08.10.2010 13:57 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine

Duell der Halbfinalisten: Oldenburg tritt in Blomberg an

Zurück im HSG-Kader: Katja LangkeitZurück im HSG-Kader: Katja Langkeit
Quelle: Hermann Jack
Schwangerschaft bei Rechtsaußen Ulrike Stange und auch nach fünf Wochen keine befriedigende oder ausreichende Lösung um den rutschigen Hallenboden in der heimischen EWE ARENA: Die Nachrichten über den Handball-Bundesligisten VfL Oldenburg werden in diesen Tagen eher nicht vom rein sportlichen Geschehen bestimmt. Mitten in diesen Trubel tritt der Pokalsieger von 2009 am Samstag bei der HSG Blomberg-Lippe an.

Die HSG gehört zweifellos zu den direkten Konkurrenten des VfL im Rennen um einen der ersten vier Hauptrunden-Plätze, um also eine gute Ausgangsposition für die Playoffs der besten acht Mannschaften. Schon vergangene Saison standen beide Teams im Halbfinale, schieden dort aber gegen den späteren Vizemeister Bayer Leverkusen (Oldenburg) und Meister HC Leipzig (Blomberg) aus. Aktuell ist der VfL mit 4:2 Zählern Tabellendritter, Blomberg rutschte nach der Niederlage beim Frankfurter HC (29:34) am vergangenen Samstag mit nunmehr 4:4 Punkten auf Rang sechs ab.

Blombergs Trainer Andre Fuhr sucht derweil mit seinem Team noch die Orientierung: „Nach vier Spieltagen agieren wir noch ein wenig richtungslos, weil wir die nötige Konstanz in unseren Leistungen vermissen lassen. Doch ich bin zuversichtlich, dass wir schon am Samstag den nächsten Schritt nach vorn machen können.“ Die Niederlage gegen den FHC sei symptomatisch für sein Team, meint der Blomberger Übungsleiter: „Unser Spiel beim Frankfurter HC war ein Spiegelbild des bisherigen Saisonverlaufs. Wir sind noch nicht wieder in der Lage, unser handballerisches Potenzial über zwei komplette Halbzeiten abzurufen. Eine engagierte und gute Leistung von 20 Minuten reicht angesichts der Leistungsdichte in der Bundesliga längst nicht mehr aus, um ein Spiel zu gewinnen. Dass wir in der Brandenburghalle am Ende mit leeren Händen dastanden, ließ sich im Wesentlichen an drei Punkten festmachen: Eine schlechte Wurfquote aus dem Rückraum, schlechtes Abwehrverhalten im Spiel eins gegen eins und eine Vielzahl vermeidbarer Fehler.“

Der VfL indes schraubte sein Punktekonto am Sonntag mit einem umkämpften 25:23-Sieg bei FA Göppingen in die Höhe. Spielerisch lief noch nicht alles rund, doch in der entscheidenden Schlussphase bewiesen die Oldenburgerinnen Nervenstärke und eine gute konditionelle Verfassung. Die Punkte mitnehmen will der VfL auch am Samstag. „Blomberg gehörte schon letztes Jahr zu den besseren Mannschaften in dieser ohnehin starken Liga, die haben zudem sehr gut aufgerüstet“, sagte Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki, „doch wir sind selbstbewusst und gut genug, um zu sagen: Wenn wir unser Potenzial abrufen, ist diese Aufgabe machbar“.

Unter anderem gehören Alexandra Uhlig (bis Sommer beim Thüringer HC) und die 170-fache Nationalspielerin Nadine Krause (FC Kopenhagen) neu zum Kader von HSG-Trainer Fuhr. Krause hatte sich in der Vorbereitung verletzt, sich dann aber kurz vor Saisonbeginn zurückgemeldet. In den vier Partien warf Krause zwölf Tore. Rechtsaußen Sabrina Richter, die vergangene Saison mit dem Nachnamen Neukamp auflief, kam auf 30, die Halblinke Saskia Lang auf 23 Treffer. Zum ersten Mal seit ihrem Kreuzbandriss im März war Katja Langkeit in Frankfurt/Oder wieder bei einem Ligaspiel auf der Platte. „Diese Schwächen gilt es heute abzustellen, denn solche Fehler werden auch und gerade von einem VfL Oldenburg gnadenlos bestraft“, schaut Fuhr auf die Partie am Samstag voraus: „Zumal dessen Kader durch die neuverpflichteten Lydia Jakubisova, Laura van der Heijden und Lois Abbingh nochmals gezielt verstärkt worden ist. Dass der VfL nach jahrelanger Suche endlich eine Linkshänderin für den Rückraum gefunden hat, macht die qualitativ und quantitativ ohnehin bestens bestückte Angriffsreihe nun noch unberechenbarer. In den ersten Spielen hat man aber auch gesehen, und das hat mein Kollege Leszek Krowicki richtig vorausgesagt, dass die Oldenburger Abwehr nach dem Abgang von Natalia Parchina etwas an Stabilität verloren hat. Gleichwohl gehört der VfL Oldenburg für mich zu den Mannschaften, die gute Chancen haben, sich direkt hinter den Titelfavoriten vom HC Leipzig und Thüringer HC zu platzieren.“

Beim VfL fehlt neben der schwangeren Stange weiterhin Julia Wenzl nach ihrer Fuß-Operation. Voraussichtlich wird die 20-jährige Halblinke frühestens Ende Oktober wieder zum Einsatz kommen können. Wieder dabei ist in Blomberg Wiebke Kethorn, die unter der Woche einen Lehrgang der deutschen Nationalmannschaft wegen einer Grippe abbrechen musste. "Wiebke hat gestern ein bisschen trainiert", sagte Krowicki am Freitag. "Sie kann spielen, aber wir wissen nicht, wie lange ihre Kräfte reichen werden."

„Wir sind froh, dass Katja Langkeit in den Kader zurückgekehrt ist“, betonte unterdessen Fuhr, „es wird nicht mehr lange dauern, bis sie die positiven Trainingseindrücke auch im Ligaalltag wieder umsetzen kann. Freude bereitet mir auch das Zusammenspiel unserer beiden Torhüterinnen Natalie Hagel und Isabell Roch. Trotz 34 Gegentoren war Natalie in Frankfurt wieder „die alte“ und hat ihre Stärken im Spiel eins gegen eins einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“

Das Spiel in Blomberg ist der Auftakt zu anstrengenden Woche für die Oldenburgerinnen: Am Mittwoch gastiert die DJK/MJC Trier zum Bundesligaspiel in der EWE ARENA (in der am Mittwochvormittag ein mobiler Rollboden des Deutschen Handballbundes verlegt wird), am Samstag (16.10, 19 Uhr) und Sonntag (17.10., 22 Uhr) tritt der VfL bei Valur Reykjavik in der zweiten Runde des EHF-Pokals an.