06.08.2010 04:00 Uhr - 1. Bundesliga - PM VfL Sindelfingen

Zurück in der Heimat: Marielle Bohm

Marielle BohmMarielle Bohm
Quelle: VfL Sindelfingen
Mit Marielle Bohm konnten sich die Handball-Damen des VfL Sindelfingen eine der wurfstärksten Spielerinnen der 1. Bundesliga sichern. Für die 29-Jährige schließt sich ein Kreis: Nach acht Jahren in der Fremde hat es die gebürtige Nürtingerin wieder ins Schwabenländle gezogen. „Ich wollte wieder in die Heimat. In Trier und beim Thüringer HC in Erfurt habe ich einige schöne Jahre erlebt, aber irgendwann möchte man eben einfach zurück“, sagt die Rückraumspielerin, die seit dieser Saison für den VfL auf Torejagd geht.

Ihr Heimatverein ist der Wernauer SFH, als Kind begann sie hier mit dem Handballspielen. Ihre Eltern schickten die kleine Marielle aber zu erst ins Kinderturnen, „das war allerdings nichts für mich und hatte mir auch null Spaß gemacht“, erzählt sie. Schnell folgte der Wechsel zur Ballsportart und dann ging es steil bergauf: Mit ihrer Mannschaft stieg sie von der Bezirksliga bis in die Verbandsliga auf, außerdem durchlief sie alle württembergischen Auswahlmannschaften. 1999 wurde der Zweitligist Metzingen auf die talentierte Spielerin aufmerksam und verpflichtete sie.

„Dort habe ich unter anderem mit meinen heutigen Teamkameraden Silke Meier und Maren Baumbach zusammengespielt, außerdem mit Ania Rösler, der großen Schwester von Milena.“ 2002 wechselte sie dann nach Trier, 2006 zum Thüringer HC. Ihr Trainer bei beiden Vereinen: Dago Leukefeld, den sie auch aus der Jugend-Nationalmannschaft kannte. In ihrer Trierer Zeit konnte sie auch ihren größten, sportlichen Erfolg feiern – und zwar 2003 die Meisterschaft. „Das war ein Wahnsinnsgefühl, wirklich unglaublich. Ich war ja gerade mal 23 Jahre alt,“ blickt Marielle gerne zurück. Auch mit ihrer Zeit in Erfurt ist sie hochzufrieden, unter Leukefeld konnte sie sich weiterentwickeln und wurde schnell zum Publikumsliebling. „Das Vereinsumfeld hatte sich jedoch in den letzten Monaten verändert und ich habe mich nicht mehr richtig wohlgefühlt beim THC. Es gab einige Spielertransfers und mein Bauchgefühl riet mir zum Wechsel nach Sindelfingen“, so die 29-Jährige. Und bislang hat sie keinen Grund ihre Entscheidung zu bereuen: „Alle Spielerinnen sind sehr umgänglich und wir Neuzugänge wurden super aufgenommen.“

Auch außerhalb des Spielfelds ist Marielle eng mit dem Handballsport verbunden. Die diplomierte Sportwissenschaftlerin, die in Stuttgart und Saarbrücken studiert hat, arbeitet beim württembergischen Handballverband in der Nachwuchsförderung. Unter anderem entwickelt sie Trainingspläne für Kinder- und Jugendliche. „Das macht mir sehr viel Spaß, ist aber natürlich auch teilweise anstrengend wenn ich 40 Kinder zu bändigen haben,“ erzählt sie schmunzelnd. Als Projektleiterin ist sie zuständig für den Bezirk Achalm-Nagold. Zum Beispiel leitet sie das Training an einer Realschule in Großbottwar, auch an einer Grundschule in Sindelfingen wird noch tätig sein. Da passt es natürlich gut, dass sie jetzt in Darmsheim wohnt. Denn auch für die Fahrt in ihre Heimstadt Wernau, in der ihre Eltern leben, braucht sie gerade mal dreißig Minuten mit dem Auto.

In ihrer Freizeit ist Marielle gerne sportlich aktiv, vor kurzem hat sie sich extra ein neues Mountainbike gekauft. Ansonsten hört sie in ihrer handballfreien Zeit viel Musik, am liebsten aktuelle Charts im Radio. Außerdem ist sie ab und an in den Bergen oder am Bodensee unterwegs und zudem schaut sie sich gerne Städte in ganz Deutschland an. Ihre Lieblingsstadt: Erfurt in Thüringen. „Die Stadt ist wirklich schön und besitzt viel Charme. Ich habe während meiner THC-Zeit etliche Freunde kennen gelernt und bin auch heute noch des Öfteren dort.“