01.01.2011 15:26 Uhr - International - Christian Stein - handball-world.com

Metz gewinnt Ligapokal, LFH-Vereine rüsten vor der Rückrunde auf

Carolin Schmele gewann mit Metz den LigapokalCarolin Schmele gewann mit Metz den Ligapokal
Quelle: Michael Heuberger
Zum nunmehr siebten Mal in Serie ging der französische Ligapokal an den Topfavoriten Metz Handball. Die Lothringerinnen konnten im Endspiel Arvor 29 knapp mit 29:27 (13:14) besiegen. Im französischen Oberhaus LFH liegt Arvor 29 mit 22 Punkten gleichauf mit Metz. Zuvor hatte Metz im Halbfinale Le Havre, wo die ehemalige Göppingerin Marieke van der Wal ihr Pflichtspieldebüt gab, mit 25:20 und im Viertelfinale US Mios mit 27:24 bezwungen. Arvor 29 konnte sich im Halbfinale gegen den aktuellen Drittplatzierten der Liga, den amtierenden Meister Toulon, klar mit 35:26 durchsetzen.

Es war ein packendes Finale, in dem am Ende der Favorit nicht gestürzt werden konnte. Außenseiter Arvor agierte über weite Strecken auf Augenhöhe, Kleinigkeiten sollten am Ende die Partie entscheiden. So hatten im Tor die beiden französischen Nationalspielerinnen Amandine Leynaud (7 Paraden) und Cleopatre Darleux (10) knapp die Nase vor der Belgierin Nicky Houba (15/2) vorne. Zudem erwischte Alexandra Lacrabere einen rabenschwarzen Tag und benötigte 12 Versuche für ihre zwei Treffer.

Die Last im Angriff lag so zu sehr auf den beiden Legionärinnen Bojana Filipovic (8/1) und Julia Portjanko (7/3). Bei Metz übernahm im Positionsangriff vor allem Welthandballerin Allison Pineau (7) Verantwortung, zudem ergaben sich aus einer starken Abwehr Gegenstoßchancen, die die Flügelzange mit Katty Piejos und Svetlana Ognjenovic (je 5) zu nutzen wusste. Auch die beim Thüringer HC ausgebildete ehemalige Oldenburgerin Carolin Schmele konnte im Finale einen Treffer beisteuern.

"Der Knackpunkt war, dass wir es verpast haben beim 18:15 unsere Führung weiter auszubauen. Wir waren durch das dritte Spiel in drei Tagen einfach ausgebrannt", erklärte Arvors Trainer Laurent Bezeau. "Wir haben nicht gut gespielt, aber gewonnen. Das zählt", fasste Metz-Trainer Sebastian Gardillou die Partie zusammen.

Im Halbfinale hatte Metz weniger Schwierigkeiten. Le Havre lag schon früh mit 3:8 (14.) zurück und rannte der Musik hinterher. Dank der Tore ihrer Toptorjägerin Carla Alberto (8) konnte Le Havre zwar zwischenzeitlich den Rückstand auf zwei Tore verkürzen, musste sich aber letztlich doch klar mit 20:25 geschlagen geben. Im zweiten Halbfinale konnte Arvor seinen Heimvorteil nutzen und den französischen Meister Toulon klar mit 35:26 (18:12) in die Schranken weisen. Gladys Boudan und Julia Portjanko trafen je acht mal, Toulon hatte dem lediglich Rückraumschützin Christina Mwasesa (9) entgegenzusetzen.

Bereits im Viertelfinale hatte sich Toulon in einen Rausch gespielt und CJF Fleury mit 31:25 (16:8) deutlich in die Schranken gewiesen. Toulon war mit einem 35:29 (16:14) über Cergy Pontoise in die Vorschlussrunde eingezogen, während Le Havre HBC Nîmes mit 28:20 (12:8) besiegte. Nîmes konnte dabei noch nicht auf die Slowenin Nina Jericek zurückgreifen. Die Spielmacherin ersetzt die nach einer Knieverletzung fehlende Sophie Herbrecht. Ihr alter Verein Olimpija Ljubljana war monatelang mit den Zahlungen im Rückstand. Indessen kam bei Le Havre Marieke van der Wal zu ihrem ersten Einsatz.

Auch andere Vereine der wirtschaftlich gut aufgestellten LFH konnten im Dezember noch einmal nachrüsten. ES Besancon verpflichtete die ehemalige Bundesligaspielerin Silvia Hofman bis zum Saisonende, um die Abgänge von Sofia Berdovich und Anne-Sophie Parisot zu kompensieren. Auch Cercle Dijon konnte mit Zaneta Tothova noch eine neue Torhüterin unter Vertrag nehmen, nachdem Mihaela Popovic sich einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.