18.04.2011 19:32 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Harry Traubenkraut - Rhein-Zeitung

Abschied in Weibern mit Unentschieden

Elisabeth HerbstElisabeth Herbst
Quelle: Andreas Walz
In der 2. Handball-Bundesliga der Frauen hat sich der TuS Weibern mit einem 27:27 (11:15)-Remis gegen Borussia Dortmund aus der Saison verabschiedet. Auch sonst stand die Begegnung ganz im Zeichen des Abschieds, nachdem eine Reihe von Spielerinnen am Samstagabend Ade sagten.

Fast schien es, als hätten die TuS-Handballerinnen bewusst am Drehbuch für den Saisonausklang mitgeschrieben, denn sie ließen nichts aus um ihren Fans nochmals all das zu bieten, was Handballsport ausmacht. Als hätten dies auch die Zuschauer vorausgeahnt, war die Tribüne der Robert-Wolff-Halle diesmal komplett gefüllt und damit ein würdiger Rahmen für langjährigen Weiberner Protagonist(inn)en bei deren Abschiedsspiel gebildete.

Alle gemeinsam erlebten dann einen Spielverlauf der mal wieder einer Berg- und Talfahrt glich. Da kam die letztmals von Jan Reuland geführte Mannschaft zunächst besser ins Spiel und zog von 3:3 auf 7:3 und 9:5 davon. Doch - wie häufig im Handball - wendete sich das Blatt und dem BvB gelang bis zum 11:11nicht nur der Ausgleich, sondern mit weiteren vier Treffern in Folge 15:11-Pausenführung.

Wer dann aber nach 46 Minuten beim 18:24 aus Sicht der Gastgeber auf diese keinen Pfifferling mehr gegeben hätte, kennt die Stärken des Eifelclubs nicht. "Es heißt nicht umsonst Eifelpower. Meine Mädels haben nochmals ihre Grundtugenden gezeigt. Das zeichnet diese Truppe eben aus", befand später Jan Reuland, der zusammen mit den gut 380 Zuschauern mal wieder eine furiose Aufholjagd der eigenen Mannschaft erleben durfte.

Sechs Treffer in Folge gelangen den TuS-Handballerinnen; sicher auch deshalb, weil Torfrau Lisi Herbst in der Schlussphase der Begegnung ein glänzendes Comeback feierte bei dem sie schier unüberwindlich schien und Nadja Zimmermann ebenfalls glänzend aufgelegt war. Ab dem 24:24 war der Spannungsbogen dann Handball- und Weiberntypisch. Führung für Dortmund; postwendender Ausgleich durch Weibern.

Die Gastgeberinnen trieben dieses "Spielchen" dann auf die Spitze, als sie 14 Sekunden vor Spielende das 26:27 kassierten. Sofort widerlegten sie nämlich sämtliche Skeptiker, denn Vivi Kazaki gelang tatsächlich nur sieben Sekunden später der viel umjubelte Ausgleich. Zu diesem Zeitpunkt aber waren wohl die meisten bereits mit den Gedanken beim Abschied nehmen.

Bis auf Reuland, der bereits vorher „Haltung“ angekündigt hatte, wurde es ein tränenreicher Abgang, der mehr als bewegend war. Insbesondere Simone Salz, die für ihre langjährigen Weggefährtinnen Inga Etheber und Eva Frank die Laudatio hielt, musste dabei durch den Beifall des TuS-Anhangs gestützt werden. Doch Weibern wäre ebenfalls nicht Weibern; wären die Tränen bei der ausgelassen Abschlussfeier nicht getrocknet worden. "Es hat einfach alles gepasst. Zusammen mit der Feier, war es ein Finale, wie man es sich nur wünschen kann", wurde da selbst Reuland am Sonntagmittag ein klein wenig melancholisch.