16.04.2011 08:00 Uhr - 2. Bundesliga Süd - htr

Weibern: Abschied von Reuland und Etheber gegen Dortmund

In der 2. Frauen-Handball-Bundesliga erwarten die Damen des TuS Weibern zum Saisonabschluss am Samstag um 19.00 Uhr Borussia Dortmund. Dabei heißt es Abschied von einigen altbekannten Gesichtern nehmen.

Für TuS-Trainer Jan Reuland und Mannschaftsführerin Inga Etheber wird die Partie zum Schlussakkord in Sachen Zweitligahandball und damit sicher ein emotional besonderes Spiel, auch wenn Reuland "kein Typ für Sentimentalitäten ist" und deshalb versucht, betont sachlich an sein letztes Spiel zu gehen. "Ich werde sicher keine Tränen verdrücken, sondern lieber die gemeinsame Feier mit unseren Fans genießen, aber meine Gefühle sind zwiespältig. Einerseits freue ich mich jetzt erst mal auf das Mehr an Freizeit, aber hoffentlich geht es mir nicht wie manchem Pensionär, der sich dann anschließend langweilt", so der (Noch)-TuS-Trainer. "Ganz weg" ist Reuland eigenem Bekunden nach ohnehin nicht, denn er will die TuS-Juniorinnen durch Einzeltraining fördern und auch ansonsten mit Rat und Tat zur Seite stehen. "Ich helfe gerne, wenn das gewünscht ist, aber einen Hut als Verantwortlicher in irgendeiner Funktion ziehe ich mir nicht mehr an".

Ob bei Inga Etheber Tränen fließen, wird sich zeigen. Ihr Kommentar im Hallenheft zum BvB-Spiel fällt zumindest etwas sentimentaler aus. "Ich bin mit 18 zum TuS gekommen und verlasse ihn nun mit fast 30. Diese zwölf Jahre haben mich mit der Eifelregion an sich – aber noch mehr mit deren Menschen verbunden. Die erlebte Herzlichkeit und Unterstützung, aber auch die ungeschminkte Kritik haben mich nicht nur als Handballerin geprägt und ich bin stolz, als Weiberner Urgestein zu gelten." Reuland und Etheber wollen nun nochmals gemeinsam den Tabellennachbarn aus dem Ruhrgebiet (Tabellensiebter, 21:17 Punkte) besiegen, um den eigenen sechsten Rang zu sichern, oder bei einer Zwickauer Niederlage gegen die SG Bensheim noch am punktgleichen Sachsenteam (23:15) vorbei zu ziehen.

Ein solcher Sieg wäre sicher die ideale Grundlage für die folgende Abschlussfeier, bei der die Vulkan-Ladies sich mit einer großen Verlosung und Freigetränken für die ungebrochen große Unterstützung ihrer Anhänger in dieser Saison bedanken wollen. Ob zuvor in der Pressekonferenz die Frage nach Reulands Nachfolger beantwortet wird, bleibt abzuwarten. Manfred Sattler, der Vorsitzende des Wirtschaftsrats der Vulkan-Ladies und gleichzeitig einer der Garanten für den Bundesligahandball in Weibern, sagt dazu im Vorfeld: "Jan hat uns schon zwei Monaten über seinen Wunsch das Traineramt nieder zu legen informiert". Der Vereinsvorstand und der Wirtschaftsrat haben dann sogar mit Reuland gemeinsam einem Nachfolger gesucht und wurden laut Sattler schnell fündig. "Wir sind uns sicher, eine gute und professionelle Lösung gefunden zu haben, die deutlich macht, dass wir es mit der Zukunft des Damenhandballs in Weibern ernst meinen. Leider können wir aber die Katze noch nicht aus dem Sack lassen, da wir auf Bitte unseres Wunschkandidaten die Vereinbarung getroffen haben, dies erst Ende April öffentlich zu machen. In der neuen Konstellation haben wir uns sogar das Ziel gesetzt, kurzfristig wieder an der Tür zur 1. Liga zu klopfen und wir hoffen, dass wir diese auch aufstoßen können", wirbt Sattler um die Geduld und einen Vertrauensvorschuss der TuS-Anhänger.

Wie ernst es den Weiberner Vulkanladies mit hohen Ambitionen in der neuen, eingleisigen 2. Bundesliga ist scheint sich bereits am ersten Neuzugang größeren Kalibers festmachen zu können. Mit Antonia Pütz stößt eine Rückraumspielerin vom Erstligisten MJC Trier zum TuS. Die 23-Jährige, 1,74m große Spielmacherin der Trierer Miezen gehörte dem Kader des rheinland-pfälzischen Rivalen seit der C-Jugend (1999) an und sucht nun eine neue Herausforderung, nachdem sie in Trier – auch aufgrund von Verletzungen – bislang stets um einen Stammplatz kämpfte. "Toni wird mit ihrer Erfahrung aus der ersten Liga sicher eine Bereicherung für Weibern sein", glaubt Weiberns scheidender Trainer Jan Reuland. Die Vulkan-Ladies befinden sich zudem noch in aussichtsreichen Verhandlungen mit weiteren Neuzugängen.



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