06.01.2011 10:00 Uhr - 1. Bundesliga - PM VfL Sindelfingen

Iris Cartarius: „Wir wollen in der Rückrunde nochmal alles geben.“

Seit 2008 spielt Iris Cartarius für die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Sindelfingen. Mit 154 Treffern gehörte die Rückraumspielerin in der vergangenen Saison zu den besten Torschützinnen der Bundesliga. Und auch in dieser Spielzeit erzielt die 1,77 Meter große Rückraumspielerin regelmäßig ihre Tore. Im Interview mit dem Pressedienst des VfL äußert sich die gebürtige Sindelfingerin unter anderem zur aktuellen Saison, der finanziellen Krise und zur Verletzungsproblematik.

Iris CartariusIris Cartarius
Quelle: fotoknobi
Iris Cartarius, die Mannschaft steht nach 13 Spielen mit zwölf Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz. Kann man damit zufrieden sein?

Cartarius: Auf jeden Fall, sportlich sind wir hochzufrieden. Unser Saisonziel sind die Play-Offs und da haben wir trotz der Verletzungsmisere sehr gute Chancen. Ich denke, dass wir uns in den letzten Spielen auch deutlich gesteigert haben im Vergleich zum Saisonbeginn. Wir sind jetzt besser eingespielt.  

Dennoch sind die Leistungen teilweise schwankend. Gegen Blomberg-Lippe gewinnt das Team souverän, vier Tage später gegen Göppingen gab es eine deutliche Niederlage.

Cartarius: Die Leistungsschwankungen kann ich mir auch nicht erklären. Wir haben gegen Blomberg das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Es lief trotz der langen Spielpause richtig gut. Gegen Göppingen lief dann allerdings überhaupt nichts zusammen. Der Gegner liegt uns nicht, die Spielerinnen sind körperlich sehr robust und in der Hinrunde haben wir auch schon den Kürzeren gezogen.  

Auch bei dir lief es zu Beginn der Spielrunde nicht rund.

Cartarius: Ich habe eine chronische Schulterverletzung, die mir nach wie vor Schmerzen bereitet. Das war besonders am Anfang der Saison schwierig, da ich meinen Spielstil komplett umstellen musste, außerdem war ich in den Zweikämpfen nicht aggressiv genug. In den letzten Wochen habe mich daran gewöhnt und merke einen kleinen Aufwärtstrend.  

Aktuell hat die Mannschaft mit großen Verletzungsproblemen zu kämpfen - mit Maren Baumbach und Marielle Bohm fehlen zwei Leistungsträger.

Cartarius: Das ist natürlich super schlecht für uns. Es wird schwierig, beide zu ersetzen. Die neue Rückraumachse mit Cassandra Engel, Silke Meier und mir hat bislang noch nicht so oft zusammengespielt. Aber jammern hilft nichts: Wir müssen jetzt enger zusammenrücken. Wenn das jemand kann, dann sind wir das – in den vergangenen Monaten haben wir das schon oft genug bewiesen.  

Eng zusammenrücken musste die Mannschaft auch nach den finanziellen Problemen im Dezember.

Cartarius: Das war eine komische Situation für uns, die Stimmung innerhalb des Teams war ganz anders. Man geht ins Training und hat keine Ahnung, ob man in Sindelfingen überhaupt noch ein Bundesligaspiel bestreiten wird. Wir haben Erfolg, einen guten Trainer und in der Region bewegt sich etwas – da ist es unverständlich, dass es nicht weitergehen soll.  

Mit Jürgen Hollenbach von den Stuttgarter Kickers kam zum Glück ein Retter.

Cartarius: Die Freude ist groß, dass es weitergeht. Wir haben immer gehofft und sind jetzt wahnsinnig froh. Ein großes Dankeschön geht an unseren Coach Dago Leukefeld: Er hat das Ganze in die Hand genommen, uns nicht damit belastet, aber dennoch immer auf dem aktuellen Stand gehalten.  

Die Spiele wird der VfL künftig im Neckarpark in Stuttgart austragen.

Cartarius: Es ist zwar ein größerer Aufwand für einige Spielerinnen, aber das ist okay. Darüber machen wir uns jetzt noch keine großen Gedanken. Es war eine schöne Zeit in Sindelfingen und wir werden in der Rückrunde nochmal alles geben, um uns bei unseren Anhängern zu bedanken.  

Damit künftig viele Fans von Sindelfingen nach Stuttgart pilgern?

Cartarius: Ja. Wir hoffen, dass das Sindelfinger Publikum auch in Stuttgart dabei sein wird. Bei uns hat sich in den letzten Jahres einiges entwickelt: Unsere Fans sind enthusiastisch, aber immer fair. Ich freue mich auf die kommenden Spielzeiten mit unseren Anhängern.  

Zurück zur aktuellen Saison: Am Samstag trifft der VfL in der dritten Runde des DHB-Pokals auf den Zweitligisten BSV Sachsen Zwickau. Die Rollen dürften klar verteilt sein...

Cartarius: Wir wollen die Partie für uns entscheiden, das ist logisch. Aber Zwickau ist ein unangenehmer Gegner. Die Mannschaft spielt nicht schlecht und die Halle in Zwickau wird am Wochenende voll sein. Es wird nicht einfach, dort zu gewinnen.

In der Bundesliga sind die Play-offs das Ziel. Wie zuversichtlich bist du, dass ihr diese erreichen werdet?

Cartarius: Ich bin da optimistisch und rechne fest mit dem Einzug in die Play-off-Runde. Super wäre es natürlich, wenn wir den sechsten Tabellenplatz halten könnten, dann würden wir Topmannschaften wie dem Thüringer HC oder dem HC Leipzig aus dem Weg gehen. Die Play-offs sind kein Wunschgedanke, sondern ein realistisches Ziel.