Sonntag · 22.04.2012 · 18:12 Uhr · dpa/hsg/thc
THC gewinnt Viertelfinalhinspiel in Blomberg
Die Handballerinnen des Thüringer HC haben im
Hinspiel des Playoff-Viertelfinals um die deutschen Meisterschaft
einen ersten Schritt in Richtung Titelverteidigung gemacht. Das Team
von Coach Herbert Müller siegte am Sonntag bei der HSG Blomberg-Lippe
mit 29:26 (12:14). „Das war vor eigenem Publikum ein guter Saisonabschluss, denn wir sind keine Fantasten”, sagte Blombergs Trainer André Fuhr. „Wir fahren als krasser Außenseiter zum THC, werden aber alles daran setzen, unseren Gegner erneut zu ärgern.” Das Rückspiel beginnt am kommenden Mittwoch um 19.30 Uhr in Bad Langensalza.
Allerdings schaffte es der Pokalsieger gegen die kämpferisch starken Gastgeberinnen nicht, seiner Favoritenrolle noch deutlicher gerecht zu werden. Beste Werferin für den THC in der Sporthalle an der Ulmenallee war Katrin Engel (10/3). Aufseiten Blombergs zeigte sich Karen Knutsdottir (5/4) am treffsichersten.
Von Beginn an liefen die Gäste in der temporeichen Partie einem Rückstand hinterher. Ohne Petra Popluharova, die sich im Training eine Verletzung an der Hand zugezogen hatte, geriet der THC in Minute elf mit 4:6 ins Hintertreffen. Müller reagierte und nahm eine Auszeit. Zwar gelang im Anschluss der 6:6-Ausgleichstreffer (17.). Abschlussschwächen im Angriff und Abstimmungsprobleme in der Defensive waren jedoch der Grund, warum der Double-Gewinner des Vorjahres Blomberg erneut davonziehen lassen mussten. Diese Führung konnten die HSG bis zur Mitte der ersten Hälfte beibehalten, nicht zuletzt auch dank schlechter Chancenverwertung der Gäste. Allein vier Mal stand bis dahin der Pfosten oder die Torlatte im Weg. Melinda Geiger verkürzte auf 5:6 aus THC-Sicht, danach musste Danick Snelder als erste der Partie eine Zeitstrafe antreten. Die konzentrierte Blomberger Abwehr machte es dem THC-Angriff schwer und im Angriff waren vor allem Michaela Hofmann und Xenia Smits erfolgreich - bis zum 11:8 in der 20. Minute hatten beide bereits sieben Treffer erzielt.
Die Spielerinnen von Trainer Andre Fuhr machten bis dahin ein Spiel nach dem Geschmack der Zuschauer in der heimischen Sporthalle. Den favorisierten Thüringer HC unter Druck setzen - diese Aufgabe war spätestens beim 12:8 durch Xenia Smits in der 23.Spielminute als durchaus gelungen zu bezeichnen. Mit der frühzeitigen zweiten Zeitstrafe für Danick Snelder (24.Min) war eine weitere Schwächung der THC-Abwehrarbeit zu erwarten - Schwerstarbeit für die verbliebenen Fünf.
Doch in dieser Phase zeigten die Thüringer Gäste ihre Kampfkraft. Durch einen verwandelten Strafwurf von Katrin Engel und ein Fernwurftor von Nadja Nadgornaja war der THC wieder auf Tuchfühlung (12:11 - 26.Min.). Und nur eine Minute später setzte Danick Snelder noch eins drauf - ihr Treffer bedeutete den psychologisch wichtigen Ausgleich und belohnte eine beherzte Aufholjagd. Jetzt aber waren die Blombergerinnen wieder am Drücker. Innerhalb von nur 30 Sekunden sorgten Sabrina Richter und Franziska Müller für den 14:12 Halbzeitstand.
