03.08.2010 09:19 Uhr - 1. Bundesliga - PM VfL Sindelfingen

"Eine coole Erfahrung": Ina Großmann blickt auf die WM in Korea zurück

Ina Großmann im Mannschaftsbus in SüdkoreaIna Großmann im Mannschaftsbus in Südkorea
Quelle: privat
Nach einem gut zehnstündigen Flug landete Ina Großmann vom Bundesligisten VfL Sindelfingen am Sonntag wieder in Frankfurt am Main. Im Gepäck: Der siebte Platz bei der U20-Weltmeisterschaft in Südkorea. Die 19-Jährige aus Holzgerlingen ist allerdings nicht ganz zufrieden mit dieser Platzierung: "Das ist zwar schon okay bei insgesamt 24 teilnehmenden Teams, aber meiner Meinung nach wäre etwas mehr drin gewesen", meint die Linksaußen-Spielerin. Trotzdem ist sie froh, überhaupt bei der Weltmeisterschaft in Asien dabei gewesen zu sein, denn "es war eine coole Erfahrung".

Das deutsche Team war stark in die WM gestartet: Die ersten beiden Partien gegen Serbien (29:27) und Grönland (36:12) konnten relativ souverän gewonnen werden. Auch das Unentschieden gegen Angstgegner Frankreich (25:25) sorgte für gute Stimmung im deutschen Lager. Überzeugen konnte dabei vor allem Ina Großmann, die pfeilschnelle Angreiferin erzielte in diesen drei Partien 14 Treffer. Gegen Norwegen gab es dann für die Mannschaft von Juniorinnen-Bundestrainer Andreas Schwaben den ersten Dämpfer: Mit 23:35 ging man gegen den amtierenden Europameister regelrecht unter. "Wir haben 20 Minuten lang hervorragend gedeckt, aber unsere eigenen Chancen nicht genutzt - und Norwegen war da rigoros", so der Bundestrainer. Die anschließende Partie gegen Tunesien gewann das deutsche Team mit 33:23 und zog in die Hauptrunde ein.

Hier fanden die deutschen Juniorinnen kurzzeitig in die Erfolgsspur zurück und bezwangen Kroatien mit 25:22. Die Hoffnung auf das Erreichen des Halbfinales wurde im nächsten Spiel allerdings jäh zerstört, als man gegen Gastgeber Südkorea den Kürzeren zog. Trotz einer überzeugenden Leistung musste man sich nach 60 Minuten mit 22:24 geschlagen geben. "Dieses Spiel war für uns der Knackpunkt bei der WM. Hätten wir das gewonnen, hätten wir gute Chancen auf das Halbfinale gehabt", meint Ina Großmann. "Bei einem Sieg wäre die Moral völlig anders gewesen und wir wären in den kommenden Spielen anders aufgetreten." So verlor man auch die letzte Partie der Hauptrunde gegen die Niederlande mit 30:34. Zumindest das Spiel um Platz sieben gegen Schweden konnte mit 31:30 gewonnen werden.

Abseits der WM sicherten sich die deutschen Spielerinnen neue Eindrücke von Südkorea. Großmann: "Es ist eine komplett andere Welt dort. Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, Seoul ist bunt, laut und voller Menschen. Wir wurden teilweise per Polizeieskorte zur Halle gefahren, weil so viel auf den Straßen los war. Es gibt dort Autobahnen mit zwölf Spuren. Und auch beim Essen hatte man teilweise Probleme, da man nicht wusste, was man da jetzt eigentlich isst." Von Spezialitäten wie Hamster am Spieß ließ die 19-Jährige deshalb lieber die Finger von. Sehr überrascht war sie von den Südkoreanern, die hilfsbereit und nett waren. "Auch die Kommunikation war kein großes Problem, da die meisten dort Englisch sprechen."

Deshalb zieht Ina Großmann, die bei der WM 25 Tore erzielte, trotz des siebten Platzes ein positives Fazit: "Im Großen und Ganzen war die Weltmeisterschaft eine super Sache und ein tolles Erlebnis. Ich habe viel Spielpraxis bekommen und ein neues Land kennen gelernt." Zeit zum Ausruhen bleibt ihr nach den zwei Wochen in Südkorea aber nicht: In dieser Woche wird sie wieder das Training beim VfL Sindelfingen aufnehmen.