21.01.2011 16:57 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm - VfL Oldenburg

Göppingens Lauf warnt VfL Oldenburg

Die Serie soll nicht enden - schon gar nicht zu Hause: Auch im sechsten Pflichtspiel hintereinander ungeschlagen bleiben wollen die Handballerinnen des VfL Oldenburg. Am Sonntag erwarten sie in der EWE Arena den Tabellenneunten FA Göppingen. Beide Punkte behalten will auch Oldenburgs Lydia Jakubisova. Die Halbrechte warnte beim Pressegespräch am gestrigen Donnerstag allerdings davor, die Gäste auf die leichte Schulter zu nehmen: "Göppingen ist ein gefährlicher Gegner. Wir dürfen auf keinen Fall mit der lockeren Einstellung ins Spiel gehen, mal eben so zu gewinnen."

Göppingen ist wahrlich nicht zu unterschätzen. In den vier Pflichtspielen seit Weihnachten verlor das Team von Trainer Aleksandar Knezevic nur einmal - mit nur 23:25 beim Spitzenreiter Thüringer HC. Zuletzt gab es einen äußerst unglücklichen (wenn auch selbst verschuldeten) Punktverlust gegen die HSG Blomberg-Lippe, den Oldenburger Gegner am Sonntag in einer Woche. Erst in der letzten Sekunde gelang den Gästen durch einen Wurf von Saskia Lang ins leere (!) Göppinger Tor das 30:30.

In der Offensive allerdings hatte viel gepasst bei Frisch Auf: Kreisläuferin Christine Dangel (Krowicki: "Eine hochinteressante Spielerin") warf wie "Torfabrik" Birute Stellbrink sieben Treffer, die beiden in Oldenburg immer noch sehr geschätzten Ex-VfLerinnen Anita Herr (2009/10 beim VfL) und Alena Vojtiskova (2004 bis 2006) trafen je fünfmal. "Wir müssen wieder sehr gut miteinander kooperieren", nennt Krowicki die Hauptaufgabe für die Oldenburger Abwehr.

Sorgen macht dem Trainer der gesundheitliche Zustand im Team. Jacqueline Reinhold und Spielführerin Sabrina Neuendorf konnten wegen grippaler Infekte zuletzt gar nicht, Julia Wenzl und Maike Schirmer nur eingeschränkt trainieren. Zudem ist der Einsatz von Torhüterin Tatiana Surkova (Rückenprobleme) nicht gesichert. "Eine vernünftige, taktische Vorbereitung war da kaum möglich", sagte Krowicki: "Ein Virus geht um."

Beim Training am Donnerstag dabei waren auch aufgrund der Ausfälle vier niederländische Erstliga-Spielerinnen des VfL-Kooperationspartners Huyser E&O Emmen. Wieder mitwirken kann Anna Badenhop, die vergangenen Samstag beim 39:34-Sieg in Sindelfingen vergangene Woche noch gefehlt hatte.

Das Hinspiel gewann der VfL mit 25:23, befand sich zu dieser Zeit (am dritten Spieltag) allerdings noch bei weitem nicht in der Form der vergangenen Partien. "Das war kein schönes Spiel", erinnerte sich Jakubisova, vom Trainer mit einem "Nein, wirklich nicht" direkt bestätigt. Jakubisova: "Wir sind inzwischen viel besser eingespielt. Schritt für Schritt geht es aufwärts." Was für das gesamte Team gilt, gilt auch für sie: "Bei meinen ehemaligen Vereinen in Trier und Sulzbach habe ich länger gebraucht, bis es so harmoniert hat." Mit 69 Toren ist die 29-Jährige derzeit die beste Oldenburger Schützin.

Mit zur Göppinger Mannschaft gehört seit Dezember eine weitere Spielerin aus der Region um Oldenburg. Charlotte Schumacher 24, Torhüterin, wurde in Wildeshausen geboren und spielte von 2004 bis 2009 für SFN Vechta in der Oberliga. Anschließend spielte sie eine Saison bei Huyser E&O in Emmen und zog im September aus beruflichen Gründen nach Göppingen. Als Marieke van der Wal vergangenen Monat zum französischen Erstligisten Havre HAC abgegeben wurde, übernahm Schumacher, die schon vorher mit der Mannschaft trainiert haben soll, den Posten als zweite Torfrau hinter Julia Schulz. Conny Kuck, die Trainerin des Oberligisten VfL III, erinnert sich bei Schumacher an eine der besten Torfrauen der Liga.