07.02.2006 20:50 Uhr - 1. Bundesliga - Christian Stein

Leverkusen mit ungefährdetem Erfolg gegen Oldenburg

Nadine KrauseNadine Krause
Quelle: walz-fotografie.de
Lediglich in den ersten zehn Minuten konnte der VfL Oldenburg das Spiel in Leverkusen ausgeglichen gestalten, danach erarbeitete sich der Gastgeber schnell einen deutlichen Vorsprung, der in der Folge nicht mehr in Gefahr geriet. Ein Grund dafür war eine starke Clara Woltering zwischen den Pfosten. Leverkusen setzt sich durch den Erfolg, zumindest bis morgen, an die Tabellenspitze der Frauenbundesliga, der VfL Oldenburg rangiert weiterhin auf dem achten Tabellenplatz.

Zu Beginn der Partie bestimmten vor allem Clara Woltering auf Leverkusener und Diane Lamein auf Oldenburger Seite das Geschehen. Die ersten drei Gästetreffer gingen auf das Konto der niederländischen Nationalspielerin, doch auch Woltering zeichnete sich immer wieder aus und entschied mit einem gehaltenen Siebenmeter dieses Duell in der 9. Minute für sich. Bis dahin hatte Oldenburg noch mit den Rheinländerinnen mithalten können und Kathrin Scholl schaffte in der zehnten Minute noch einmal den Anschlusstreffer zum 5:6.

Doch danach stand die Leverkusener Abwehr sicherer und spielte sich über Tempogegenstöße schnell ein 9:5 (13.) und 12:6 (18.) heraus. Auch die Hereinnahme von Neuzugang Anna Andryushchenko für Marion Erfmann in der 15. Minute erzielte zunächst noch keine Wirkung zu Gunsten der Gäste. Im Anschluss an das 12:6 kassierte Leverkusens Lyn Byl die erste Zeitstrafe der Partie und es kam ein leichter Bruch ins Leverkusener Spiel.

Erst scheiterte Nadine Krause vom Siebenmeterpunkt an Janice Fleischer und dann ließ Andryushchenko ihre Klasse mit einem ansatzlosen Wurf aus dem Rückraum aufblitzen. Bei Leverkusen klappte recht wenig und als kurze Zeit später Scholl nach einem Weltklasseanspiel durch Andryushchenko den Treffer zum 12:8 (24.) erzielte, reagierte Trainerin Renate Wolf. Sie nahm eine Auszeit und brachte so ihr Team zurück in die Erfolgsspur und Bayer ging mit einer 17:11 Führung in die Kabine.

Die zweite Hälfte begann dann allerdings weniger torreich als die erste. 18:13 stand es nach 36 Minuten, ehe Yvonne Fillgert zur bestimmenden Spielerin der nächsten vier Minuten wurde. Oborilova und Lamein kassierten wegen Foulspiels jeweils eine Zeitstrafe und die Flügelspielerin verwandelte die Strafwürfe sicher und als Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki mit einer weiteren Zeitstrafe wegen Meckerns für eine weitere Reduzierung seiner Feldspielerinnen sorgte, nutzte Fillgert den Platz, um mit zwei weiteren Treffern die Führung im Alleingang auf 22:13 (40.) auszubauen.

Wenig später erzielte Krause nach einem Traumpass von Ahlgrimm sogar die erste 10 Tore Führung der Partie und Oldenburg kam immer öfter nur noch über Anspiele auf Scholl an den Kreis zum Torerfolg. Nach 45 Minuten räumte dann Clara Woltering mit einer Quote von 50% den Kasten für ihre Kollegin Sabine Englert und dieser Wechsel wirkte sich auch auf die Mannschaft aus. Die Abwehr deckte nicht mehr so aggressiv wie zuvor und im Angriff versuchte man den Zuschauern schon das ein oder andere Kabinettstückchen zu bieten, die allerdings nicht von Erfolg gekrönt waren.

Oldenburg schaffte es noch einmal auf 17:25 heranzukommen, ehe Loerper und Bohrmann wieder den alten Abstand von 10 Toren wiederherstellten. Fünf Minuten vor dem Ende gab Wolf dann auch den Spielerinnen aus der zweiten Reihe mehr Spielanteile und im Gegensatz zum Spiel gegen Rostock kam dieses Mal kein Bruch ins Spiel. Vivi Kazaki erhöhte auf 31:20. Die letzte Minute hatte es dann noch einmal in sich. Zuerst düpiert Oldenburgs Nina Hess Englert mit einer Pirouette mit anschließendem Heber zum 32:23, bevor beide Mannschaften sich noch einmal einen Strafwurf erarbeiteten. Zunächst verwandelte Kazaki sicher, bevor Vojtiskova den letzten Treffer der Partie zum 33:24 Endstand erzielte.

Stimmen zum Spiel:

Leszek Krowicki (Trainer Oldenburg): Das Ergebnis geht in Ordnung. Wir haben versucht das Spiel nachzumachen, aber wir sind noch nicht so weit. Wir haben zu hektisch agiert und eine routinierte und dynamische Mannschaft wie Leverkusen bestraft das. Das Ergebnis ist keine Katastrophe. Wir haben eine gute Serie hinter uns und hoffen diese zu Hause weiter ausbauen zu können und uns für Riesa zu qualifizieren.

Renate Wolf (Trainerin Leverkusen): Wir haben uns heute vorgenommen unsere Abwehr zu verbessern, denn unsere wenigen Gegentore sind ein Garant für einen Sieg. Was noch nicht geklappt hat, war die Übergabe des gegnerischen Kreisläufers. Daran müssen wir weiterer arbeiten.

Bayer Leverkusen - VfL Oldenburg 33 : 24 (17:11)

Bayer Leverkusen:
Englert (ab 45., 3 Paraden), Woltering (15 P.);
Fillgert 10/2, Wienstroer, Kazaki 2/1, Müller 4, Loerper 2/2, Glankovicova 3, Krause 7, Bohrmann 2, Neukamp 1, Ahlgrimm 2, Byl

VfL Oldenburg:
Zornow (3 P.), Fleischer (ab 15., 7 P.);
Vojtiskova 2/1, Erfmann 1, Hess 1, Oborilova 2, Andryushchenko 3, Lamein 4, Urdea 4/1, Everding, Tobiasova, Kethorn, Scholl 6, Hansel 1

Strafminuten: 8/10
Siebenmeter: 6/5 ; 3/2
Schiedsrichter: Schembs/Weyell (Nackenheim / Nieder-Olm)

Spielfilm:
3:2 (5.), 6:5 (10.), 10:6 (15.), 12:6 (20.), 13:8 (25.), 17:11 (HZ)
18:12 (35.), 22:13 (40.), 25:15 (45.), 26:18 (50.), 31:20 (55.), 33:24 (EN)