08.02.2006 00:43 Uhr - 1. Bundesliga - Mirko Blahak - Trierischer Volksfreund

Nathalie Jänisch bekommt Vertrag bei den Trierer "Miezen"

Sie ist 19, Schülerin, und bald im Abiturstress. Nathalie Jänisch ist aussichtsreiche Perspektivspielerin bei den Trierer Handball-"Miezen". In der Rückrunde soll sie noch enger an die erste Mannschaft herangeführt werden. Beim Rückblick auf den glanzvollen Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg ist der Glanz in ihren Augen unübersehbar. "Das vergesse ich nie, ich war voll aufgeregt und habe mitgefiebert." Erstmals stand die 19-jährige Nathalie Jänisch im Kader eines Bundesliga-Spiels der ersten "Miezen"-Mannschaft.

Natalie Jänisch auf der Ersatzbank der I.Natalie Jänisch auf der Ersatzbank der I.
Quelle: cpm


Natalie Jänisch im Spiel der II.Natalie Jänisch im Spiel der II.
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Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Die Spielerin der Oberliga-Mannschaft soll in der Rückrunde weiter an das Bundesliga-Team herangeführt werden. "Wir haben vereinbart, sie bis Saisonende vertraglich an uns zu binden", sagt MJC-Vorstandsmitglied Martin Rommel. "Miezen"-Trainer "Mane" Skercevic ist von den Leistungen Jänischs angetan. "Sie ist sehr fleißig und kann den Sprung schaffen. Sie wird ihre Chance bekommen."

Vom Tisch ist der Plan, ihr per Zweitspielrecht beim Zweitligisten TuS Weibern mehr Spielzeit in einer höheren Liga zu ermöglichen. Jänisch erklimmt damit eine weitere Stufe ihrer Karriereleiter, die sie in der Zukunft dauerhaft in die erste Liga bringen soll. "Das ist ein Ziel, für das es sich zu arbeiten lohnt." Eine Arbeit, die sie neben der Schule verrichten muss. Die Gymnasiastin lebt im luxemburgischen Niederanven und geht im "Ländchen" zur Schule. Ab Ende Mai stehen zehn Abiturklausuren an.

Was zuletzt sporadisch der Fall war, wird nun zum Alltag: Neben das Training mit dem Oberliga-Team gesellen sich die Übungseinheiten der ersten Mannschaft. Mit sechs Jahren begann Jänisch mit dem Handballspielen. Gebürtig ist die 1,68 Meter große Schülerin aus Riedlingen in der Nähe von Ulm. Im Alter von zehn Jahren zog sie mit der Familie nach Luxemburg, wo ihr Vater als Jurist arbeitet.

Sie schloss sich dem Handballverein Düdelingen an, mit 15 Jahren stand sie schon in der ersten Frauenmannschaft. "Manche meiner Mitspielerinnen hätten meine Mutter sein können", sagt Jänisch - und lacht dabei. Ihr damaliger Trainer Gerard Wirtz half beim Kontakt zu den Moselanern. "Vor dem ersten Training im April 2004 hatte ich ein bisschen Angst. Aber es war okay." In der Oberliga-Saison 2004/2005 zählte sie direkt zum Stamm - trotz Umstellungen, die sie zu bewältigen hatte: "Das Spiel und Training ist athletischer. Und in Luxemburg haben wir eine 3:2:1-Deckung gespielt, in Trier ist es meist eine 6:0- oder 5:1-Deckung."

Jänisch ist flexibel einsetzbar. "Ich habe links begonnen, spiele in der Oberliga im Rückraum und trainiere nun bei Mane als Rechtsaußen." Ein Problem? "Nein, im Handball sind die Allround-Spieler immer mehr gefragt", sagt Elena Verechtchako, Trainerin der Oberliga-Mannschaft. "Nathalie ist eine Bereicherung für jede Mannschaft - menschlich und sportlich", lobt Verechtchako. Zu ihren Stärken zähle ihre Schnelligkeit und ein guter Wurf, arbeiten müsse sie noch an einem stärkeren Selbstvertrauen.

Laut Rommel hat der Verein "ein großes Interesse", Jänisch über die Saison hinaus zu halten. Auch die 19-Jährige kann sich vorstellen, länger bei den Trierer "Miezen" zu bleiben. "Nach dem Abitur möchte ich vielleicht Sport und Französisch studieren. Ich will meinen Studienplatz nach den Chancen im Handball auswählen."