27.12.2010 00:10 Uhr - 1. Bundesliga - PM Thüringer HC

Auf ein Wort: Kerstin Wohlbold

Kerstin WohlboldKerstin Wohlbold
Quelle: Mario Gentzel
Die EM-Pause in der Bundesliga neigt sich dem Ende entgegen und der Start der Bundesligarückrunde steht direkt bevor. Herbstmeister, TA-Goldhelm und frisch gebackene Tante - Zeit noch einmal alles Revue passieren zu lassen. Mannschaftskapitän Kerstin Wohlbold stellte sich den Fragen von THC-Pressesprecher Bernd Hohnstein.

Du lebst jetzt ein halbes Jahr in Erfurt, hast mit Deinem Team und persönlich viel erreicht. Bist du rundum zufrieden?

Ich habe mich sehr gut in Erfurt eingelebt, die Stadt gefällt mir sehr. Die Leute sind überaus hilfsbereit und nett. Der Weihnachtsmarkt war ganz besonders herrlich! Ich war sicherlich 3-4 Mal die Woche dort. Die Kulisse auf dem Domplatz mit dem schönen Schnee war wunderbar. Leider kann ich nicht gleich Gutes über meine berufliche Enwicklung sagen - nachdem ich in Bayern mein erstes Examen abgeschlossen habe, kann mein Referendariat in Thüringen leider nicht ausführen, da es nicht mit dem Studium hier in Erfurt kompatibel ist.

Um im vorderen Bereich der Bundesliga mitzuspielen gibt es einen Dreijahresplan beim Thüringer HC. Inzwischen seid ihr Tabellenführer. Überrascht Dich das?

Die Hinrunde ist bislang sehr gut für uns gelaufen. Ich denke, das konnte man vor der Saison nicht ahnen. Bei so vielen neuen Spielerinnen und einem neuen Trainer muss man sich als Team zunächst finden. Dass wir jetzt schon auf dem ersten Platz stehen ist überraschend, aber auch das Ergebnis harter Arbeit. Es wird in der Rückrunde auch sicherlich schwerer für uns werden, da viele andere Mannschaften derzeit noch international gefordert sind, nach und nach ins normale Bundesligageschäft zurückkehren und somit volle Kraft für die restlichen Spiele haben. Wir werden jedoch weiterhin alles daran setzen, um weiter oben zu stehen.

Wie sieht der Mannschaftskapitän zur Saison-Halbzeit sein Team?

Unsere Mannschaft war in der Hinrunde in einer sehr guten Verfassung. Wir haben auch knappe Spiele für uns entscheiden können. Die letzten Wochen waren allerdings sehr schwierig, da einige Spielerinnen mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften unterwegs waren und zudem krankheits- und verletzungsbedingt im Training gefehlt haben. Einige Male mussten wir auch zu dritt oder viert trainieren. In der letzten Woche vor Weihnachten waren dann allerdings fast alle Spielerinnen, außer unseren Niederländerinnen, wieder da und Herbert konnte intensives Mannschaftstraining gestalten. Ich denke, wir sind für das nächste Spiel gegen Göppingen gut vorbereitet.

Gab es für Dich einen besonderen Saisonhöhepunkt?

Der erste Sieg gegen Göppingen war besonders schön, da wir uns nach diesem Spiel besser einschätzen konnten. Nach der Vorbereitung war klar, dass in der Mannschaft definitiv Potential steckt, aber wir wussten noch nicht, wie wir dann in den Bundesligaspielen zurecht kommen würden. Natürlich waren auch die Siege gegen Buxtehude und Leipzig von besonderer Bedeutung.

Was hat Dich gestört bzw. womit bist Du nicht zufrieden? Die Niederlage gegen Leverkusen wäre nicht nötig gewesen ;-), aber ich denke auch, dass mit dieser Niederlage ein wenig der Druck abgefallen ist, die 0 Punkte zu wahren. Nach diesem Spiel konnten wir wieder befreit aufspielen, was ja auch ganz gut geklappt hat.

Es gibt die Meinung: Die Mädels haben sich die Messlatte selbst sehr hoch gelegt. Ist das aus Deiner Sicht ein Nachteil?

Wenn man etwas erreichen möchte, muss man sich auch hohe Ziele stecken, aber ich glaube, wir können uns ganz gut einschätzen und wissen, dass es noch ein langer Weg bis zum Saisonabschluss ist. Alle Mädels in der Mannschaft sind sehr ehrgeizig und arbeiten im Training fleißig mit, um auch die gesteckten Ziele zu erreichen.

Was erwartest Du von der zweiten Halbserie und den Playoffs?

Wir werden weiterhin alles geben, um so erfolgreich, wie möglich am Ende dazu stehen. Was dabei herauskommt, das wird man dann nach dem letzten Spiel sehen.

Wo siehst Du noch Potenzial im Team?

Ich glaube wir haben bisher noch kein Spiel an unserer oberen Leistungsgrenze gespielt. Es ist definitiv noch Luft nach oben, sowohl im Angriff wie auch vor allem in der Abwehr.

Deine Eltern und Geschwister sah man schon mehrfach in der Salza-Halle. Wie wichtig ist Dir die Unterstützung der Familie?

Schon mein ganzes Leben haben mich meine Eltern, meine Schwester und sogar meine Onkel und Tanten jederzeit unterstützt. Dafür bin ich allen sehr dankbar! Ich bin ein Familienmensch und brauche die harmonische Atmosphäre, was ich in Erfurt mit der Mannschaft und den Trainern auch wiedergefunden habe und wo ich mich wohlfühle. Und nur wo ich mich wohlfühle, kann ich auch gut Handball spielen.

Du hast den Goldhelm der Thüringer Allgemeinen für den Sportler des Monats November erhalten. Was bedeutet Dir eine solche Ehrung?

Der Goldhelm ist für mich eine große Ehre. Jeder Sportler wird gerne für seine Leistungen geehrt. Es ist eine Bestätigung, dass man den richtigen Weg geht und seine Sache nicht allzu falsch machen kann. Ich danke allen, die mich für diesen Titel gewählt haben!