24.04.2011 12:32 Uhr - Jugend/Juniorinnen - fcb

Deutsche Juniorinnen lösen EM-Ticket mit Kantersieg

Andreas SchwabeAndreas Schwabe
Quelle: Mike Burkhardt
Den Slowakinnen, Deutschlands letzten Gegner in der EM-Qualifikation, war anzumerken, dass sie unbedingt mit einem Sieg die Chance auf die Europameisterschaft wahren wollten. Bei Deutschlands U19-Torfrau Ann-Cathrin Giegerich war jedoch allzu oft Endstation, die Abwehr des Teams von Andreas Schwabe überzeugte und so kamen auch einige Gegenstöße zustande. Erst nach der 13:4-Führung (26.) leistete sich die stark auftrumpfende deutsche Mannschaft im Gefühl der sicheren Führung ein paar Fehler, hielt aber den Vorsprung bis zum 14:5-Pausenstand aufrecht. Nach dem Wechsel ließ die deutsche Mannschaft nicht locker und ist mit einem 35:15-Sieg für die U19-Europameisterschaft in den Niederlanden qualifiziert.

Es ging hoch her in der Startphase. Der slowakische Trainer Peter Sabadka hatte diesmal Adriana Medvedova, die bislang nur bei Strafwürfen zum Einsatz gekommen war, das Vertrauen geschenkt. Ihr Auftritt war jedoch nach knapp 100 Sekunden für´s Erste beendet, als sie von Evgenija Minevskaja einen wuchtigen Bauchschuss erhielt und durch Lucia Gubikova ersetzt werden musste. Beide Teams schrieben in diesem entscheidenden Spiel Abwehrarbeit groß, hatten aber auf der Gegenseite das Visier noch nicht korrekt justiert und so dauerte es lange, ehe der erste Treffer zu bejubeln war. Erst nach fünf Minuten traf Eva Minarcikova für die Slowakei erstmals, Minevskaja glich in ihrem vierten Versuch aus. Die Torfrauen glänzten indes.

Deutschland kam danach besser in Schwung, nach elf Minuten hatte Rechtsaußen Kaya Diehl den nötigen Raum für das 3:1. Evgenija Minevskaja voran, machten sich die deutschen Juniorinnen danach auf einen 7:2-Vorsprung (17.) herauszuwerfen. Getragen wurde die Führung weiterhin durch eine gute Abwehr, hinter der Ann-Cathrin Giegerich bereits neun Gegentreffer verhindert hatte. Peter Sabadka machte sich auf den Weg zum Zeitnehmer um eine Auszeit zu beantragen. Medvedova kam zurück und Pociskova und Kodajova sollten neue Kraft in die Offensive tragen. Allerdings gelangen Kombinationen wie über rechts, als Vargova Kodajova bediente, zu selten, meist war Deutschland eine Armlänge voraus. Minevskaja führte die Juniorinnen mit dem 11:4 (24.) weiter Richtung Europameisterschaft.

Danach durfte Stefanie Hummel ran und traf ebenso wie die gefällig aufspielende Kaya Diehl. Binnen einer Minuten wuchs die Führung auf 13:4, kurz darauf war der Zehn-Tore-Unterschied geschafft. Die Slowakinnen hatten in Giegerich ihre Meisterin gefunden und versuchten nun viel zu genaue Abschlüsse, die häufig am Gebälk landeten. Nach der ersten Halbzeit lautete das Zwischenergebnis 14:5. Giegerich verzeichnete dabei fünfzehn Ballkontakte, darunter zwei Strafwürfe. Entspannte Gesichter bei den deutschen Spielerinnen beim Gang in die Kabine, schon zur Pause war geklärt, dass das zweite EM-Ticket des Turniers entweder an Österreich oder an die Schweiz gehen würde, die im direkten Duell einen Acht-Tore-Sieg benötigen würde.

Nach dem Wechsel machte Deutschland dort weiter, wo man zuvor pausiert hatte. Kreisläuferin Stefanie Hummel steuerte drei Treffer zur 18:7-Führung (35.) und Giegerich parierte vier von sieben slowakischen Versuchen. Allerdings klappte das Umschalten auf Angriff beim Underdog nun besser und so bot das Team von Peter Sabadka den deutschen Juniorinnen nun Paroli, deren Rückzug kurzzeitig ein wenig unter dem großen Vorsprung litt. Danach ging der Zug wieder vorwärts, Alexandra Mazzucco verwertete den Gegenstoß zum 25:12 (44.). Andreas Schwabe nutzte den Vorsprung und brachte immer wieder frische Spielerinnen, neben der künftigen Leipzigerin betraten Friedrich und Hertlein das Feld, Melanie Veith rückte zwischen die Pfosten und spielte einen guten Part.

Auch Peter Sabadka hatte umgestellt, Dominika Kodajova hatte die Spielgestaltung übernommen und Alica Kostelna übernahm den Part im linken Rückraum. Allerdings kam die Slowakei weiterhin nicht ins Spiel und als Stefanie Hummel zum siebten Mal eingenetzt hatte, nahm Sabadka beim 29:14 (50.) das Time-out. Eva Minarcikova rückte an den Kreis, ehe Hummel für Deutschland die Dreißig voll machte. Bei Deutschland griff weiter ein Rädchen ins andere, die Führung näherte sich in der Schlussphase der 20-Tore-Marke, nach 56 Minuten markierte Alexandra Mazzucco den Treffer zum 34:14. Eine Überzahl konnte Deutschland danach nicht mehr nutzen, um noch weiter am Spielstand zu drehen. Nach einer starken 35:15-Vorstellung gegen schwache Slowakinnen ist Deutschland bei der U19-Europameisterschaft von 4. bis 14. August in den Niederlanden dabei.

Slowakei
Gubikova (5 P.), Medvedova (7 P.); Kovacikova 1, Rajnohova 2, Kostelna, Kisova 1, Vasilenkova Veronika, Vasilenkova Adriana 1, Pociskova 1, Kodajova 3/1, Vargova, Szücs 3, Minarcikova 2, Hvostalova 1.
Deutschland
Veith (6 P.), Giegerich (20/2 P.); Haupt 7/2, Hummel Jacqueline 1, Windisch 1, Mazzucco 3, Hummel S. 8, Stonawski, Müller, Hertlein 1, Minevskaja 9/1, Diehl 5, Friedrich.