„Dass es so nicht weitergehen konnte, war uns klar”, sagte Fuhr. Nach der Pause drückte Katrin Engel der Partie ihren Stempel auf. Sie verkürzte auf 13:14, scheiterte aber kurz darauf bei einem Siebenmeter. Dann aber konnte Engel die HSG-Abwehr gleich zweimal überwinden und schaffte in der 34.Minute den 15:15-Ausgleich. Und in der 36. Minute traf die österreichische Nationalspielerin gleich noch einmal und brachte den THC mit 17:16 in Führung. Es war bis dahin die Partie zweier gleichstarker Kontrahenten. Dem Ausgleichstreffer durch Franziska Müller folgte eine Abwehraktion von Kerstin Wohlbold, für die sie auf die "Bank" geschickt wurde. Doch genau diese Strafzeit nutzten die Gäste mit viel Routine - Melinda Geiger und Nadja Nadgornaja erzielten zwei wichtige Unterzahltreffer (17:19 - 40.Min).
Als danach Franziska Müller eine Zweiminutenstrafe erhielt, waren Katrin Engel und Willemaijn Karsten erfolgreich und schafften eine erstmalige Vier-Tore-Führung (18:22 - 44.Min.) In dieser Phase setzten die Gäste die Hauptaufgabe "sichere Abwehrarbeit" gekonnt um - und es kam auch mehr Struktur in die Angriffsaktionen. Jetzt zog Konstanz ins Spiel ein - legte der THC vor, kam die HSG zu ihrem Treffer. So ging es mit einer guten Gästeführung in die letzten zehn Minuten der Partie. In der 53. Minute musste Dagmar Stuparicova die "Bank drücken" und die Gastgeberinnen nutzten ihre Überzahl durch Assina Müller zum 24:26, was Gästetrainer Herbert Müller zum Legen der grüne Karte zwang.
Katrin Engel sorgte mit ihrem zehnten Treffer für Ruhe beim Gast und kurz danach schraubte Melinda Geiger das Ergebnis wieder auf 28:24 aus THC-Sicht. Die Hoffnung auf eine weitere Resultatsverbesserung nach dem vierten verwandelten Strafwurf von Karen Knutsdottir schwand dann mit der Zeitstrafe für Kim Berndt. Das 25:28 aus HSG-Sicht musste nun in Unterzahl über die Zeit gerettet werden. Ein Siebenmetertreffer von Nadja Nadgornaja brachte wieder den alten Abstand. Andrè Fuhr nahm sechs Sekunden vor Schluss das Team-Time-Out und konnte sich mit seinem Team über den letzten Treffer - einen verwandelten Strafwurf zum 26:29 freuen. Ob es ein für den Ausgang des Viertelfinales bedeutsamer Treffer war, wird sich dann am Mittwochabend in Bad Langensalza zeigen.
„Ich bin sehr froh, dass wir dieses Spiel nach dem souverän erreichten Klassenverbleib als Zugabe hatten”, sagte Fuhr. „Beide Mannschaften haben sich einen intensiven Kampf geliefert. Das war Werbung für den Frauenhandball und in eigener Sache.” Katrin Engel analysierte: "Wir sind nicht gut gestartet, sind dann aber zu Beginn der zweiten Halbzeit gut ins Spiel gekommen. Es hätten noch zwei Tore mehr sein können, drei Tore sind nichts im Handball. Wir geben Vollgas am Mittwoch und wollen natürlich weiter kommen." "Wir haben zwei grundverschiedene Halbzeiten gezeigt", sagte Nadja Nadgornaja: "In der ersten haben wir zu viele Fahrkarten geschossen und in der Abwehr viel zu passiv gestanden. In der zweiten haben wir gut ins Spiel gefunden, haben aggressiv gespielt, haben die Dinger rein gehauen und haben das Spiel dominiert. Das es am Ende nur drei Tore waren ist ein bisschen Schade, es hätten auch fünf sein können. Volle Konzentration gilt jetzt dem Spiel am Mittwoch."
