06.03.2011 17:32 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Frankfurt zerlegt Göppingen im Endspurt und bucht Playoff-Ticket

Franziska Mietzner buchte mit dem FHC das Playoff-TicketFranziska Mietzner buchte mit dem FHC das Playoff-Ticket
Quelle: Stephan Weber
Vor 800 Zuschauern kam Göppingen aufgrund diverser vergebener Möglichkeiten gegen den FHC Frankfurt / Oder nicht richtig in Tritt. Schnell hatten die Gäste einen Vorsprung herausgeworfen, ließen die Gastgeberinnen aber wegen eigener Fehler weiter mitspielen. Gubernatis und Hering eroberten die Führung vor der Pause (15:18) zurück. Nach Wiederanpfiff machten die Frankfurterinnen dann kurzen Prozess mit dem Gastgeber und erhöhten schnell auf 15:23 (35.). Frankfurt spielte geschickter, erkämpfte unter anderem acht Strafwürfe, wehrte auch den 24:28-Angriff Göppingens ab und siegte in der Fremde letztlich überlegen mit 37:28. Mietzner (10/3), Hering (7/2) und Gubernatis (9) waren die Sieggaranten für den FHC, der damit als siebter Verein die Teilnahme an der Meisterschaftsendrunde sicherstellte. Göppingen, das mit dem Lokalrivalen Sindelfingen um den letzten Platz streitet, hatte in Vojtiskova, Herr (je 7), Dinkel (6), Karolius (5) die besten Werferinnen.

Vorhersehbare Abschlüsse der Göppingerinnen nutzte der FHC Frankfurt / Oder in Schwaben zu einer schnellen 3:1-Führung. Bei den Gastgeberinnen strahlte derweil lediglich Spielmacherin Anita Herr Torgefahr aus, die anderen scheiterten beim Versuch zum 3:3 gleich reihenweise an Melanie Herrmann im FHC-Kasten. Friederike Gubernatis machte es besser und hielt den Zwei-Tore-Vorsprung aufrecht. In Überzahl, FHC-Spielerin Christine Beier musste nach einem Foul an Vojtiskova auf die Sünderbank, benötigte Göppingen vier Versuche für den 4:5-Anschlusstreffer, Frances Günthel traf schließlich. In puncto Chancenverwertung war Göppingen unterlegen, blieb aber, auch aufgrund einiger Unsicherheiten bei den Gästen, in der Partie. Vojtiskova gelang das 6:6 (11.).

FHC-Trainer Dietmar Schmidt hatte Franziska Mietzner eine Pause gegeben, Jessy Kramer hatte die Königsposition eingenommen. Der Torfluss bei den Gästen geriet bedenklich ins Stocken, zudem konnte Göppingens Schlussfrau Charlotte Schumacher einige Würfe parieren. So konnte Vojtiskova ihre Farben beim 8:7 erstmals in Vorlage bringen. Göppingen spielte nun beweglicher, auf den letzten Metern vor dem Abschluss mangelte es aber, genauso wie beim Gast, an Konzentration. Früh verlor der FHC dabei nach der zweiten Zeitstrafe gegen Beier eine Alternative in der Deckung, zudem musste sich Jessy Kramer nach einem Foul an der rechten Schulter behandeln lassen. Kramer musste von der Bank aus zusehen. Die Königsposition des FHC blieb derweil marginal.

Das Niveau der Partie hatte abgenommen, zäh wogte das Kräftemessen hin und her, wobei Göppingen hinten aggressiver zupackte. Der Treffer von Kira Eickhoff zum 9:9 (18.), die ihre Gegenspielerin Frances Günthel auf dem rechten Flügel austanzte, war einer der raren spielerischen Höhepunkte. Aufgrund solcher Nadelstiche gelang es Göppingen nicht die Führung zu verteidigen. Mandy Hering nutzte zwei Strafwürfe und brachte die Ostbrandenburgerinnen fünf Minuten vor der Pause wieder in Front. Immer wieder nutzten die Gäste Siebenmeter, es war bereits der vierte, ehe Göppingen nun den ersten zugesprochen bekam. Frankfurt spielte geschickter und wusste zudem Rückhalt Herrmann hinter sich. Mietzner setzte einen Doppelschlag zur 16:14-Führung (28.).

