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14.12.2010 18:21 Uhr - Europameisterschaft - chs

Rumänien macht großen Schritt in Richtung Halbfinale

Cristina Neague prägt die EUROCristina Neague prägt die EURO
Quelle: Katja Boll
So wie einst 2005, als man am Ende Vizeweltmeister wurde, tritt Rumänien bislang im Turnier auf. Auch Rückschläge, wie die Niederlage gegen Dänemark in der Vorrunde oder das EM-Aus für Cristina Varzaru und Paula Ungureanu scheinen den Willen des Voina-Teams nicht zu brechen. Eine herausragende Cristina Neagu (11/4) und eine gut aufgelegte Talida Tolnai im Tor waren die Erfolgsgaranten für das 23:21 (13:12) gegen Montenegro. Für den EM-Debütanten traf Bojana Popovic (7/2) am häufigsten.

Nachdem eine kroatische Spielerin gestern Stammtorhüterin Paula Ungureanu mit einem Kreuzbandriss das Saisonaus bescherte, hatten die Rumäninnen mit Talida vorerst nur eine nominelle Torfrau im Aufgebot. Youngster Iulia Smedescu weilt zwar bereits in Dänemark, kann jedoch aufgrund der Statuten erst am Finalwochenende nominiert werden. Doch wie bereits in der gestrigen Partie, als Tolnai in 15 Minuten lediglich vier Treffer kassierte, fand die Torhüterin gut in die Partie. Erst in der fünften Minute konnte Marija Jovanovic, die nach dem Spanien-Spiel über Schulterbeschwerden klagte, zum 1:1 ausgleichen.

Es sollte eine von den Abwehrreihen und guten Torhüterleistungen geprägte Partie werden, in dem sich keine Mannschaft einen entscheidenden Vorteil erarbeiten sollte. Bei Rumänien überbahm vor allem Cristina Neagu Verantwortung, die 22-Jährige erzielte fünf Tore in der Viertelstunde und hatte damit großen Anteil an der 6:4-Führung. Auf der Gegenseite hielt sich Bojana Popovic mit den Vollstreckerqualitäten zurück, legte stattdessen glänzend ab auf Jovanovic oder Jovanka Radicevic. Die Montenegrinerinnen bekamen einen Lauf, drehten die Partie dank der Paraden von Sonja Barjaktarovic mit fünf Toren in Folge und Radu Voina musste die Notbremse ziehen.

Nun trat zumindest auch Melinda Geiger vom rechten Rückraum in Erscheinung, das gefürchtete Spiel an den Kreis oder ein Spiel über die Außenbahnen fand so gut wie nicht statt. In der Defensive versuchte man mit einer 5:1-Abwehr die Kreise von Popovic und Jovanovic einzudämmen – mit Erfolg. Die Partie kippte ein weiteres Mal und in der Schlussminute warf Neagu die Rumäninnen wieder nach vorne. Daragn Adzic beorderte sein Team noch einmal zu einer Auszeit, Jovanovic setzte ihren vierten Treffer zum Ausgleich, doch Neagu hatte noch einen siebten Pfeil zum 13:12-Pausenstand im Köcher.

In der zweiten Halbzeit bot sich annähernd der gleiche Bild. Rumänien nahm Popovic aus dem Spiel und die restlichen Spielerinnen scheiterten an Tolnai während in der Offensive Neagu alle überragte. Endlich fand nun auch mal ansatzweise der gefürchtete Tempohandball statt und das Polster wuchs auf fünf Tore (18:13) an. Dragan Adzic stellte seine Spielerinnen auf die Schlussviertelstunde ein, doch Rumänien kämpfte mit Blick auf die Halbfinalteilnahme um jedes Tor. Keeperin Marina Vukcevic war es nun, die die Niederlage für Montenegro im Rahmen hielt und das Spiel schien zu einer sicheren Angelegenheit für die Rumäninnen zu werden.

Doch vorne entzog sich immer wieder Popovic dank der Sperren von Maja Savic erfolgreich der Bewachung, die Abwehr legte noch eine Schippe drauf und Lazovic konnte vom Kreis auf 22:20 verkürzen. Das Schiedsrichtergespann hatte längst die Kontrolle über die Partie verloren, die Behandlungspausen auf beiden Seiten nahmen immer mehr zu. Trauriger Höhepunkt war ein Stürmerfoul zwei Minuten vor dem Ende, bei dem Jovanka Radicevic nach dem Aufprall auf den Boden schon ihre Zunge verschluckt hatte. Eine mögliche erfolgreiche Aufholjagd hatte Tolnai verhindert, für den entscheidenden Treffer zeichnete sich Roxana Han verantwortlich – der Schrei der Erlösung im Anschluss deutlich vernehmbar. Popovic sollte noch den Endstand zum 23:21 erzielen, doch der EM Debütant hat nun wohl nur noch theoretische Chancen auf den Halbfinaleinzug.





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