18.08.2010 01:10 Uhr - 2. Bundesliga Süd - fcb

Metzingen startet mit Niederlage gegen Bietigheim in heiße Phase der Vorbereitung

Annamaria Ilyes läuft nun für Metzingen auf.Annamaria Ilyes läuft nun für Metzingen auf.
Quelle: Eibner Pressefoto
Die selbsternannten „ TuSsies“ Metzingen haben neuerdings ein Maskottchen: Der „TuSsiFant“ im gelben Tutu-Röckchen war eines der Highlights der unterhaltsamen Saisoneröffnung in Metzingen am Dienstagabend. Die Metzingerinnen stehen vor einer schweren Spielzeit, muss doch am Ende für die Qualifikation zur eingleisigen Zweiten Liga mindestens Rang sieben erreicht werden. „Die Liga ist stärker geworden. Viele Teams haben sich verstärkt, die Konkurrenz ist groߓ, weiß Trainerin Edina Rott, die zur neuen Saison auf die Trainerbank gewechselt ist. „Wir müssen unter die ersten sieben kommen“ lautet die einhellige Vorgabe, auch von Manager Ferenc Rott, der eingesteht, dass den Klub immer noch Schulden drücken. Allerdings seien auch einige neue Sponsoren an Bord.

„Wir haben viel im Bereich Schnelligkeit und Handballspezifisches trainiert“, erzählte Edina Rott bei einer kleinen Fragerunde. In den nächsten Tagen und Wochen stehen nun, nach dem Aufeinandertreffen mit Bundesliga-Aufsteiger SG BBM Bietigheim, weitere Testspiele und Turniere an. Am Wochenende reist die Mannschaft zum Turnier nach Allensbach, in der nächsten Woche wird es einen Test gegen Ligakonkurrent Nellingen geben. Die Vorbereitung der TuSsies Metzingen steht dabei unter dem Stern einer schwierigen Saison. Am Ende muss aus Sicht der Verantwortlichen die Qualifikation für die eingleisige Zweite Liga stehen. Ein Vorteil dabei kann das Auftaktprogramm sein. „Das erste Spiel gegen Dortmund wird schwer, aber das muss zu machen sein. Danach spielen wir noch zweimal gegen die Aufsteiger zuhause“, weiß Edina Rott.

Auf dem Weg in die eingleisige Zweite Liga warb Manager Ferenc Rott für weitere Unterstützung. „Wir haben leider nicht die Mittel, hauptberufliche Mitarbeiter zu beschäftigen, aber wir brauchen noch mehr Leute“, will der Ungar die Last auf mehr Schultern verteilen. Dabei sollen die Schulden, die in der vergangenen Spielzeit ein tragendes Thema im Ermstal waren, weiter aufgearbeitet werden. „Wir haben einige neue Sponsoren, auch Großsponsoren. Fast alle alten Sponsoren haben weiter zu uns gestanden. Wir suchen aber noch weiter nach Geldgebern, jeder ist herzlich willkommen“, warb Rott vor den etwa 400 Zuschauern in der Öschhalle. Drei neue Trikotsätze eines neuen Ausrüsters und ein Maskottchen, ein Elefant mit rosa Ohrmuscheln in einem gelben Tutu, sollen Zeichen des Aufbruchs in eine bessere Zukunft sein.

Auf dem steinigen Weg zur Qualifikation für das eingleisige Unterhaus werden die TuSsies einige Neuzugänge begleiten. Julia Smideliusz, Annamaria Ilyes, Katja Gahn, Anikó Szrnka, Sabine Stockhorst, Ina Großmann, Rebecca Frey und Pia Rausch sind die Neuen. Mike Leibsle als Co-Trainer, Norbert Augustin als Torwarttrainer und Physiotherapeutin Frauke Linge heißen die Arbeiter im Hintergrund. Smideliusz und Stockhorst waren dabei die einzigen aus der neuen Riege, die gegen die klassenhöhere SG BBM Bietigheim in der Anfangsaufstellung waren. Letztlich unterlag Metzingen dabei mit 24:28 (14:18), zeigte aber in einigen Phasen gute Ansätze, zumal Bietigheim besonders in Unterzahl sowie zu Beginn der zweiten Halbzeit wenig souverän wirkte. Auf beide Teams wartet noch die Feinabstimmung. „Wir trainieren sechsmal am Tag, das war ich wirklich nicht gewohnt“, berichtete die junge Pia Rausch.

Dabei hatte der Erstligist den besseren Start und kam besonders durch Barbara Brecska in der temporeichen Auftaktphase mit leichten Treffern zur 7:3-Führung (6.). Weitere Möglichkeiten nach Ballgewinnen vergaben die Bietigheimerinnen jedoch und nach einem Walzik-Kempa zum 9:6 (10.) kam Metzingen auf. Rachel Wilhelm und die im Spielverlauf überragende Julia Smideliusz brachten die TuSsies auf 8:9 heran und BBM-Trainer Hagen Gunzenhauser musste an die Aufmerksamkeit seiner Schützlinge appellieren. Diese schienen danach in Metzingens Torfrau Anikó Szrna ihre Meisterin zu finden, nach Lana Holders Strafwurf zur Bietigheimer 11:8-Führung konnte BBM jedoch direkt nachlegen und lag, besonders durch die Gegenstoßtreffer Sara Walziks, bis zur Pause mit 18:14 vorn. Metzingen verpasste dabei einige Torchancen oder scheiterte an Anja Friedrich.

Mit Katja Gahn und Freya Stonawski als frische Außenspielerinnen und Annamaria Ilyes in Torlaune kam Metzingen nach der Pause zum 17:18 (35.) und begeisterte das Publikum mit einem furiosen Start in die zweite Spielhälfte. Für BBM stand unterdessen Anita Koziol, Helena Frank und Tina Michel neu auf dem Parkett und die Gäste kamen erst mit Franks 19:17-Führungstreffer (37.) wieder in die Spur. Ein gutes Unterzahlspiel mit Holder und Mack als Torschützinnen trug BBM danach auf 24:19 davon (46.), ehe Ilyes wieder traf. In der Schlussphase nach dem 21:27 aus Metzinger Sicht war es ebenfalls Ilyes, einige Treffer und Kreisanspiele zum versöhnlichen 28:32-Endstand beisteuerte. Bietigheim konnte sich bei dem Pflichtsieg vor allem auf die torhungrige Lana Holder verlassen. Beide Teams stehen sich spätestens beim letzten Turnier vor Rundenbeginn, dem LOTTO-Cup in Ludwigsburg, noch einmal gegenüber.