06.02.2006 14:12 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm

VfL will Bayer überraschen– Krowicki: „Wir glauben an die eigene Stärke“

Leszek Krowicki will die VfL-Serie ausbauenLeszek Krowicki will die VfL-Serie ausbauen
Quelle: Christopher Monz
Drei Tage nach dem 24:19-Heimsieg gegen die TSG Ketsch kämpft Bundesligist VfL Oldenburg am morgigen Dienstag um 19 Uhr bei Bayer Leverkusen um den Fortbestand seiner Serie. In fünf Pflichtspielen im Jahr 2006 blieb der VfL bisher ohne Niederlage, gewann die letzten drei Punktspiele.

Doch gegen den Tabellenzweiten ist der VfL, der wieder Achter sind, klarer Außenseiter. Darüber macht sich auch Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki keine Illusionen. „Bayers Mannschaft besteht fast nur aus international erfahrenen Spielerinnen. Wir wissen um unsere Rolle und nehmen sie an.“
 
Dennoch werde sich sein Team in der Ulrich-Haberland-Halle nicht kampflos geschlagen geben, betont der Trainer. „Wir wollen das Beste der letzten fünf Spiele gegen Leverkusen zeigen. Gegen Spitzenmannschaften darf man nie wie ein Lehrling, sondern mit Überzeugung und Glauben an die eigene Stärke auftreten. Wir haben einen guten Lauf, die Form stimmt und wir werden alles aus unseren Möglichkeiten machen.“
 
Beim VfL steht hinter den Einsätzen von Lucia Tobiasova und Janice Fleischer ein Fragezeichen. Tobiasova leidet an einer schmerzhaften Schwellung am Daumen und konnte bereits gegen Ketsch nicht spielen. Torfrau Fleischer, nach sechs Minuten gegen die TSG von einem Ball unter dem linken Auge getroffen und ausgewechselt, gab sich sofort wieder kämpferisch: „Ich habe eine leichte Gehirnerschütterung, das Auge ist auch angeschwollen. Aber gegen Bayer bin ich dabei. Davon lasse ich mich doch nicht abschrecken.“
 
Die Gedanken beim Team von Trainerin und Bayer-Geschäftsführerin Renate Wolf dürften sich aber um den kommenden Sonntag kreisen. Da empfängt Bayer im Europacup der Pokalsieger die dänische Mannschaft Horsens HK (16 Uhr). Mit den Gedanken nicht so ganz bei der Sache könnte B04 bereits beim Thüringer HC gewesen sein, als sie durch ein empfindliches 27:31 gegen die heimstarke Mannschaft jüngst die Tabellenführung abgaben.
 
Nicht an den VfL-Sieg vor gegen den THC in eigener Halle vor zehn Tagen denken (31:21), will Krowicki bei der Bewertung der Chancen: „Die Ergebnisse zeigen, was in dieser Liga möglich ist. Aber ob Bayer nach der Niederlage jetzt besonders motiviert ist oder nicht, spielt keine Rolle. Die Mannschaft hat Klasse und Erfahrung genug. Die Einstellung wird stimmen, dazu ist auch die Trainerin zu erfahren.“ Bayers größte Stärke sieht der Trainer im Gegenstoßverhalten. „Alle bewegen sich gut, laufen nach vorne. Bayer spielt alles andere als einen statischen Handball und bestraft jeden Fehler.“
 
Bayers Klasse bestätigte kürzlich auch das Handballmagazin Handballwoche, die Leverkusens Nadine Krause zur besten Spielerin 2005 kürte. Es ist schon die sechste „Handballerin des Jahres“, die das Bayer-Trikot trägt. Krause gewann die Wahl deutlich vor Grit Jurack (Viborg HK, Dänemark) und die ehemalige Oldenburgerin Nina Wörz (HC Leipzig).