Acht Tore hatte der FHC binnen acht Minuten geworfen und die gute Phase der Gastgeberinnen neutralisiert, deren Spielfluss wieder eingebrochen war. Dennoch war es Dietmar Schmidt, der 20 Sekunden vor der Pausensirene, Göppingen hatte erneut verworfen, eine Auszeit nahm. Seine beste Spielerin, Friederike Gubernatis, sollte danach voller Elan einen weiteren Treffer zu setzen, es war bereits ihr fünfter. Göppingen gelang vor der Sirene nichts mehr, es blieb beim 15:18-Pausenstand. Der FHC wollte diesen Schwung in die zweite Halbzeit retten, ein Ballgewinn gelang, Mietzner traf zum sechsten Mal. Mandy Hering setzte mit ihrem siebten Treffer nach und schickte zudem Anita Herr auf die Sünderbank. Göppingen wirkte nach diesem schnellen Doppelschlag geknickt, weitere Gegentreffer zum 15:23 folgten.

Nach 35 Minuten war das Duell also, nach aller Voraussicht, zugunsten des Tabellensiebten entschieden. Der FHC feierte ein Schützenfest, fast jede Spielerin durfte sich beim Torwurf versuchen. Jessy Kramer konnte inzwischen wieder mitwirken, lief einen Gegenstoß von Vojtiskova ab und stibitzte ihr Sekunden später den Ball. Aleksandar Knezevic zog das letzte Register und schickte die angeschlagene Julia Schulz zwischen die Pfosten. Mit ihren Emotionen und Paraden kehrte etwas Aufmerksamkeit in das Göppinger Aufbauspiel ein, Herr, Dinkel und Karolius trafen nach Spielzügen und begrenzten den Rückstand beim 20:26 (45.) auf sechs Tore. Frankfurt nutzte weiter clever die Linie der Schiedsrichter und hielt sich mit Strafwürfen schadlos. Mietzner verwandelte den siebten zum 22:28 (49.).

Zwei Göppinger Treffer später war dennoch die FHC-Auszeit fällig, auf 24:28 hatte Göppingen aufgeholt. Kurz darauf schmolz der Rückstand beinahe auf drei Tore, doch Herr setzte acht Minuten vor Spielende einen Strafwurf an die Latte. Offenbar war dies für Frankfurt das Signal zum Endspurt. Unvermittelt deckten die Gäste wieder aggressiver, ein Schlag nahm Anita Herr die Luft zum Atmen. Weiterhin pflasterten Strafwürfe und Gegenstöße den Weg zum Sieg, Mietzner und Beier schnürten den Sack mit dem 27:34 (56.) zu. Göppingen bewies nochmals Moral, insgesamt sieben Zeitstrafen waren aber letztlich der Hypotheken zu viel um um den Sieg mitzureden. In den letzten zehn Minuten gelangen nur noch drei Tore, während Frankfurt mit acht Treffern auf 28:37 entschwand.

Stimmen zum Spiel

Dietmar Schmidt
Ich gratuliere natürlich zunächst meiner Mannschaft, wie haben heute die Play-offs klar gemacht. Heute hat der läuferische Vorteil den Ausschlag gegeben und hatten auch mehr Alternativen. Wir haben in der Deckung sehr viel Laufarbeit gezeigt und damit die Grundlage zu diesem hohen Sieg gelegt. Wir können in den Play-offs noch vier Punkte holen, mit den Leistungen gegen den THC und in Sindelfingen können wir optimistisch in Play-offs gehen. Auch für das Pokal-Viertelfinale sind wir optimistisch, bei dem Ligasieg dort waren einige Spieler nicht dabei. Wenn alles läuft, wäre es super, wenn wir beim Final Four hier sind. Es ist etwas schlecht, dass von uns wahrscheinlich nur etwas fünfzig Fans hierher kommen würden, aber ich hoffe, dass es ein Handballfest wird.

Aleksandar Knezevic
Wir haben mit großem Risiko gespielt, hatten viele Verletzte und konnten nicht richtig trainieren. Die Voraussetzungen waren schlecht. Trotzdem bin ich enttäuscht von unserer Leistung, die 3:2:1 hat nicht funktioniert und die 6:0 war nur wenig besser. Zudem haben wir Probleme in der Offensive gehabt. Mein Ziel war die Playoffs zu spielen, aber zu allererst war es der Klassenerhalt. Wir müssen weiterkämpfen, wir haben die Pflicht gute Leistungen zu zeigen.