02.03.2011 10:05 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine

Abstiegsbedrohte Miezen treffen auf geschwächten Meister

Die Trierer Miezen treffen am heutigen Mittwochabend (19:30 Uhr, Arena Trier) im vorletzten Heimspiel der Saison auf den HC Leipzig. Gegen den amtierenden Meister wollen die Miezen mit einem Zuschauerrekord für diese Saison die kleine Außenseiterchance nutzen, um einen wichtigen Punkt zu sammeln. Nimmt man die Papierform, ist die Konstellation ganz klar: Deutscher Meister gegen Abstiegskandidaten. Doch wie immer im Sport werden die Wettkämpfe auf dem Spielfeld und nicht auf dem Papier entschieden. Gegner Leipzig ist derweil durch einen Schweinegrippefall geschwächt.

„Wir gehen als Außenseiter in die Partie, aber unser Ziel muss nach dem Punktgewinn von Rosengarten ein zählbarer Erfolg sein“, erklärt Miezentrainer Thomas Happe die Ausgangssituation vor dem Spiel gegen den amtierenden Deutschen Meister. Für die Miezen ist es neben dem letzten Spiel gegen Frankfurt/Oder die letzte Gelegenheit, den einen Punkt zu sammeln, der neben einem Sieg gegen den direkten Konkurrenten Rosengarten nötig ist, um an der SGH vorbeizuziehen und damit den Klassenerhalt noch zu schaffen. Happe setzt dabei auch auf den Heimvorteil: „Wir erwarten einen Zuschauerrekord für diese Saison und gegen den Tabellendritten brauchen wir diese Unterstützung auch.“

Derweil muss sich der HC Leipzig mit ganz anderen Problemen herumschlagen. Der Champions League-Teilnehmer brachte aus dem letzten Spiel im russischen Wolgograd ein unerfreuliches Geschenk mit. Fünf Spielerinnen erkrankten an Grippe. Darunter auch Ania Rösler, die positiv auf Schweinegrippe (H1N1) getestet wurde. „Auf Grund unserer derzeitigen Situation und der momentanen Form von Trier sehe ich das Spiel vollkommen offen“, sagt HCL-Trainer Heine Jensen im Vorfeld des Spiels in Trier und führt weiter aus: „Eigentlich wollten wir die letzte Woche nutzen um Luft zu holen und um zu regenerieren. Leider hat uns dieser Grippe-Virus einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Es hilft aber kein Jammern, wir spielen mit dem was wir haben und versuchen das Beste, um zwei Punkte mit zu nehmen. Trier hat nicht mehr viele Chancen, um noch den Klassenerhalt zu schaffen und sie spielen im Moment richtig gut, sonst hätten sie nicht Oldenburg mit acht Toren Differenz aus der Halle gefegt.“

Nach der H1N1-Diagnose (Schweinegrippe) bei Ania Rösler war man gestern gespannt auf die Testergebnisse aus Polen. „Zum Glück war es auch bei Karolina, die heute die Rückreise von Gdansk nach Leipzig antreten kann, nur eine normale Grippe mit hohem Fieber, wie auch bei Katja, Loraine und Natalie. Bis auf Ania und unsere Langzeitverletzten werden alle die Reise nach Trier mit antreten und dann sehen wir, wie sich die letzte Woche erkrankten Spielerinnen fühlen und ob sie in der Lage sind zu spielen. Aus dem Juniorteam werden die beiden Hummel-Zwillinge mit fahren, damit wir zumindest 12 Spielerinnen aufbieten können“, sagt Leipzigs Manager Kay-Sven Hähner. „Da müssen wir sehen, ob nach einer Woche Bettruhe ein Einsatz überhaupt Sinn macht.“, relativiert HCL-Trainer Heine Jensen.

Für eine gute Kulisse ist jedoch so oder so gesorgt: „Wir hoffen auf rund 1500 Zuschauer, die uns in diesem schweren sportlichen Kampf unterstützen. Jeder zählt“, erklärt Miezen-Vorstand Jürgen Brech. Im Vorfeld haben viel Sponsoren und Unterstützer zahlreiche Kartenkontingente verlost. Außerdem erhält jeder Fan, der als Mieze verkleidet zum Spiel kommt, freien Eintritt in die Arena. „Man merkt, wie stark die Unterstützung aus der Öffentlichkeit in dieser Phase des akuten Kampfs um den Klassenerhalt ist“, erklärt Brech weiter. „Das ist ein klares Zeichen der Region und macht definitiv Mut für unsere Zukunft.“