12.11.2010 11:46 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine

Wohlbold vor Rückkehr ins Lipperland: „Ich bin froh aus Blomberg weg zu sein“

Führte Blomberg im Vorjahr ins Pokalfinale: Kerstin WohlboldFührte Blomberg im Vorjahr ins Pokalfinale: Kerstin Wohlbold
Quelle: sportseye.de
Der Thüringer HC gastiert im letzten Auswärtsspiel der Hinrunde am Sonntag, den 14. November ab 16 Uhr bei der HSG Blomberg-Lippe. Keine leichte Aufgabe gegen den Pokalfinalisten und Playoff-Halbfinalisten der vergangenen Spielzeit. Die Halle an der Ulmenalle gilt als Hexenkessel und THC-Kapitänin Kerstin Wohlbold heizt die Stimmung vor dem Vergleich mit ihrem Ex-Klub noch einmal an. „Am Sonntag wird mein Fuß nicht weh tun. Ich bin froh, dass ich aus Blomberg weg bin und wieder einen Verein gefunden habe, bei dem es menschlich zugeht, wo Harmonie und die familiäre Atmosphäre im Vordergrund stehen“, erklärt die seit Wochen angeschlagene Rückraumspielerin.

Zwei Spieltage sind es noch bis zur EM-Pause. Die Ausgeglichenheit der Liga bringt momentan sehr überraschende und unberechenbare Konstellationen mit sich. „Frankfurt und Göppingen weit unten, Leipzig nur auf Rang vier und Buxtehude an der Spitze“, so Herbert Müller. Gerade dem Meister merkt man die Vielfachbelastung mit Champions-League-Einsätzen und Verletzungsproblemen an. Der THC will nach der Partie in Blomberg erneut Spitzenreiter sein. Dafür müssen nach Buxtehudes Sieg über Leipzig zwei Punkte her. „Blomberg befindet sich auf einer Stufe mit den Topmannschaften der Liga. Die HSG gilt sogar als Geheimfavorit. Wir dürfen nicht wieder mit Startschwierigkeiten kämpfen und müssen die Lockerheit bewahren“, sagt der THC-Trainer und erklärt abschließen: „Probleme können wir ohne Sorgen lösen, erst in den Playoffs muss alles passen.“

Verzichten muss Herbert Müller aber auf Franziska Garcia-Almendaris und Pearl van der Wissel. „Franzi wird aufgrund ihrer Verletzung, die glücklicherweise nicht so schlimm ist wie angenommen, ausfallen. Pearl ist zwar zurück im Team und steht im Mannschaftstraining, wird aber voraussichtlich nicht im Kader sein“, so Müller. Kreisläuferin Garcia-Almendaris war am vergangenen Wochenende ohne Fremdeinwirkung mehrmals zu Boden gegangen und musste anschließend zur Beobachtung in ein Krankenhaus. Auch die Grippe von Nadja Nadgornaja ist abgeklungen.

Bei Blomberg geht es sicherlich um Wiedergutmachung für das Spiel gegen Buxtehude. Dort gelangen der HSG in Durchgang eins nur zwei Treffer. „Diese Scharte wollen die Blombergerinnen sicherlich ausmerzen“, vermutet Herbert Müller. Und auch André Fuhr verspricht Wiedergutmachung und nimmt dabei vor allem seine erfahrenen Spielerinnen in die Pflicht. „Gerade in eigener Halle muss man so etwas unter allen Umständen vermeiden. Unsere Leistungsträgerinnen wie Michaela Seiffert, Nadine Krause, Sabrina Richter und auch Saskia Lang nehme ich in die Pflicht, voranzugehen und die jungen Spielerinnen zu führen. Nur dann kann die Mannschaft erfolgreich funktionieren“, so Fuhr.

„Bei allem Ärger über das Spiel sollten wir aber nicht die Realitäten aus den Augen verlieren: Was wir gegen Buxtehude gezeigt haben, entsprach bei weitem nicht der Wahrheit. Schließlich haben wir bislang mehrfach bewiesen, dass wir auf gutem Niveau Handball spielen können. Ich erinnere da nur an den Heimsieg gegen den VfL Oldenburg. Wir müssen uns im Moment zwar kritisch hinterfragen, dürfen aber nicht alles in Frage stellen – das wäre unvernünftig“, führt der Coach weiter aus. „Wir müssen besonders auf die Flügelzange mit Sabrina Richter und Katja Langkeit achten. Aber auch im Rückraum müssen wir gegen Saskia Lang schnell heraustreten, die Hüftwürfe von Michaela Seiffert verhindern und dem Kampfgeist von Alexandra Uhlig entgegenwirken“, analysiert Müller die Stärken des Gegners.