04.03.2011 12:55 Uhr - 1. Bundesliga - dpa, PM THC

THC gegen Bietigheim siegessicher, aber Neuzugänge künftig keine "Kracher"

Rückenprobleme: Pearl van der WisselRückenprobleme: Pearl van der Wissel
Quelle: Mario Gentzel
Wenn der Thüringer HC am 20. Spieltag der Hauptrunde seiner klaren Favoritenrolle gerecht wird und den 18. Saisonsieg einfährt, sind zwei Entscheidungen gefallen. Die Gäste von der SG BBM Bietigheim stünden nach einjährigem Gastspiel als erster Absteiger fest, der THC wäre nicht mehr von Rang eins der Hauptrunde zu verdrängen. «Es ist überhaupt keine Frage, dass wir das Heimspiel gegen Schlusslicht Bietigheim gewinnen werden. Es geht nur darum, wie hoch der Sieg ausfallen wird», sagte am Donnerstag der siegessichere Cheftrainer Herbert Müller.

Herbert Müller schwärmt noch immer vom Spiel in Leverkusen: "Dieses souveräne und abgeklärte Auftreten der Mannschaft war herausragend. Der Sieg war hochverdient und ich hatte nie das Gefühl, dass was anbrennt. Vor allem die Geschlossenheit des Teams war eindrucksvoll."

Bietigheim kommt als Schlusslicht nach Bad Langensalza. Die Mannschaft der SG BBM schaffte überraschend den Durchmarsch von der Regionalliga in die Bundesliga. Doch nur drei Zähler konnten bislang eingefahren werden und so scheint der Weg zurück in die zweite Liga zu gehen. Trainer Herbert Müller erwartet trotzdem ein interessantes Spiel: "Ich denke, dass die Partie sehr torreich ausgehen wird. Bietigheim spielt ohne Druck befreit auf und hat in den letzten Partien die Deckung etwas vernachlässigt." In diesen Spielen verlor Bietigheim zwar, konnte aber beim 35:40 gegen Leverkusen den Favoriten ärgern, beim 33:48 in Blomberg gab es einen neuen Bundesliga-Rekord. 81 Tore fielen zuvor in noch keinem Erstliga-Spiel der Frauen. "Wir dürfen den Gegner nicht unterschätzen, aber alles andere als ein klarer Sieg dürfte nicht zur Debatte stehen. Wir wollen viel wechseln und allen Spielerinnen längere Einsatzchancen einräumen. Die Stammsieben wird jedoch beginnen."

Ein Wiedersehen wird es mit Rechtsaußen Tina Michel geben. Die gebürtige Suhlerin kam 2004 zum THC, durchlief die B-Jugend, wurde deutscher Meister, deutscher Vizemeister und spielte in der Zweiten in der Regionalliga. 2008 ging ihr Weg dann ins Süddeutsche - heute wird sie an ihrer alten Wirkungsstätte wieder auflaufen. Für das THC-Trainerteam gibt es mit Beate Scheffknecht und Franziska Beck ein Wiedersehen mit ehemaligen Spielerinnen aus Nürnberger Zeiten. "Franzi Beck wäre ohne ihre unzähligen Verletzungen die beste Außen geworden, die Deutschland je gesehen hat.", so Müller. Neben Scheffknecht gehört auch Torhüterin Natascha Schilk zum Team der österreichischen Nationalmannschaft. Auch Sara Walzik, die eigentlich im Sommer zum THC wechselte, dann aber um Vertragsauflösung bat und sich Bietigheim anschloss, kehrt nach Thüringen zurück.

Beim THC-Team gibt es einige angeschlagene Spielerinnen mit grippalen Symptomen und muskulären Problemen. Am Schlimmsten sieht es bei Pearl van der Wissel aus. Sie plagt sich mit Rückenproblemen herum. Gleichzeitig kündigte Müller an, dass es für die kommende Spielzeit keine hochkarätigen Zugänge geben wird. «Wir werden die eine oder andere jüngere Spielerin verpflichten, doch keine "Kracher", auch wenn ich die gern hätte. Die können und wollen wir uns nicht leisten, auch um das Gehaltsgefüge in der Mannschaft nicht zu sprengen», sagte der THC-Trainer.