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01.08.2010 02:41 Uhr - Jugend/Juniorinnen - Christian Stein

U20-WM: Die Last auf viele Schultern verteilen war der Schlüssel zum Erfolg

Die 17. U20-Weltmeisterschaften in Korea sind zu Ende gegangen. Grund genug, um einen Blick auf die Statistiken zu werfen. Die besten vier Mannschaften haben in vierzehn Tagen zehn Partien absolvieren müssen. Am Ende dieses kraftraubenden Turniers haben sich mit Norwegen und Russland die Mannschaften durchgesetzt, die ihre Kräfte am besten dosierten und die Last auf möglichst viele Schultern verteilten. Weniger die herausragenden Individualisten, über die Norwegen zum Beispiel mit Nora Mörk (Larvik) zweifelsohne verfügt, als vielmehr die geschlossene Teamleistung brachten den Skandinavierinnen erstmals den Titel bei der U20-WM.

Deutsche Toptorschützin: Marlene ZapfDeutsche Toptorschützin: Marlene Zapf
Quelle: sportseye.de
Bei maximal 10 möglichen Stunden Einsatzzeit war Spielmacherin Stine Oftedal mit 6 Stunden, 22 Minuten und 53 Sekunden am längsten für den späteren Turniersieger auf dem Parkett. Zum Vergleich: Obwohl die deutsche Auswahl ein Spiel weniger absolvierte standen Maike Schirmer (7:50:02), Nele Kurzke (7:38:58), Marlene Zapf (7:06:25), Kim Naidzinavicius (7:03:42) und Luisa Schulze (6:48:26) länger als die Norwegerin auf dem Parkett. Auch Penda Bönighausen (6:08:22) kam auf über sechs Stunden Einsatzzeit bei der WM. Die meiste Fluktuation leistete sich die DHB-Auswahl auf der linken Außenbahn, wo sich Franziska Müller (4:40:07), Ina Großmann (3:36:31) und die auch im linken Rückraum agierende Julia Wenzl (3:29:08) die Einsatzzeiten teilten. Die anderen sieben Spielerinnen kamen auf unter zwei Stunden Spielzeit, einen Großteil der WM-Luft schnupperte dieses Septett beim Vorrundenspiel gegen Grönland.

Auch die Bilanz von Südkorea, das wie Deutschland am Ende den großen Kräfteverschleiß beklagte und den eigenen Ansprüchen entsprechend einen enttäuschenden vierten Platz belegte, sieht ähnlich aus. Gleich sieben Spielerinnen ackerten über sechseinhalb Stunden und somit länger als Oftedal. Den Spitzenplatz mit 8:58:19 belegt Linksaußen Hyo-Bi Jo. Noch mehr als Norwegen, das in Torhüterin Hilde Kamperud (1:35:49) und Susann Hall (1:57:10) seine Kurzarbeiterinnen hatte, teilte Vizeweltmeister Russland seine Kräfte ein. Ksenia Makeeva (5:46:06) ackerte am längsten, mit Yana Ordina (2:56:45) kam nur eine Spielerin nicht über die Drei-Stunden-Marke.

Den Titel der Toptorjägerin des Turniers sicherte sich die Schwedin Nathalie Hagman, die vor allem wegen ihrer 33 Gegenstoßtore mit 75/15 Toren am Ende knapp vor der Neu-Oldenburgerin Laura van der Heijden (72/21), die nur 13 Kontertore erzielte, lag. Deutschlands erfolgreichste Torjägerin war Marlene Zapf (47/18), die schon 2008 Mitglied der Weltmeistermannschaft war. In der Abwehrstatistik ganz oben rangiert hingegen Kim Naidzinavicus, die in der Offensive auch mit 32 Fehlern einen negativen Topwert aufweist. Bei den Blocks wurde die für die HSG Bensheim-Auerbach spielende Regisseurin lediglich um einen Block von Jelena Trifunovic (Serbien/16) übertroffen. Ihre Mittelblockpartnerin Luisa Schulze, die im Vorjahr noch die Ehrung als beste Abwehrspielerin der U19-EM eingeheimst hatte, blockte ebenfalls 15 Bälle. Bei den abgefangenen Bällen (19), sowie den insgesamt beim Gegner verursachten Ballverlusten (24) konnte Naidzinavicius lediglich noch die Koreanerin Eun-Hee Ryu (22) das Wasser reichen. Die Asiatin hatte jedoch auch eine Partie mehr absolviert und stand insgesamt 21 Minuten länger auf dem Platz.

Den trotz der Zuordnung in die vierte Leistungsreihe erreichten Hauptrundeneinzug haben Brasilien und Kroatien vor allem ihren Torhüterinnen zu verdanken. Jessica Oliveira kam am Ende auf 127 Paraden (39,1 % gehaltene Bälle), Marta Zderic auf 122 (38,9 %). Die Kroatin avancierte dabei jedoch mit insgesamt zehn gehaltenen Strafwürfen gemeinsam mit der Angolanerin Silvia Mulabo zur Siebenmeterkillerin des Turniers. Allerdings hat die Keeperin des Afrikameisters nur 21 Duelle ausgetragen, Zderic hingegen sah sich 31 Strafwürfen konfrontiert. Von den Torhüterinnen der vier Halbfinalisten hatte Marina Vukcevic (85, 38,6 %) die meisten Paraden aufzuweisen, die bessere Quote konnte jedoch Guro Rundbraathen (82, 41,4 %) für sich verbuchen. Deutschlands Keeperin Nele Kurzke kam auf insgesamt 93 Paraden, hat jedoch mit lediglich 32,6 % gehaltener Bälle die schlechteste Quote der fünf Torhüterinnen mit den meisten Paraden.

Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive hingegen Meisterschaften. Zumindest die U20-WM zeigt etwas anderes auf, denn mit den Niederlanden (104 verursachte Ballverluste), Deutschland, Ungarn (je 102) und Schweden (100) verpassten die vier am härtesten zu knackenden Abwehrreihen allesamt das Halbfinale und mussten stattdessen mit den Plätzen 5-8 Vorlieb nehmen, denn das Team Oranje lag auch bei den progressiven Bestrafungen insgesamt (78) und den Zeitstrafen (51) ganz vorne. Bei den Zeitstrafen haben vor allem die Kreisläuferinnen den Gang auf die Strafbank angetreten. Mit THC-Neuzugang Danick Snelder und der bei Krim Ljubljana spielenden Serbin Dragana Cvijic liegen zwei Kreisläuferinnnen gemeinsam mit Györ-Spielmacherin Dora Deaki (je 10 Zeitstrafen) vorne. Auch in der DHB-Auswahl führen mit der Leipzigerin Luisa Schulze (7) und der Blombergerin Anika Leppert (4 Zeitstrafen, eine rote Karte) Kreisläuferinnen die Sünderstatistik an. Auf das beste Torhüterinnentrio konnte hingegen Ungarn bauen, denn Vivien Vig (66 Paraden, 41,5 %), Viktoria Oguntoye (40, 44,5 %) und Kinga Janurik (26, 38,2 %) kamen als Gespann auf 41,6 % gehaltene Bälle (132 Paraden).



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