07.12.2010 21:42 Uhr - Europameisterschaft - Sandra Pleines - handball-world.com

Die Niederlande melden sich eindrucksvoll zurück

Starker Rückhalt: Marieke van der WalStarker Rückhalt: Marieke van der Wal
Quelle: Thomas Weißenbrunner
Im zweiten Gruppenspiel der Vorrundengruppe C in Larvik setzten sich die Niederlande deutlich mit 25:13 (13:8) gegen die Ukraine durch. Die Mannschaft von Bondscoach Henk Groener überzeugte in jeder Hinsicht und hat eindrucksvoll bewiesen, dass sie in der Lage ist, ein Wörtchen in dieser Gruppe mitzureden. Neben einer starken Abwehrleistung samt Torfrau Marieke van der Wal überzeugte die Niederlande durch schnelles Kombinationsspiel und sichere Siebenmeterverwertung. Maura Visser war überragende Torschützin mit 10/6. Für die Ukrainie, die insgesamt sehr enttäuschte, war Regina Shymkute mit 5/2 Toren am erfolgreichsten.

Die Niederlande begann hochkonzentriert in Abwehr und Angriff und ging somit zunächst verdient mit 2:0 in Führung. Die offensive Abwehr gegen die großen und nicht ganz so beweglichen Spielerinnen aus der Ukraine zeigte Wirkung. Lediglich gegen die an der Abwehrspielerin vorbeigezogenen Fernwürfe von Olha Nikolayenko war Torfrau Marieke van der Wal in der Anfangsphase machtlos. Im Angriff überzeugten die Spielerinnen von Trainer Henk Groener mit schnellem und beweglichem Kombinationsspiel, das oft von Erfolg gekrönt war.

Nach knapp zehn Minuten kam etwas Sand ins Getriebe, aber dennoch konnte die Niederlande die Führung behaupten. Maßgeblich daran beteiligt war Laura van der Heijden, die von Rückraum rechts drei der ersten sechs Treffer ihrer Mannschaft erzielte. Bis zur 20. Minute baute Holland die Führung auf 9:6 aus. Die Abwehr funktionierte weiterhin bestens, auch in Unterzahl. Dadurch wurden die Ukrainerinnen zu Notwürfen aus dem Rückraum oder Fehlpässen gezwungen. Maura Visser war es in der 22. Minute, die eine erste vier Tore Führung heraus warf und Joyce Hilster setzte sogar noch einen Treffer darauf (11:6, 24.).

Maura Visser, beste holländische Torschützin bis dahin, verwandelte zudem alle Siebenmeter sicher und angetrieben von den rund 50 orangenen Schlachtenbummlern erzielte Debbie Bont von Linksaußen drei Minuten vor der Pause das 13:7. Der Ukraine gelang noch ein Treffer, so dass die junge niederländische Mannschaft mit einem mehr als verdienten 13:8 in die Kabine ging.

Das erste Tor nach dem Wechsel erzielte Olha Vashchuk für die Ukraine nach einer schönen Einzelleistung auf Rückraum rechts. Doch Diane Lamein stellte per Siebenmeter den alten Abstand wieder her. Auch kämpferisch überzeugte die Mannschaft von Bondscoach Henk Groener. Die Ukraine bemühte sich, heraus kamen aber vor allem Einzelaktionen, so von Olha Vashchuk oder Regina Shymkute. Nach gut 12 gespielten Minuten in der zweiten Hälfte nahm Henk Groener sicherheitshalber eine Auszeit, als er merkte, dass seine Mannschaft einige Probleme bekam.

Verlassen konnte sich die Niederlande auch auf Torfrau Marieke van der Wal, die kurz nach der Auszeit frei gegen Valerija Zoria parierte. Maura Visser verwandelte den nächsten Siebenmeter und ließ ihre Mannschaft und die Fans aufatmen. Das Team Oranje hatte die Schwächephase einigermaßen unbeschadet überstanden und baute den Vorsprung wieder auf 19:13 (48.) aus. Wieder war Maura Visser vom Siebenmeterpunkt erfolgreich. Und Pearl van der Wissel erhöhte mit einem schöne Treffer nach einer 1:1 Situation auf der rechten Rückraumseite den Vorsprung auf komfortable sieben Tore.

Die Ukraine war nun geschlagen und gab mehr oder weniger auf. Fast 14 Minuten gelang der Mannschaft von Trainer Leonid Yevtushenko kein Treffer mehr. Die Niederlande konnte ruhig nach vorne spielen und den ersten Sieg bei der EHF Euro nach Hause bringen, der mit 25:13 vielleicht sogar ein bisschen zu deutlich ausfiel.