03.10.2010 17:31 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß - handball-world.com

Oldenburg gelingt in Göppingen erster Auswärtssieg

Ange Geschke führte Oldenburg zum Sieg in GöppingenAnge Geschke führte Oldenburg zum Sieg in Göppingen
Quelle: Hermann Jack
Lange war die niveauarme Partie spannend, zwar lag Oldenburg immer leicht vorn, konnte sich aber nicht absetzen. Immer wieder machte Julia Schulz im Göppinger Tor auch beste Wurfchancen zunichte und bügelte Lücken in der Abwehr der Gastgeberinnen aus. Die bedankten sich immer wieder mit dem Ausgleichstreffer, so auch beim 10:10-Pausenstand. Kurz zuvor hatte Göppingen dabei erstmals vorn gelegen, musste im Laufe der zweiten Halbzeit aber aufgrund der hohen Fehlerzahl viel Kraft lassen. Oldenburg dominierte die Partie nun allmählich und setzte sich letztlich mit 25:23 durch. Angie Geschke war dabei mit 8/3 Treffern Oldenburgs beste Werferin, für Göppingen traf die in der Schlussphase mit einer Sonderbehandlung bedachte Vojtiskova siebenmal.

In der ersten Hälfte tat sich Oldenburg schwer und konnte sich aufgrund der schlechten Chancenverwertung nicht absetzen. Nach Anita Herrs 2:1-Führungstreffer (3.) war es zunächst Angie Geschke, die für die Gäste erstmals einen Vorsprung erzielte. Allerdings ging der VfL schon in dieser frühen Phase fahrlässig mit seinen Chancen um, Julia Schulz hatte bereits zwei Würfe pariert und parierte in der ersten Spielhälfte etwa 50 Prozent der Oldenburger Abschlussversuche. Dank ihr blieb Göppingen auch nach dem 2:5-Treffer Schirmers (7.) trotz Unterzahl dran, Schulz parierte unter Sonderapplaus zwei Strafwürfe und Herr und Schröder erzielten den 4:5-Anschlusstreffer. Oldenburg hätte bereits mit vier Toren vorn liegen können, nach 16 Minuten stand es beim 6:6 so aber unentschieden.

Auf beiden Seiten hatten die Werferinnen aber nun zuviel Platz, Sabrina Neuendorf holten den Gästevorteil mit einem Doppelschlag zurück und Stellbrink machte es ihr nach. Inzwischen hatte Oldenburg dabei Joyce Hilster als Schwachpunkt in der Göppinger Abwehr ausgemacht, immer wieder setzten die Gäste auf ihrer Abwehrposition oder gegen Stellbrink Nadelstiche, auf der anderen Seite genoss Laura van der Heijden offenbar Narrenfreiheit: Nachdem Hilster beim 9:9 drei Minuten vor der Pause erstmals traf, erkämpfte Schröder nach Meinung der heimischen Fans gegen Abbingh einen Strafwurf, der aber nicht gegeben wurde, auf der Gegenseite übersahen die Schiedsrichter nach Meinung der Göppinger Anhänger ein Stürmerfoul der Niederländerin, ihr Treffer zählte. Von der Strafwurflinie war Abbingh gegen Schulz jedoch anschließend nicht erfolgreich und so endete die erste Halbzeit unentschieden 10:10.

Nach der Pause ging das Spiel weiter wie zuvor: Oldenburg eroberte mit 12:10 wieder die Führung und Göppingen lief weiter hinterher. Wieder war es Birute Stellbrink, die den Anschlusstreffer erzielte, aber die Abwehr der Gastgeberinnen war nicht auf dem Posten. So tat sich der VfL in den ersten Minuten leicht die kleine Vorlage zu verteidigen, zumal sich die Offensivkräfte der Schwäbinnen zunächst in Halbchancen erging und erst ihre Visiere justieren mussten. Die Schiedsrichter trugen indessen nicht dazu bei, dass sich das Chaos auf dem Feld lichtete. Das Kräfteverhältnisse blieb allerdings gleich und fand sich auch im Spielstand wieder: Nach 39 Minuten stand es aus Sicht der Gastgeberinnen in der Göppinger EWS Arena 14:16.

