11.02.2011 07:58 Uhr - 2. Bundesliga Süd - PM Vereine

Spitzenspiel in Metzingen

Die Handballerinnen der HSG Bad Wildungen geben am Samstag zur Spitzenpartie des 14. Spieltages in der 2. Bundesliga ihre Visitenkarte in der Metzinger Öschhalle ab. Die „Vipers“ kommen mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen ins Schwabenland, haben sie doch seit Ende November in der Liga das Parkett stets als Gewinner verlassen. Darunter war auch ein beeindruckender Auswärtserfolg beim Aufstiegsaspiranten in Nellingen, als die HSG mit 33:24 den Gastgebern das Nachsehen gab.

Dabei überzeugten besonders die starken Rückraumschützinnen Ruta Latakaite, Sabine Heusdens und Joana Christina Mihai. Letztere ist mit 89 erzielten Treffern die Topscorerin der Südwaldeckerinnen und belegt damit Platz 5 in der Ligarangliste. Mit 160 Einsätzen für die Rumänische Auswahl bringt die 34-Jährige zudem eine Menge Erfahrung ins Team von Trainer Gernot Weiss. Ergänzt wird der gefährliche Rückraum durch die schnellen Außen Jessica Kleinmann und Miranda Robben. Die Niederländerin lief bereits 81mal für ihr Land auf. Zudem hat sie in Fußballstar Arjen Robben vom FC Bayern München einen sehr bekannten Großcousin.

Das Hinspiel im Oktober war für die TusSies keine Reise wert. Zumindest konnte das Team von Edina Rott nichts Zählbares mit ins Ermstal bringen. Der HSG wurden damals zu viele Tempogegenstöße erlaubt, die es nun zu verhindern gilt. Diese empfindliche 25:34-Niederlage ist auch bei der Mannschaft noch nicht vergessen, wie Alexandra Kubasta verdeutlicht. „Wir haben noch was gut zu machen vom Hinspiel und wollen 60 Minuten so konzentriert spielen, wie die erste Hälfte gegen Frankfurt. Wir sind heiß auf das Spiel und können mit dem Publikum im Rücken auf jeden Fall etwas reißen“, gibt die motivierte Linkshänderin den Takt vor.

Die Gelb-Schwarzen möchten einen gelungenen Auftakt in den schweren Februar hinlegen, in dem mit Bensheim und Zwickau zwei weitere hohe Hürden warten. Dafür baut Spielmacherin Patricia Stefani auf den Support der Metzinger Fans. „Die HSG ist ein starker Gegner, der mit dem Sieg in Nellingen bereits ein Ausrufezeichen in der Rückrunde gesetzt hat. Wir werden natürlich alles aus uns raus holen und jede von uns muss ihr Leistungspotenzial abrufen, um den Abend erfolgreich zu gestalten. Hierbei hoffen wir auf eine gebührende Unterstützung von den Rängen“.

Chefcoach Edina Rott verspricht den Zuschauern vollen Einsatz ihrer Truppe und gibt Einblicke in ihre Sicht des Duells. „Die HSG verfügt über einen starken Rückraum, welcher mit international erfahrenen Spielerinnen gespickt ist. Außerdem haben sie eine aggressive 6:0-Deckung und spielen eine gute erste Welle. Wir müssen versuchen technische Fehler zu vermeiden, da diese sofort bestraft werden. Wir wollen auf jeden Fall alles geben und 60 Minuten lang Gas geben“, macht Rott Lust auf die Top-Begegnung.

Aufbauen können die Siebenkelternstädterinnen auf die erste Halbzeit des Pokalspiels gegen Frankfurt, als der Erstligist lediglich mit zwei Toren führte. Und auch wenn am Ende dieser Partie die Kräfte schwanden, so war es durchaus ein gelungener Auftritt, der Mut machen wird. Zudem sollte die beeindruckende Siegesserie der Hessen keinerlei Angst einflößen, sind die TusSies doch seit genau dem selben Spieltag ebenfalls ungeschlagen.

„Metzingen spielt schnellen Handball und ist zuhause eine Macht“, sagte unterdessen Wildungens Gernot Weiss gegenüber der HNA und nimmt Druck von seiner Mannschaft: „Es ist wie vor dem Spiel in Nellingen. Es ist nicht fest eingeplant, dass wir in Metzingen punkten. Wenn wir einen oder zwei Punkte mitnehmen, dann wäre das ein Bonus“, so Weiss weiter in der HNA. Derweil plagen die Gäste einige Personalsorgen: Wegen Krankheit meldete sich Alexandrine Zinsou für die letzte Übungseinheit ab. Weiss geht davon aus, dass die Französin auch für das Spiel in Metzingen ausfällt. Während der Ausfall der Edelreservistin kompensierbar erscheint, bangt der Trainer aber auch um den Einsatz von zwei Leistungsträgerinnen. Denn es ist fraglich, ob Danja Lerch und Cristina Mihai in der Öschhalle auflaufen können.

Torfrau Danja Lerch, die nach zwei Spielen Pause gegen den THC wieder das Tor hütete, hat nach einer überstanden geglaubten Angina einen Rückfall erlitten. Weiss zur WLZ: „Ihr geht es nicht so gut. Ich weiß nicht, ob sie mit nach Metzingen fahren kann.“ Noch schwerer als der Ausfall von Lerch würde ein Fehlen von Mihai ins Gewicht fallen. Seit Dienstag konnte sie wegen einer Grippe nicht trainieren. Bei Bedarf werden dann die A-Jugendlichen Vanessa Maier, Svenja Ochmann und Jennifer Börsen mit nach Baden-Württemberg fahren.