19.11.2010 10:48 Uhr - 1. Bundesliga - PM Thüringer HC / dpa

THC will gegen Sindelfingen Herbstmeister werden

Die Bundesliga-Handballerinnen des Thüringer HC peilen am Samstag die „Herbstmeisterschaft“ an. „Auch wenn das nur ein inoffizieller Titel ist, würde er doch eine Bestätigung unserer Arbeit sein“, schätzte Cheftrainer Herbert Müller ein. Der 48 Jahre alte Handball-Lehrer kann in der Salza-Halle in Bad Langensalza vermutlich seine Bestbesetzung aufs Spielfeld schicken. Allerdings stehen hinter dem Einsatz von Nora Reiche (Rückenprobleme), Nadja Nadgornaja (Oberschenkelprobleme) und Stefanie Subke, die sich bei ihrer kleinen Tochter angesteckt hat und erkältet ist, noch kleine Fragezeichen. Franziska Garcia Almendaris, die zuletzt verletzungsbedingt fehlte, kann wieder spielen.

Rückkehr: Dago LeukefeldRückkehr: Dago Leukefeld
Quelle: fotoknobi.de
"Wir haben die wunderschöne Aufgabe vor der Brust, Herbstmeister werden zu können. Mit nur einer Niederlage die Hinrunde abzuschließen wäre ein unglaublicher Erfolg", sagt Müller. Allerdings plagen den Trainer Verletzungen: "Nadja Nadgornaja hat eine Blessur am Oberschenkel, Nora Reiche hat Rückenprobleme, Shenia Minevskaja plagen Schmerzen in der Schulter und Steffi Subke liegt mit Virus flach und muss Antibiotika nehmen." Zurück im Training ist Franziska Garcia-Almendaris, die nicht mehr zu bremsen war und sich ins Training stürzte. Auch bei Pearl van der Wissel schaut es gut aus: "Pearl ist mit Eifer dabei, lacht auch wieder und konnte bereits in Blomberg der Mannschaft sehr helfen", so Müller. "Bis auf Steffi Subke denke ich aber, können alle anderen Spielerinnen auflaufen."

Müller weiß, dass es nach den heißen Diskussionen im Umfeld des Vereins nach der Trennung vom früheren Cheftrainer Dago Leukefeld keine normale Partie wird, viele Emotionen geweckt werden. „Ich hoffe aber, dass der Sport im Mittelpunkt stehen und es ein hochwertiges Spiel wird“, bemerkte Müller. Damit ist er sich einig mit seinem Vorgänger. «Von meiner Mannschaft sind ja nur noch Maike März und Martina Knytlova übriggeblieben. Ich freue mich auf die Stimmung in der Halle. Das Publikum in Bad Langensalza ist das beste der Liga», sagte der Sindelfinger Cheftrainer vor dem Spiel. „Wir können in Bestbesetzung antreten, auch mit Nadine Härdter und Marielle Bohm, die mit mir vom THC nach Schwaben gewechselt sind“, ergänzte Leukefeld.

Während seine Mannschaft unbeschwert aufspielen kann, müssen die Gastgeberinnen mit der Favoritenbürde fertig werden. „Am Mittwoch bei der Heimniederlage des HC Leipzig gegen Frankfurt hat man ja gesehen, wie schnell so etwas gehen kann“, warnte Müller vor Nachlässigkeiten. Ingesamt mache ihm die Ausgeglichenheit in der Liga aber so viel Spaß wie noch nie. „Viele Spielausgänge sind unberechenbar. Das kann man Woche für Woche feststellen. Das ist gut für den deutschen Damen-Handball, aber gefährlich für die Vereine“, meinte Müller.

Mit dem VfL Sindelfingen kommt ein Team nach Bad Langensalza, welches sich verdientermaßen auf den PlayOff-Rängen eingenistet hat. "Sie sind nicht mehr zu vergleichen mit der Mannschaft der Vorsaison. Mit Maren Baumbach wurde einer der weltbesten Mittespielerinnen verpflichtet. Marielle Bohm und Nadine Härdter brachten ebenso wie Marcella Deen viel Qualität ins Team. Auch Iris Cartarius muss man beachten, ebenso die junge Torhüterin Ronja Grabowski, die sich enorm gesteiert hat und durch das in sie gesetzte Vertrauen viel Selbstbewusstsein aufgebaut hat.", sagt Herbert Müller. Sindelfingen verfügt über ein ausgeglichenes Punktverhältnis, hätte aber gegen Leipzig und Göppingen sowie in Leverkusen und Oldenburg Punkte mitnehmen können, wenn nicht gar müssen. "Sie werden uns alles abverlangen. Wir sind der Favorit, wollen einen Heimnimbus aufbauen. Und wir wollen uns nach der Heimniederlage gegen Leverkusen auch von den Fans mit einem Sieg in die Pause verabschieden."