THC-Trainer Herbert Müller stellte fest: "Wir haben in der ersten Halbzeit nicht aggressiv genug gedeckt und haben vorn sehr viele klare Chancen vergeben. (5 Pfostentreffer) Wir wollten das Spiel dominieren und haben es erst in der zweiten Halbzeit geschafft. Unser Ziel war mit einem Plus-Ergebnis nach Hause zu fahren. Dieses Resultat ist gefährlich - wir müssen uns steigern. Wenn wir um die deutsche Meisterschaft mitspielen wollen, müssen wir deutlich mehr Konstanz in unsere Gesamtleistung über 60 Minuten bekommen."
Allerdings schaffte es der Pokalsieger gegen die kämpferisch starken Gastgeberinnen nicht, seiner Favoritenrolle noch deutlicher gerecht zu werden. Beste Werferin für den THC in der Sporthalle an der Ulmenallee war Katrin Engel (10/3). Aufseiten Blombergs zeigte sich Karen Knutsdottir (5/4) am treffsichersten.
Von Beginn an liefen die Gäste in der temporeichen Partie einem Rückstand hinterher. Ohne Petra Popluharova, die sich im Training eine Verletzung an der Hand zugezogen hatte, geriet der THC in Minute elf mit 4:6 ins Hintertreffen. Müller reagierte und nahm eine Auszeit. Zwar gelang im Anschluss der 6:6-Ausgleichstreffer (17.). Abschlussschwächen im Angriff und Abstimmungsprobleme in der Defensive waren jedoch der Grund, warum der Double-Gewinner des Vorjahres Blomberg erneut davonziehen lassen mussten. Diese Führung konnten die HSG bis zur Mitte der ersten Hälfte beibehalten, nicht zuletzt auch dank schlechter Chancenverwertung der Gäste. Allein vier Mal stand bis dahin der Pfosten oder die Torlatte im Weg. Melinda Geiger verkürzte auf 5:6 aus THC-Sicht, danach musste Danick Snelder als erste der Partie eine Zeitstrafe antreten. Die konzentrierte Blomberger Abwehr machte es dem THC-Angriff schwer und im Angriff waren vor allem Michaela Hofmann und Xenia Smits erfolgreich - bis zum 11:8 in der 20. Minute hatten beide bereits sieben Treffer erzielt.
Die Spielerinnen von Trainer Andre Fuhr machten bis dahin ein Spiel nach dem Geschmack der Zuschauer in der heimischen Sporthalle. Den favorisierten Thüringer HC unter Druck setzen - diese Aufgabe war spätestens beim 12:8 durch Xenia Smits in der 23.Spielminute als durchaus gelungen zu bezeichnen. Mit der frühzeitigen zweiten Zeitstrafe für Danick Snelder (24.Min) war eine weitere Schwächung der THC-Abwehrarbeit zu erwarten - Schwerstarbeit für die verbliebenen Fünf.
Doch in dieser Phase zeigten die Thüringer Gäste ihre Kampfkraft. Durch einen verwandelten Strafwurf von Katrin Engel und ein Fernwurftor von Nadja Nadgornaja war der THC wieder auf Tuchfühlung (12:11 - 26.Min.). Und nur eine Minute später setzte Danick Snelder noch eins drauf - ihr Treffer bedeutete den psychologisch wichtigen Ausgleich und belohnte eine beherzte Aufholjagd. Jetzt aber waren die Blombergerinnen wieder am Drücker. Innerhalb von nur 30 Sekunden sorgten Sabrina Richter und Franziska Müller für den 14:12 Halbzeitstand.
„Dass es so nicht weitergehen konnte, war uns klar”, sagte Fuhr. Nach der Pause drückte Katrin Engel der Partie ihren Stempel auf. Sie verkürzte auf 13:14, scheiterte aber kurz darauf bei einem Siebenmeter. Dann aber konnte Engel die HSG-Abwehr gleich zweimal überwinden und schaffte in der 34.Minute den 15:15-Ausgleich. Und in der 36. Minute traf die österreichische Nationalspielerin gleich noch einmal und brachte den THC mit 17:16 in Führung. Es war bis dahin die Partie zweier gleichstarker Kontrahenten. Dem Ausgleichstreffer durch Franziska Müller folgte eine Abwehraktion von Kerstin Wohlbold, für die sie auf die "Bank" geschickt wurde. Doch genau diese Strafzeit nutzten die Gäste mit viel Routine - Melinda Geiger und Nadja Nadgornaja erzielten zwei wichtige Unterzahltreffer (17:19 - 40.Min).
