19.11.2010 09:36 Uhr - 2. Bundesliga Nord - Uwe Meier - Cellesche Zeitung / PM MTV 1860 Altlandsberg

Celle empfängt Altlandsberg: Gegen unberechenbaren Gegner soll Serie halten

Vor dem 9. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga Frauen, an dem der SVG Celle den MTV 1860 Altlandsberg zu Gast hat, scheinen die Rollen klar verteilt. Wenn am Sonnabend um 19.30 Uhr (HBG-Halle) der ungeschlagene Tabellenführer den Aufsteiger zum nächsten Tanz bittet, sind die Gastgeberinnen der Favorit. Celles Trainer Martin Kahle nimmt die Rolle zwar an, spricht aber von einem schwer einzuschätzenden Gegner.

In Celle gefordert: Sylvia Kalina und Svenja LorenzIn Celle gefordert: Sylvia Kalina und Svenja Lorenz
Quelle: Robert Jaeschke
Nein. Langeweile kommt beim Handball-Zweitligisten SVG Celle angesichts von acht Siegen in acht Spielen und einem Punktepolster von fünf Zählern Vorsprung auf den Rest des Feldes nicht auf. Der Tabellenführer will am Sonnabend (19.30 Uhr, HBG-Halle) seine Erfolgsserie auch gegen den MTV Altlandsberg fortsetzen und damit den Celler Startrekord in der 2. Liga auf 18:0 Punkte ausbauen. „Natürlich ist das unser Ziel“, sagte Trainer Martin Kahle und verweist letztlich auch auf eine Vorgabe, die er vor der Saison gegeben hatte: „Unsere Heimspiele müssen und wollen wir alle gewinnen.“

Doch die Gefahr ist groß, dass das torhungrigste Team der Liga angesichts der Leichtigkeit, mit der man bisher erfolgreich durch die Saison marschiert ist, den Schlendrian einkehren lässt. Gegen den MTV 1860 Altlandsberg, der nach einem glänzenden Saisonstart zuletzt Niederlagen gegen Berlin, Wismar und Halle-Neustadt hatte einstecken müssen, könnte diese negative Eigenschaft sehr schnell zu einem bösen Erwachen führen. Dessen ist sich auch Kahle bewusst: „Altlandsberg ist kein Aufsteiger im typischen Sinn“, sagt er. Immerhin habe der derzeitige Ligasiebte eine Reihe von zweitligaerfahrenen Spielerinnen in seinen Reihen. Das trifft insbesondere auf die Rückraumpositionen zu. Dort ist der MTV durchweg sehr gut gesetzt und besitzt zudem eine Fülle von Alternativen. Das macht den kommenden Celler Gegner auch ein Stück weit unberechenbar. „Wir werden in der Abwehr schon ordentlich dagegenhalten müssen. Den Rückraum in den Griff zu bekommen, hat oberste Priorität“, meint der SVG-Coach. „Wenn wir das schaffen, sieht es ganz gut aus.“

Das Tiefstapeln des Tabellenführers aus Celle nimmt man in Altlandsberg eher amüsiert zur Kenntnis. Denn zuletzt war das Glück den MTV-Zweitligafrauen nicht gerade hold. Drei Niederlagen in Serie zehren am Gemüt. Gerade wenn sie, wie zuletzt zu Hause gegen Halle, knapp ausfielen und nicht unbedingt zwingend gewesen sind. Da kommt die Fahrt nach Celle zum Auswärtsspiel gegen den Tabellenprimus der Zweiten Liga Nord fast schon einem mentalen Erholungstrip gleich. Was nach Satire klingt, ist blanke Realität. Niemand rechnet ernsthaft mit einem Sieg der Gäste. Alles andere als ein weiterer Erfolg der Schützlinge von Coach Martin Kahle wäre die Überraschung mindestens der Spieltags, wenn nicht gar der Saison insgesamt. Mit anderen Worten: Celle muss den Erwartungen genügen, während Altlandsberg befreit aufspielen und seine Außenseiterchance beim Spitzenreiter suchen kann.

Um diese „ganz kleine Chance“, so MTV-Coach Matthias Kornes „werden wir aber verbissen kämpfen. Gegen Halle hat meine Mannschaft ihre Moral unter Beweis gestellt und einen großartigen Schlussspurt hingelegt. Dass es für Punkte leider dennoch nicht gereicht hat, lag an der Defensivabteilung. Da fehlt es uns noch an Qualität und auch taktischer Disziplin. Ganz sicher werden wir gegen Celle hier deutlich zulegen müssen, um die Bewährungsprobe gegen die herausragenden Celler Individualistinnen um Desiree Comans zu bestehen.“

Diesen Befund bestätigt auch die Statistik. Nur Oyten (als 10.) und Lintfort (als Tabellenletzter) haben nach acht Spieltagen mehr Gegentreffer hinnehmen müssen als der MTV. Die Abteilung Attacke kann sich hingegen sehen lassen. Es gibt in der Liga nur ein einziges Team, das mehr Tore erzielt hat als die 248, die die Altlandsberger Angreiferinnen auf sich vereinen. Und dieses eine Team ist der SVG Celle mit 253 Treffern.

„Aber das ist doch genau der Grund, weshalb wir in die Zweite Liga wollten“, erinnert Kornes. „Um uns mit solchen Spitzenteams wie Celle messen zu können.“ Auch wenn die Trainingswoche beim MTV insbesondere unter dem berufs- oder krankheitsbedingten Fehlen der Torsteherinnen gelitten hat, steht für den Altlandsberger Trainer fest: „Wir freuen uns auf dieses Spiel. Wir können in Celle nur gewinnen und werden alles investieren, um den SVG nach Kräften zu ärgern.“

Gut sieht es zumindest im personellen Bereich beim Gastgeber aus. Kahle stehen alle Spielerinnen zur Verfügung. „Soweit gibt es keine Beschwerden körperlicher Art“, so der Trainer, der darauf hofft, dass die Zuschauer sein Team weiterhin so lautstark unterstützen, wie es in den bisherigen Begegnungen der Fall da. Und damit das auch am Sonnabend klappt, hält der SVG Celle an der Abendkasse eine kleine Überraschung bereit.