11.03.2011 16:51 Uhr - EHF-Pokal - PM Oldenburg

Oldenburg mit Sorgen und Zuversicht nach Vejen

Maida Arslanagic schaltete mit Vejen im Vorjahr den vfL ausMaida Arslanagic schaltete mit Vejen im Vorjahr den vfL aus
Quelle: Hermann Jack
Die ebenso bittere wie harte und deutliche Niederlage im DHB-Pokal am Dienstag gegen den Thüringer HC drückt auf die Stimmung, doch auch Zuversicht begleitet die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg auf ihrem Weg nach Dänemark. Bei KIF Vejen will der VfL am morgigen Samstag die erste Etappe auf dem Weg ins EHF-Pokal-Halbfinale gestalten.

Die Experten sich sich einig: Der VfL geht keineswegs als Außenseiter in die beiden Spiele gegen den Tabellenvierten der vermutlich stärksten Liga der Welt. "Ich sehe Oldenburg sogar als leichten Favoriten an", sagt beispielsweise Steffi Melbeck, Handballerin in Diensten des Buxtehuder SV und noch vergangene Saison eine der Leistungsträgerinnen bei KIF. Vor knapp einem Jahr hatte Melbeck noch großen Anteil am Weiterkommen ihres damaligen Teams gegen den VfL im Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger. Vejen gewann damals in Oldenburg mit 25:17 und konnte sich im Heimspiel eine Woche später eine 22:25-Niederlage erlauben. Im Finale scheiterte KIF an Buducnost Podgorica aus Montenegro. "Wenn die Oldenburgerinnen dieses Mal besser werfen", sagt Melbeck, "kommen sie weiter". Knackpunkt könnte dabei das Wurfverhalten gegen die zum wiederholten Male reaktivierte Rikke Schmidt sein. Mit ihren Paraden hatte die 36-Jährige den Oldenburgerinnen vor allem im Hinspiel den Zahn gezogen.

Doch seitdem habe der VfL, sagen Melbeck und Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki, einen Qualitätssprung vollzogen. "Wir sind besser geworden", meint Krowicki auch angesichts von nur zwei Niederlagen in den 14 zurückliegenden Pflichtspielen seit Ende Dezember. Gleichwohl weiß der Trainer um die Klasse beim Gegner, von dessen Rückraum mit den Nationalspielerinnen Maura Visser (Niederlande, Mitte), Ida Björndalen (Norwegen, rechts) und Maida Arslanagic (Kroatien, links) massive Gefahr ausgehen wird. Alle drei waren schon 2010 mit dabei. "Gegen Vejen müssen wir wieder die Initiative übernehmen. Gegen Thüringen ist uns das überhaupt nicht gelungen, doch gegen gute Mannschaften haben wir sonst keine Chance. Wir müssen die Kurve kriegen", sagt Krowicki.

Vejen spielt in der heimischen Liga eine gute Saison und wird die Hauptrunde aller Wahrscheinlichkeit nach als Tabellenvierter abschließen. Am Mittwoch setzte sich die Mannschaft der Trainer Lars Frederiksen (seit 2007) und Bilal Suman (seit 2006) im vorletzten Punktspiel mit 24:22 gegen Odense HC durch. In einer der beiden Playoff-Gruppen spielt Vejen dann wohl gegen den Ersten Randers HK und den Tabellensechsten Tvis Holstebro, die beide auf dem internationalen Parkett auf Bayer Leverkusen getroffen sind.

In den beiden vorherigen Europapokal-Runden schalteten die Däninnen Bundesligist FA Göppingen ohne Probleme aus (38:18, 39:27), im Achtelfinale folgten zwei klare Siege über den niederländischen Meister VOC Amsterdam (37:22, 28:24). Zu Beginn der Europapokal-Saison scheiterte KIF im Qualifikationsturnier zur Champions League, verlor dort u.a. gegen den serbischen Meister RK Zajecar mit 29:30. Zajecar kassierte bekanntlich im EHF-Pokal-Achtelfinale zwei überdeutliche Niederlagen gegen den VfL: 25:42 in Oldenburg und 31:39 im Heimspiel.