02.03.2006 14:20 Uhr - 1. Bundesliga - PM HC Leipzig

Leipzigerin Katrine Fruelund kehrt nach Dänemark zurück

Katrine FruelundKatrine Fruelund
Quelle: Heiner Lehmann/www.sportseye.de
Es wurde lange darüber spekuliert, seit heute ist die Entscheidung von Katrine Fruelund (27) definitiv, daß sie nach Beendigung dieser Saison in ihre Heimat zurückkehren wird. Zu dieser Entscheidung haben aber andere Gründe als der Handball geführt, die Olympiasiegerin will in der kommenden Spielzeit näher bei ihrer erkrankten Mutter sein und wird daher zu ihrem Heimverein Randers HK zurückwechseln.

"Das war für mich eine meiner schwersten Entscheidungen und sie hat mit Handball nichts zu tun. Meine Mutter hat Ende Dezember die niederschmetternde Nachricht bekommen, daß sie an Leukämie erkrankt ist. So eine Nachricht verändert alles im Leben und es tritt alles außer der Gesundheit in den Hintergrund. Wir haben wirklich alles versucht, sie war sogar mit Hilfe des HCL hier in Leipzig bei Prof. Niederwieser an der Uniklinik, der ja einer der größten Spezialisten auf diesem Gebiet ist. Die Diagnose wurde auch hier bestätigt. Ich denke es versteht jeder, daß ich in diesem Fall einfach zu Hause sein muß.

Ich wäre gern in Leipzig geblieben, denn es passt hier eigentlich alles. Der HCL ist einer der bestorganisierten und professionellsten Vereine, die ich kennen gelernt habe. Mit Morten Arvidsson kommt auch ein super Trainer hierher, bei dem ich schon trainiert habe, der den eingeschlagenen Weg Handball zu spielen fortsetzen wird. Für die Mannschaft ist es eine tolle Sache, bei so einem Trainer trainieren zu können. Aber wie schon gesagt, ich kann in dieser schwierigen Situation einfach keine andere Entscheidung treffen.

Ich hatte Angebote von vielen Vereinen in Dänemark, aber diese spielten für mich überhaupt keine Rolle. Es gibt für mich nur die Möglichkeit in Randers zu spielen, denn da kann ich bei meiner Mutter sein. Ich werde das einmalige Flair der Stadt Leipzig, den HCL und sein tolles Publikum vermissen und immer in sehr guter Erinnerung behalten. Zurückblickend würde ich die Entscheidung pro Leipzig und Deutschland immer wieder genauso treffen. Ich werde alles geben was ich kann, daß wir mindestens einen Titel in dieser Saison nach Leipzig holen. Die Stadt, der Verein, das Team und die Fans haben das verdient", so Katrine Fruelund.

Der neue HCL-Trainer Morten Arvidsson zu der Entscheidung von Katrine: "Wir können die Entscheidung sehr gut nachvollziehen, denn jeder hätte so entschieden. Es gibt nicht viele Persönlichkeiten wie Katrine Fruelund im Welthandball und so eine Spielerin steht jedem Team der Welt gut zu Gesicht. Aber damit müssen und werden wir leben. Wir sind aber bereits in sehr guten Gesprächen mit einigen Kandidatinnen, die unser Team in der nächsten Saison verstärken werden. Ich bin mir sicher, daß wir auch in Zukunft eine tolle Mannschaft hier in Leipzig haben werden."

"Ich kann gar nicht mal sagen, daß wir enttäuscht sind. Wir haben volles Verständnis für den Schritt. Katrine hat in dieser Saison in Leipzig wirklich eine Menge eingebracht und wir sind eher stolz, daß sie bei uns war. Sie ist einfach ein toller Mensch und eine super Handballerin und wir wünschen ihr alles erdenklich Gute", kommentierte HCL-Manager Kay-Sven Hähner.