Als danach Franziska Müller eine Zweiminutenstrafe erhielt, waren Katrin Engel und Willemaijn Karsten erfolgreich und schafften eine erstmalige Vier-Tore-Führung (18:22 - 44.Min.) In dieser Phase setzten die Gäste die Hauptaufgabe "sichere Abwehrarbeit" gekonnt um - und es kam auch mehr Struktur in die Angriffsaktionen. Jetzt zog Konstanz ins Spiel ein - legte der THC vor, kam die HSG zu ihrem Treffer. So ging es mit einer guten Gästeführung in die letzten zehn Minuten der Partie. In der 53. Minute musste Dagmar Stuparicova die "Bank drücken" und die Gastgeberinnen nutzten ihre Überzahl durch Assina Müller zum 24:26, was Gästetrainer Herbert Müller zum Legen der grüne Karte zwang.
Katrin Engel sorgte mit ihrem zehnten Treffer für Ruhe beim Gast und kurz danach schraubte Melinda Geiger das Ergebnis wieder auf 28:24 aus THC-Sicht. Die Hoffnung auf eine weitere Resultatsverbesserung nach dem vierten verwandelten Strafwurf von Karen Knutsdottir schwand dann mit der Zeitstrafe für Kim Berndt. Das 25:28 aus HSG-Sicht musste nun in Unterzahl über die Zeit gerettet werden. Ein Siebenmetertreffer von Nadja Nadgornaja brachte wieder den alten Abstand. Andrè Fuhr nahm sechs Sekunden vor Schluss das Team-Time-Out und konnte sich mit seinem Team über den letzten Treffer - einen verwandelten Strafwurf zum 26:29 freuen. Ob es ein für den Ausgang des Viertelfinales bedeutsamer Treffer war, wird sich dann am Mittwochabend in Bad Langensalza zeigen.
„Ich bin sehr froh, dass wir dieses Spiel nach dem souverän erreichten Klassenverbleib als Zugabe hatten”, sagte Fuhr. „Beide Mannschaften haben sich einen intensiven Kampf geliefert. Das war Werbung für den Frauenhandball und in eigener Sache.” Katrin Engel analysierte: "Wir sind nicht gut gestartet, sind dann aber zu Beginn der zweiten Halbzeit gut ins Spiel gekommen. Es hätten noch zwei Tore mehr sein können, drei Tore sind nichts im Handball. Wir geben Vollgas am Mittwoch und wollen natürlich weiter kommen." "Wir haben zwei grundverschiedene Halbzeiten gezeigt", sagte Nadja Nadgornaja: "In der ersten haben wir zu viele Fahrkarten geschossen und in der Abwehr viel zu passiv gestanden. In der zweiten haben wir gut ins Spiel gefunden, haben aggressiv gespielt, haben die Dinger rein gehauen und haben das Spiel dominiert. Das es am Ende nur drei Tore waren ist ein bisschen Schade, es hätten auch fünf sein können. Volle Konzentration gilt jetzt dem Spiel am Mittwoch."
THC-Trainer Herbert Müller stellte fest: "Wir haben in der ersten Halbzeit nicht aggressiv genug gedeckt und haben vorn sehr viele klare Chancen vergeben. (5 Pfostentreffer) Wir wollten das Spiel dominieren und haben es erst in der zweiten Halbzeit geschafft. Unser Ziel war mit einem Plus-Ergebnis nach Hause zu fahren. Dieses Resultat ist gefährlich - wir müssen uns steigern. Wenn wir um die deutsche Meisterschaft mitspielen wollen, müssen wir deutlich mehr Konstanz in unsere Gesamtleistung über 60 Minuten bekommen."
