15.03.2011 09:20 Uhr - Primo Tours Dameligaen Dänemark - Christian Stein - handball-world.com

Personalie mit höchster Priorität - Holstebro verpflichtet Anna Loerper

Seitenwechsel: Anna Loerper ersetzt im Sommer Nycke Groot (17)Seitenwechsel: Anna Loerper ersetzt im Sommer Nycke Groot (17)
Quelle: Heinz Zaunbrecher
Der Abschied aus Leverkusen stand schon längere Zeit fest. Nun sind die Würfel hinsichtlich des neuen Vereins gefallen. Am vergangenen Wochenende unterschrieb Nationalspielerin Anna Loerper einen Zwei-Jahres-Vertrag beim dänischen Erstligisten Team Tvis Holstebro. Groß geworden bei der VT Kempen, schloss sich Loerper nach der Jugend Bayer Leverkusen an und wurde schnell Stammkraft im Team von Renate Wolf. Loerper gewann mit den Elfen den 2005 den Challenge-Cup und im Vorjahr den DHB-Pokal. In dieser Spielzeit erzielte die quirlige Spielmacherin in 17 Ligaspielen 88 Treffer.

"Wichtig war für mich, dass der Spielstil zu mir perfekt passt. Ich mag das schnelle Spiel und die Spielanlage des Teams steht dafür. Zudem kann ich mich in Holstebro noch weiter entwickeln und mithelfen, dass der Verein seine Ziele erreichen kann", so Loerper, die im EHF-Pokal gegen die Däninnen unterlegen war. "Nach meinen ersten Eindrücken kann ich sagen, dass Holstebro ein sehr professioneller Verein ist, der sich weiterhin entwickeln will. Die Entwicklung zeigt deutlich nach oben, sie haben eine neue Arena gebaut, die nur für den Handball errichtet wurde und auch die restlichen Rahmenbedingungen sind sehr gut", erklärte die WM-Dritte von 2007 weiter.

"Ich habe eine neue Herausforderung gesucht und möchte mich handballerisch individuell, aber auch als Persönlichkeit weiter entwickeln. Daher nun auch der Schritt ins Ausland. Nach Abschluss meines Studiums kann ich mich dann nur auf den Handball konzentrieren und die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit erreichen", so die 137-fache Nationalspielerin, die weiter ausführt: "Ich werde nun anfangen dänisch zu lernen. Es wird hart für mich sein nun umzuziehen nachdem ich acht schöne Jahre in Leverkusen hatte. Vor allem der Abschied von meinen Freunden und meiner Familie wird mir sehr schwer fallen. Aber ich bin bereit und werde alles tun, was nötig ist", so Loerper zu ihrem Engagement beim diesjährigen Pokalfinalisten.

"Mit dem Abschied von Nycke Groot war es uns wichtig eine Spielerin zu finden, die technisch versiert ist und zu unserem Tempospiel passt. Diese Personalie hatte höchste Priorität und wir haben sie bestmöglich besetzen können", erklärte Trainer Niels Agesen, der die Vorzüge Loerpers kennt. "Sie ist stark im Eins-gegen-Eins und es ist wichtig Spieler mit solch einer Erfahrung im Team zu haben. Wir sind ein Ausbildungsverein und deshalb ist es wichtig Spieler auf jedem Level zu haben, damit sich alle verbessern können."

Das Gerüst bei Holstebro nimmt immer klarere Formen an. Auf der linken Außenbahn verlängerte die dänische Nationalspielerin Ann Grete Nørgaard ihren Vertrag ebenfalls für zwei weitere Jahre. "Meine Ansprüche sind klar. Ich erwarte, dass wir auch nächste Saison in den Play-offs spielen", so Nørgaard. Auch die starke Kreisläuferin Mette Gravholt, die eigentlich zurück nach Kopenhagen ziehen wollte, wird nun bei Holstebro bleiben. "Meine Ziele, die ich erreichen möchte, sind noch nicht erreicht. Ich träume davon irgendwann auch mal für die dänische Nationalmannschaft zu spielen und ich werde alles tun, damit dieser Traum in Erfüllung geht, so Gravholt, hinter der mit Kathrine Heindahl ein 18-jähriges Talent vom HC Odense aufgebaut werden soll und Hanne Nielsen ersetzt.

Mit Marianne Lundsby kommt zudem eine Torhüterin vom Zweitligisten Skive HK, die den Abgang von Monika Kongsgaard zum SK Aarhus kompensiert und künftig zweite Keeperin hinter Nationaltorhüterin Sandra Toft ist. Darüber hinaus werden die Ergänzungsspielerinnen Karina Pedersen, Mette Jensen und Tove Seest den Klub verlassen. "Wir geben nur das Geld aus, das wir haben", hatte Delegationsleiter Poul Madsbjerg am Rande der Europapokalpartien im November erklärt. Zuletzt stellte auch eine wissenschaftliche Expertise fest, dass Randers und Holstebro über die ökonomisch besten Bedingungen verfügen.