23.04.2011 19:31 Uhr - Länderspiele - PM Verbände

Österreich feiert Kantersieg über die Schweiz

Sabrina StumvollSabrina Stumvoll
Quelle: Greven
Die Schweizer Frauen haben auch das zweite Testspiel gegen Österreich deutlich mit 24:33 verloren. Vor 350 Fans in Horw zeigten die Schweizerinnen zwei total verschiedene Gesichter. Einer schwachen ersten Halbzeit mit 7:20-Pausenrückstand folgte im zweiten Durchgang eine Reaktion und ein durchaus ansehnliches Spiel, in dem die SHV-Auswahl gute Ansätze zeigte.

Die ersten 30 Minuten in der Horwerhalle waren eine Demonstration der Stärke des österreichischen Nationalteams. Die Österreicherinnen starteten fulminant, zogen nach den ersten fünf Minuten bereits mit 5:1 davon: in der Deckung gab es kein Durchkommen für die Schweizerinnen, die Österreicherinnen standen gut und ließen den Rückraum nicht agieren. Österreich wählte eine variable Spielanlage, im Angriff trafen nicht nur die Rückraumspielerinnen, auch das Anspiel an den Kreis funktionierte und Sabrina Stumvoll erzielt alleine in den ersten sieben Minuten vier Treffer. Die SHV-Auswahl lag nach zehn Minuten bereits hoffnungslos mit 1:9 zurück. Die Österreicherinnen traten äußerst konsequent auf, verteidigten stark und ließen das Heimteam zu keiner Zeit ins Spiel kommen. Die Schweizerinnen fanden in der Offensive keine Lösung, blieben mit ihren Distanzwürfen wirkungslos und kamen in der Deckung stets einen Schritt zu spät.

Überzeugend präsentierte sich wie schon gestern die ÖHB-Torfrau Petra Blazek, der bis zur Pause zwölf Paraden gelangen. Teamchef Herbert Müller hatte wie bereits gestern die Gelegenheit, alle Spielerinnen einzusetzen und viele Spielvarianten auszuprobieren - ein Konzept, das gegen die Schweiz heute zu 100 Prozent aufging: nach 20 Spielminuten hatten die Österreicherinnen bereits einen 15:3-Vorsprung herausgespielt. Im Tor der Österreicherinnen erwies sich nach 20 Minuten auch Julia Hämmerle als starker Rückhalt. Das 7:20 zur Pause entsprach trotz der Höhe dem Gezeigten auf dem Feld – und ließ nicht viel Gutes am Auftritt der Schweizerinnen.

Glücklicherweise ist es oft vor allem der letzte Eindruck, der haften bleibt. Und der war im Fall der Schweizerinnen mit einer viel besseren zweiten Halbzeit als positiv zu bezeichnen. Die Österreicherinnen waren nicht mehr ganz so konsequent wie zuvor, während die Schweizerinnen eine Reaktion zeigten. Die Schweizerinnen fanden nach der schlechten ersten Hälfte viel besser ins Spiel, konnten alleine in den ersten fünf Minuten gleich vier Treffer aufholen. Durch viel mehr Dynamik schufen sich die Eidgenossinnen in der Offensive zahlreiche Möglichkeiten und weil die nun agile und wache Deckung viel besser funktionierte, stand es nach 44 Minuten nur noch 17:23. Die Angelegenheit sah plötzlich wieder viel freundlicher aus.

SHV-Trainerin Marta Bon, die insgesamt 17 Spielerinnen einsetzte und das Testspiel erneut für zahlreiche Experimente nutzte, schien im zweiten Durchgang eine gewisse Konstante im Team gefunden zu haben. Erfreulich waren dabei unter anderem die Auftritte der jungen Torfrau Chantal Hammans (11 Paraden), die aktive Deckungsarbeit von Seline Ineichen oder auch der unermüdliche Einsatz von Ariane Geissmann, die aus fünf Versuchen vier Treffer realisierte. Erst ab Mitte der zweiten Halbzeit fand das ÖHB-Team wieder zu seiner Form zurück: Gabriela Rotis Nagy war im Angriff erfolgreich, im Tor parierte Natascha Schilk und nach knapp 50 Spielminuten hatte Österreich wieder einen 10-Tore-Vorsprung herausgespielt. Auch wenn die Schweizerinnen insgesamt anerkennen mussten, dass zwischen ihnen und der ÖHB-Auswahl noch eine ganze Welt liegt, stimmte der Auftritt in der zweiten Halbzeit für kommende Aufgaben dennoch einigermaßen zuversichtlich.

ÖHB-Teamchef Herbert Müller: "Ich bin mit dem Spiel wirklich sehr zufrieden. Was die Mädchen in der ersten Halbzeit gespielt haben, sollte natürlich die Messlatte für unsere nächsten Spiele sein. Ich habe auch heute wieder alle Spielerinnen einsetzen können. Natürlich ist es verständlich, dass die Konzentration ein wenig nachlässt, wenn man nach der ersten Halbzeit bereits mit plus 13 führt, aber genau daran sollten wir noch arbeiten, denn gegen eine stärkere Nation als die Schweiz könnte so etwas auch ins Auge gehen. Ich bin aber mit der gesamten Woche sehr zufrieden, die Mädels haben konzentriert gearbeitet, das stimmt mich für die EM-Qualifikation ab Herbst zuversichtlich. Jetzt fiebern wir der Auslosung am Mittwoch entgegen und hoffen auf eine attraktive, aber machbare Gruppe."

Schweiz – Österreich 24:33 (7:20)

Schweiz: Huber/Hammans (10. bis 52.);
Wälti, Ganz (4/1), Geissmann (4), Bosshart, Leuppi (1), Mustafoska (1/1), Weigelt (4), Willimann, Wenger, Dinkel (6), Haag (3), Ineichen, Dolder (1), Marty, Sidorowicz

Österreich: Blazek/Hämmerle (21. bis 30.)/Schilk (ab 44.);
Bösch, Scheffknecht, Dedic (3), Magelinskas (3), Doppler, Nina Stumvoll, Sabrina Stumvoll (4), Plach (5), Grausenburger (1), Engel (7/2), Rotis Nagy (5), Acimovic (5)

Strafminuten: 6/4 Siebenmeter: 2/5 ; 2/2
Zuschauer: 350
Schiedsrichter: Brunner/Salah (SUI)

Torfolge: 1:0, 1:9 (10.), 2:9, 2:12, 3:12, 3:16 (22.), 4:17, 5:18, 6:19, 7:20; 7:21, 10:21, 10:22, 12:22, 12:23, 17:23 (44.), 17:26, 19:26, 19:29, 20:30, 22:30, 23:31, 24:32, 24:33