15.10.2010 00:55 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine

Rösler gegen Rösler - Sindelfingen empfängt Leipzig

Ania und Milena RöslerAnia und Milena Rösler
Quelle: fotoknobi.de
Für Milena Rösler von den Sindelfinger Handball-Damen ist die Partie am morgigen Samstag gegen den HC Leipzig ein besonderes Match. Die 24-Jährige trifft dabei auf ihre große Schwester Ania, die seit Mitte 2009 für den amtierenden Meister auf Torejagd geht. "Natürlich ist es etwas anderes, gegen die eigene Schwester zu spielen", gibt Milena zu. "Aber wir kamen uns in den bisherigen Spielen positionsbedingt nicht in die Quere. Ich bin gespannt, wie die Partie am Wochenende ausgehen wird." HCL-Coach Heine Jensen macht sich darüberhinaus Gedanken: "Das wird keine leichte Aufgabe in Sindelfingen."

Dass der HC Leipzig als Favorit in diese Partie gehen wird, ist klar: Das Team von Heine Jensen ist mit etlichen Nationalspielerinnen gespickt und will in diesem Jahr seinen Titel verteidigen. "Auch die Tatsache, dass Leipzig gegen den Thüringer HC verloren hat, ist nicht relevant. In Leipzig wird ganz anders gearbeitet, das ganze Umfeld ist professioneller", sagt Milena Rösler. Dies zeigt der HC Leipzig zur Zeit auch in der Champions League, der Deutsche Meister siegte zunächst in Spanien und dann auch vor heimischem Publikum gegen den ungarischen Vertreter Debrecen.

Milena Rösler hofft unterdessen, dass sich die Sindelfinger Truppe am Wochenende besser als gegen Buxtehude präsentieren wird. Am vergangenen Sonntag verlor der VfL im hohen Norden mit 18:28 – zu Recht, findet die Rechtsaußen: "Wir haben zu träge agiert und außer unserer Torhüterin Ronja Grabowski hatte niemand Normalform. Die Zugfahrt war zwar lang, aber das darf keine Entschuldigung sein. Wir waren spielerisch und mental nicht fit genug. Gegen Leipzig müssen wir anders auftreten, mit mehr Engagement und Motivation." Trotz der deutlichen Schlappe blickt sie gemeinsam mit ihren Mitspielerinnen optimistisch nach vorne. "Jede hat sich nach der Niederlage Gedanken gemacht, jede hat sich damit befasst. Das ist gut und spricht für uns. Jede Spielerin muss am Wochenende 150 Prozent bringen."

Die gebürtige Reutlingerin, die täglich mit ihrer großen Schwester telefoniert, freut sich auf das Duell mit Ania. "Wir sehen uns nicht sehr oft, die Distanz zwischen Sindelfingen und Leipzig ist sehr groß. Es ist natürlich schön, wenn sie am Wochenende vorbeikommt." Unterstützt werden die Schwestern von ihren Eltern und Bekannten, die die Partie in der Sommerhofenhalle verfolgen werden. "Aber unsere Eltern sind neutral, sie drücken beiden die Daumen. Sie hoffen, dass wir uns nicht verletzen", verrät Milena.

Aktuell ist noch unklar, ob beim VfL Sindelfingen Marielle Bohm am Samstag dabei sein wird. Die Rückraumspielerin leidet an einer Bauchmuskelzerrung. VfL-Sportmanager Dago Leukefeld: "Die Dauer dieser Verletzung kann man nur schwer einschätzen. Wir möchten sie bis zum Wochenende fit kriegen." Maren Baumbach stieg bereits am Mittwoch ins Training ein, ansonsten sind alle Spielerinnen fit. Auch wenn der VfL die Partie gegen Leipzig verlieren sollte, wird man den Kopf nicht in den Sand stecken. Rösler: "Gegen den amtierenden Meister kann man verlieren, das nächste Spiel gegen Rosengarten müssen wir aber gewinnen. Das ist eine gute Mannschaft, aber wenn man in die Play-Offs möchte, sind zwei Punkte Pflicht."

"Das wird keine leichte Aufgabe in Sindelfingen, wir müssen jetzt schnell umschalten. Von der Papierform her erwartet jeder einen klaren Sieg, aber wenn wir kommen, geben alle immer ein paar Prozent mehr. Vor allem nach der deutlichen Niederlage in Buxtehude werden alle Spielerinnen etwas wiedergutzumachen haben. Mit Baumbach, Härdter, Bohm, Cartarius und Meier hat Dago Leukefeld gestandene Bundesligaspielerinnen im Team, um gegen alle Mannschaften der Liga bestehen zu können. Aber wir tun gut daran uns einfach auf uns zu konzentrieren, so dass wir unsere Leistung aufs Parkett bringen. Das Positive aus den letzten beiden Champions League Spielen mitnehmen ist unsere Devise", so Cheftrainer Heine Jensen mit Respekt vor dem Auswärtsspiel in Sindelfingen.