22.02.2011 09:36 Uhr - 1. Bundesliga - chs

Beate Scheffknecht: 13 Tore und dennoch selbstkritisch

Beate ScheffknechtBeate Scheffknecht
Quelle: sportseye.de
Was für ein Einstand. Gleich dreizehn Treffer erzielte Beate Scheffknecht im Spiel gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen. Die 500 Zuschauer in der Sporthalle am Viadukt feierten ihre Mannschaft trotz der 35:40-Niederlage mit stehenden Ovationen und werden sich gefragt haben: „Was wäre möglich gewesen, wenn nicht nur Scheffknecht, sondern auch die als Ersatz verpflichtete Marinda van Cappelle nicht ausgefallen wäre?“

„Ich war ehrlich gesagt aufgeregt und alles war so ungewohnt - wieder aufzuwärmen und sich für das Spiel fertig machen“, verrät die österreichische Nationalspielerin. Und das Rückraumtalent, das schon in Nürnberg die ersten Erstligaerfahrungen gesammelt hatte, gibt sich trotz der starken Leistung noch kritisch und erklärte: „Im Spiel selbst läuft natürlich noch nicht alles so wie ich mir das wünsche, aber ich denke, das braucht einfach noch Zeit.“

Eine Schulterverletzung zwang die wurfstarke Rückraumschützin neun Monate lang auf der Tribüne Platz zu nehmen. „Es hat eigentlich ziemlich gut angefangen, ist alles gut verlaufen, dann hat es doch länger gedauert als ich mir gewünscht habe. Aber ich denke, das war auch nicht schlecht. Besser zu "spät" als zu früh“, so Scheffknecht, die jedoch einräumt: „Ganz schmerzfrei bin ich nicht. Im Training habe ich schon noch Momente, wo ich Schmerzen habe und so richtig hart werfen oder blocken geht immer noch nicht, aber das dauert noch.“

Wie hart die Rückkehr an das alte Niveau ist, verrät die Mediengestalterin: „Es ist im Moment ziemlich stressig, da ich vier Mal in der Woche Mannschaftstraining habe, fünf Mal in der Woche in die Reha gehe, Krafttraining mache und drei Mal in der Woche noch in die Höhenkammer gehe. Aber ich hoffe, das lohnt sich.“

Auch in der Nationalmannschaft soll Scheffknecht schon bald bei einem Lehrgang und mit zwei Länderspielen gegen die Schweiz ihr Comeback geben. „Ich freue mich natürlich sehr, die Mädels wieder zu sehen - es fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Vor allem freue ich mich auch, dass das Trainingslager im April in Dornbirn ist, da bin ich zu Hause“, so Scheffknecht, die aber die Erwartungen nach der gelungenen Rückkehr auch dämpft: „Mein Wurf ist noch nicht an meiner vorherigen Wurfkraft und die Ärzte sagen, dass das auch noch bestimmt ein halbes Jahr dauern wird: z. B. beim Überzieher halte ich mich auch noch ein bisschen zurück.“