf allerdings nun auch zum dritten Mal in der Schlussphase einen Strafwurf nach linksunten - und nun hieß es Matchball Midtjylland. Diesen verwandelte dann Linnea Torstenson, die im Anschluss von einer Traube von Spielerinnen und Offiziellen begraben wurde.