07.01.2011 23:27 Uhr - DHB-Pokal - Christian Stein - handball-world.com

Gräfrath wirft Allensbach aus dem Pokal

Leonie HuckenbeckLeonie Huckenbeck
Quelle: Heinz Zaunbrecher
Einen echten Handballkrimi bekamen die Zuschauer in der Solinger Klingenhalle geboten. Es sollte ein erster Härtetest in Richtung eingleisige Zweite Liga für den gastgebenden HSV Solingen-Gräfrath werden, denn der Pokalgegner SV Allensbach wäre nach aktuellem Tabellenstand der mögliche Relegationsgegner. Mit 32:31 (15:14) setzte sich der Drittligist verdient durch, Lisa Nettersheim (12/8) und Annika Wohlfromm (7) erzielten unter der Regie von Leonie Huckenbeck (6) die meisten Tore. Die Gäste vom Bodensee kamen vor allem über Kreisläuferin Barbara Harter (9) sowie Stefanie Hotz und Kirsten Watzke (je 5) zum Erfolg.

Es sollte für die Hausherrinnen eine Standortbestimmung werden, denn nach einer guten Halbserie ist man mit dem Favoriten Roude Leiw Bascharage auf Augenhöhe und kann in einer Aufstiegsrunde möglicherweise die Qualifikation für die eingleisige zweite Liga scahffen. Gegen die 5:1-Abwehr der Gäste tat sich der HSV jedoch zu Beginn schwer. Das Zusammenspiel der erfahrenen Petra Kamphausen mit Kreisläuferin Steffi Bergmann funktionierte nicht, Wohlfromm und Nettersheim mussten sich schlechte Wurfchancen nehmen und Allensbach legte beim 1:3 verdient den Spielstand vor.

Doch in der Abwehr sollten die Bergischen den Grundstein zum Pokalcoup legen. Laura Denk war fast vollkommen abgemeldet und sollte lediglich einen Treffer erzielen können. Mit konsequentem Gegenstoßspiel kämpften sich die Gastgeberinnen in die Partie und lieferten dem Zweitligisten ein Duell auf Augenhöhe. Lediglich die Anspiele auf Kreisläuferin Barbara Harter konnte man nicht unterbinden. Mit der Einwechslung von Leonie Huckenbeck hatte das Trainergespann mit Michaela Buchheim und Ex-Nationalspielerin Silke Gnad die richtige Lösung gefunden, um auch im Positionsangriff mehr Gefahr auszustrahlen. Die Führung wechselte mehrfach hin und her, keiner Mannschaft sollte es gelingen sich vorentscheidend abzusetzen, mit einem knappen 15:14 für den Drittligisten wurden die Seiten gewechselt.

Es sollte sich auch im zweiten Spielabschnitt nichts am Spannungsverlauf ändern. Gräfrath überstand auch leichte Schwächephasen, wie beim 20:22 gut und übernahm wenig später wieder die Kontrolle über das Spielgeschehen. Es sollte aber am Ende auch ein Kampf gegen den inneren Schweinehund werden. Die Kräfte schwanden dem Drittligisten merklich, doch die greifbare Sensation mobilisierte noch einmal die letzten Kraftreserven. Auch eine Unterzahlsituation überstanden die Bergischen unbeschadet. Den Siegtreffer zum 32:31 sollte Lisa Nettersheim 50 Sekunden vor dem Ende von der Siebenmeterlinie markieren, den letzten Angriff sollten die Gäste nicht mehr zur möglichen Verlängerung nicht mehr erfolgreich abschließen und so endete alles in einer rot-schwarzen Jubeltraube, während die Gäste niedergeschlagen den Platz verließen.

HSV Solingen-Gräfrath - SV Allensbach 32:31 (15:14)

Gräfrath: Nettersheim 12/8, Wohlfromm 7, Huckenbeck 6, Wiebusch 3, Wegner 3, Bergmann 1

Allensbach: Harter 9, Hotz 5/2, Watzke 5/1, Lauterbach 3, Witt 3, Greinert 3, Rothmund 1, Zogg 1, Denk 1