28.01.2011 15:17 Uhr - 1. Bundesliga - Tobias Frey - PM VfL Sindelfingen

Meniskuseinriss: Saisonaus für Jasmin Ott

Jasmin Ott von den Bundesliga-Handballerinnen des VfL Sindelfingen scheint vom Pech verfolgt zu sein. Die 18-Jährige, die ein Doppelspielrecht für Zweitligist TuS Metzingen besitzt, zog sich im Training des Bundesligisten einen Meniskuseinriss zu und wird voraussichtlich die gesamte Rückrunde über ausfallen. „Natürlich bin ich jetzt etwas geknickt. Ich konnte mich in den letzten Wochen steigern und war nach meinem Kreuzbandriss wieder an der Bundesligamannschaft dran“, sagt die gebürtige Metzingerin. Ott hatte sich bei einer Abwehraktion das Knie verdreht, die anschließende Untersuchung in einer Spezialklinik in Rottenburg brachte dann traurige Gewissheit.

Die Rückraumspielerin hatte schon einmal mit einer schweren Verletzung zu kämpfen. Im Herbst 2009 riss sie sich das Kreuzband und fiel monatelang aus. „Bitter, dass ich jetzt schon wieder nicht spielen kann.“ Die Junioren-Nationalspielerin, die in der Jugend für die TuS Metzingen aktiv war und 2009 von der HSG Schönbuch nach Sindelfingen wechselte, präsentierte sich in den vergangenen Wochen in aufstrebender Form: In der 1. Bundesliga erzielte sie für Sindelfingen im Derby gegen die SG BBM Bietigheim ihre ersten beiden Saisontore, auch in den Spielen gegen die HSG Blomberg-Lippe und Frisch Auf Göppingen war sie erfolgreich. Beim letzten Heimspiel gegen den VfL Oldenburg vertrat sie die verletzte Spielmacherin Maren Baumbach – mit Erfolg: Vier Tore gingen auf das Konto der 18-Jährigen. Auch in der zweiten Liga sammelte sie in den vergangenen Wochen Spielpraxis. Für die TuS Metzingen trat sie gegen die HSG Albstadt und den SC Riesa an und konnte jeweils ein Tor erzielen.  

Doch Handball ist erst mal Geschichte, das Spielfeld wird die 18-Jährige vorerst nicht betreten können. Die Schülerin, die das Metzinger Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium besucht, wird die kommenden Wochen sogar Krücken zum Laufen benötigen. Am Montagvormittag wird in Rottenburg am Neckar eine Knie-Operation durchgeführt. „Entweder wird der Meniskus genäht oder Teile davon entfernt“, erklärt Ott. „Ich hoffe darauf, dass die Ärzte nähen – das ist langfristig besser.“ Um anschließende Reha-Maßnahmen wird die Sportlerin nicht herum gekommen. Auf dem Plan stehen die kommenden Wochen Muskelaufbau- und Koordinationsübungen, damit das Knie stabilisiert wird. Wann sie wieder ins Handballtraining einsteigen wird? Ungewiss, voraussichtlich erst in einigen Monaten. „Ich hoffe zwar, dass ich vielleicht am Ende der Saison oder in den Play-offs nochmal spielen kann.“ Die jüngste Spielerin im Sindelfinger Kader stellt aber klar: „Ich möchte nichts riskieren.“  

Warme Worte bekommt sie von ihrem Coach, Dago Leukefeld: „Die Verletzung ist für sie und für uns bitter. Jasmin hatte sich nach ihrem Kreuzbandriss wieder heran gekämpft und in den vergangenen Wochen super Leistungen gebracht.“ Dem 47-Jährigen gehen beim VfL Sindelfingen langsam die Spielmacherinnen aus: Da auch Maren Baumbach (Teilabriss der Fußsohlensehne) mindestens bis März ausfallen wird, muss der ehemalige Frauen-Nationalmannschaftstrainer die kommenden Wochen improvisieren. Voraussichtlich wird beim morgigen Heimspiel gegen den Buxtehuder SV Silke Meier als Spielmacherin die Fäden ziehen.  

Jasmin Ott will spätestens zur neuen Saison wieder angreifen, das Wort „aufgeben“ gibt es bei ihr nicht. „Ich bin eine Kämpferin und habe mich schon nach der letzten Verletzung wieder heran gekämpft. Ich bin überzeugt davon, dass ich es auch dieses Mal schaffen werde.“ Und lächelnd fügt sie hinzu: „Ohne Handball geht es bei mir einfach nicht.“





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