21.05.2011 16:25 Uhr - DHB-Pokal - Frank Härterich

THC gewinnt stimmungsvolles Halbfinale in Göppingen gegen HC Leipzig

Stephanie SubkeStephanie Subke
Quelle: sportseye.de
Das erste Halbfinale beim diesjährigen Final Four um den DHB-Pokal der Damen gewann der Thüringer HC mit 26:22 (14:11). Erst 10 Minuten vor dem Ende konnte sich der Meister mit fünf Toren entscheidend absetzen. Beste Spielerinnen waren die Torhüterinnen Katja Schülke und Maike März. Ebenfalls ein starkes Spiel zeigten Stephanie Subke auf Seiten des THC und Karolina Kudlacz im Trikot des HC Leipzig.

Anne MüllerAnne Müller
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Das erste Halbfinale beim diesjährigen Final Four um den DHB-Pokal begann mit hohem Tempo. Karolina Kudlacz eröffnete den Torreigen und erhöhte kurze Zeit später per Strafwurf auf 0:2 für den Halbfinalisten der Play-Offs um die deutsche Meisterschaft. Erst dann konnte Nadeshda Nadgornaja mit einem Rückraumkracher das erste Tor für den deutschen Meister erzielen. Anne Müller stellte mit dem Treffer zum 1:3 den alten Abstand wieder her und nach einer Parade von Maike März und einem Doppelschlag von Katrin Engel konnte der Meister wieder ausgleichen. Ania Rösler brachte die Messestädterinnen nochmals mit 3:4 in Front ehe Kerstin Wohlbold zum 4:4 ausgleichen konnte.

Nach diesem hohen Tempo der ersten fünf Spielminuten kam Ruhe in die Partie und bei beiden Teams schlichen sich technische Fehler und Fehlwürfe ein. Erneut Nadeshda Nadgornaja erlöste den THC und seine zahlreichen Anhänger mit ihrem Treffer zur ersten Führung des THC beim 5:4. Nach zehn Minuten traf Katrin Engel mit viel Glück zum 6:4 und im Gegenzug brachte ein Treffer der starken Karolina Kudlacz den Anschluss zum 6:5. Zwei Treffer in Folge von Katrin Engel und Kerstin Wohlbold zum 8:5 bedeuteten nun sogar die erste Drei-Tore-Führung der Erfurterinnen.

Nun kam der entthronte deutsche Meister aus Leipzig etwas besser ins Spiel und Anne Müller und Karolina Kudlacz sorgten mit ihren Treffern beim 8:7 nach 15 Minuten für den erneuten Anschluss. Das Spiel stand nun auf des Messers Schneide und den Thüringerinnen gelang es nicht sich abzusetzen, obwohl Maike März im Kasten des Meisters einen Sahnetag erwischt hatte. Nach 24 Spielminuten glich Ania Rösler zum 10:10 aus und nach einem Ballverlust und einer Glanztat von Maike März hatte Erfurts Trainer Herbert Müller genug gesehen und er bat seine Damen zum Gespräch.

Seine Worte schienen ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben, denn kurz darauf traf Stephanie Subke aus dem Rückraum zum 11:10. Als Katrin Engel danach mit einer Entscheidung der souverän leitenden Schiedsrichter Holger Fleisch und Jürgen Rieber nicht einverstanden war und dies etwas zu laut reklamierte, durfte sie für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen. Diese Überzahl konnten die Sächsinnen jedoch nicht nutzen und gerieten stattdessen nach dem Treffer von Katrin Engel zum 12:10 erneut mit zwei Toren in Rückstand. Karolina Kudlacz konnte zwar nocheinmal verkürzen, aber Stephanie Subke und Idalina Borges Mesquita erhöhten den Vorsprung des Meisters bis zur Halbzeit auf 14:11.

Nach der Pause begannen die Damen aus Thüringen nervös und einen Ballverlust nutzte Louise Lyksborg um für Leipzig auf 14:12 zu verkürzen. Im Gegenzug stellte erneut Idalina Borges Mesquita mit einem sehenswerten Dreher den alten Abstand von drei Toren zum 15:12 wieder her. Mit einem Doppelschlag von Sara Eriksson und Louise Lyksborg hatte Leipzig nach 34 Spielminuten den Anschluss wiederhergestellt. Nora Reiche scheiterte dann im Gegenzug an Leipzigs starker Torhüterin Katja Schülke und im Gegenzug glich Ania Rösler mit einem verwandelten Strafwurf zum 15:15 aus.

Nachdem Stephanie Subke ihr Team mit 16:15 in Führung gebracht hatte, trafen zuerst Anne Ulbricht zum Ausgleich und anschließend Ania Rösler zur 16:17 Führung für die Leipgzigerinnen. Da beide Mannschaften nun abwechselnd trafen konnte sich kein Team bis zum 20:20 durch Natalie Augsburg absetzen. Dies läutete eine schwache Phase der Leipzigerinnen ein. Im Angriff schlossen sie nun unkonzentriert ab und in der Abwehr packten sie nicht mehr so zu, wie sie es zu Beginn der zweiten Halbzeit getan hatten.

Die Folge war ein 4:0 Lauf der Erfuterinnen, die mit drei Toren in Folge von Nadeshda Nadgornaja und einem schön herausgespielten Tor von Danick Snelder mit 24:20 in Front gingen und so das Spiel entscheiden konnten. Nach diesem Tor nahm Heine Jensen seine Auszeit um die verbleibende Chance zu wahren. Doch anstatt seinen Worten Folge zu leisten, leisteten sich die Leipzigerinnen einen Fehlpass und Idalina Borges Mesquita verwandelte den Konter sicher zum 25:20. Damit war die Partie endgültig entschieden und der Treffer von Natalie Augsburg zum Endstand von 26:22 hatte nur noch statistischen Wert.

Stimmen zum Spiel

Heine Jensen (Leipzig): Die Stimmung war gut, es war ein sehr intensives Spiel. Am Ende hat der THC seinen breiteren Kader ausgenutzt. Wir haben dieses Jahr drei Mal gegen den THC gespielt und verloren. Den Unterschied machte am Ende Stephanie Subke.

Herbert Müller (Thüringer HC): Heute war Stephanie Subke unser Erfolg. Es war ein sehr schnelles und intensives Spiel. Ich bin auch mit 54 Minuten sehr zufrieden, aber die ersten sechs Minuten der zweiten Hälfte waren nicht in Ordnung. Wir hatten den schwersten Weg nach Göppingen. Wir mussten Leverkusen und Oldenburg ausschalten, dann war natürlich Leipzig optimale Motivation. Jetzt müssen wir uns am Finaltag wahrscheinlich gegen Buxtehude durchsetzen und haben damit eine Wiederholung des Meisterschafts-Finale.