So wurde die Partie zusehends ruppig und aufgeregt geführt, Wiebke Kethorn ärgerte sich sichtlich über ihre Zeitstrafe nach 48 Minuten, als es 18:19 stand. Kurz darauf war es Katrin Schröder, die den Ausgleich herstellte, aber nur Sekunden später erkämpfte Sabrina Neuendorf einen Strafwurf für Oldenburg. Die Stimmung war aufgeheizt in der EWS Arena, allerdings ließ sich Angie Geschke nicht beeindrucken und schloss gegen Julia Schulz erfolgreich ab, ihr achter Torerfolg. Auf Göppinger Seite war es Alena Vojtiskova, die ihren siebten Treffer setzte. Wieder war die Partie ausgeglichen und diesmal verpassten die Gäste im Gegenstoß den Führungstreffer. Göppingen war aber nicht clever genug um diese große Chance acht Minuten vor Abpfiff zu nutzen, nach drei verpassten Möglichkeiten auf Göppinger Seite brachte Schirmer Oldenburg wieder in Vorlage. Die Chance der Gastgeber, das Spiel noch zu drehen, war vertan.

Göppingen produzierte in diesem Spiel noch mehr technische Fehler als Oldenburg und lag somit auch fünf Minuten vor Schluss knapp mit 21:22 zurück. Aleksandar Knezevic wollte nicht mehr hinsehen und verschaffte seinen Spielerinnen eine einminütige Verschnaufpause, in der er bei Anita Herr und Katrin Schröder neue Ideen einstreute. Die Ungarin sollte ihre individuelle Klasse ausspielen, gegen Kim Birke blieb der Strafwurf zwar versagt, aber Dinkel setzte sich durch und staubte ab. Weiterhin häuften sich aber die Missverständnisse auf Göppinger Seite und drei Minuten vor Spielende erzielte Lydia Jakubisova vom Kreis das vorentscheidende 22:24. Oldenburg deckte in der finalen Phase konzentriert und Kethorn nahm Vojtiskova ins Visier - taktische Aufgaben, für die Göppingen keine Lösung fand und letztlich mit 23:25 unterlag.

Alena Vojtiskova
Alena Vojtiskova erzielte bis zur Schlussphase wichtige Treffer für Göppingen.
Foto: Stephan Weber


Stimmen zum Spiel:

Leszek Krowicki, Trainer VfL Oldenburg:
Das war ein Spiel, das durch Kampf geprägt war, ein Arbeitssieg. Ich bin stolz, dsas meine Mannschaft diesen Kampfgeist über 60 Minuten demonstriert hat, dass alle meine Spielerinnen gekämpft und an den Sieg geglaubt haben. Es ist sehr schwierig hier zu spielen, das haben wir schon oft erfahren. Es gibt vielleicht Mannschaften, die auf dem Papier besser sind als Göppingen, aber hier zu bestehen ist nicht einfach.

Ich bin froh, dass wir das geschafft haben. Ich habe lange gewartet auf die richtige Phase. Als Stellbrink nicht mehr auf dem Feld war, Herr nicht mehr so aktiv war und Vojtiskova die Initiative übernommen hat, ist es uns gelungen über die Manndeckung gegen Vojtiskova Göppingen vor Probleme zu stellen.

Aleksandar Knezevic, Trainer Frisch Auf Göppingen:
Oldenburg hat verdient gewonnen, aber in pucto Kampfgeist muss ich meine Mannschaft loben. In der Anfangsphase und in der Schlussphase haben wir aber zuviele technische Fehler gemacht. Geschke hat zu viele Bälle geklaut. Wir haben viel geübt, aber am Anfang und am Ende hat nichts geklappt. Wir haben auf 3:2:1 umgestellt, aber Geschke und Neuendorf nicht kontrollieren können. In der Schlussphase haben wir dann zu viele Bälle hergeschenkt. Wir haben auf dem Feld immer wieder falsche Entscheidungen getroffen und leichte Fehler gemacht.

Die ersten Spiele waren knapp, jetzt kommt ein Spiel, bei dem wir eine kleine Favoritenrolle haben. Aber Trier dürfen wir nicht unterschätzen, das ist eine kompakte Mannschaft mit einer guten Deckung und in Trier wird es schwer. Aber wir wollen dieses Spiel gewinnen. Julia Schulz hat zuletzt ihre Chance genutzt, dass Marieke derzeit verletzt ist. Sie hat gut trainiert und viel gezeigt, nicht nur im Training, sondern auch im Spiel.

Joyce Hilster, Frisch Auf Göppingen:
Ich bin sehr enttäuscht, auch über meine eigene Leistung: Das war nicht gut genug heute. Wir hätten die zwei Punkte behalten können, das gibt schlechte Laune. Es gibt eben solche Tage, aber in Trier wollen wir gewinnen.

Julia Schulz, Frisch Auf Göppingen:
Für mich ist es die erste Saison in der ersten Liga, jetzt habe ich zum zweiten Mal angefangen. Damit habe ich nicht gerechnet und vielleicht auch andere nicht. Natürlich will ich weiter meine Leistung zeigen, aber Marieke und ich harmonieren gut und vielleicht ist es schon das nächste Spiel, das sie dominieren wird.

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