Montag · 23.01.2012 · 13:14 Uhr · chs
HBF kompakt: Heimsiege in der Frauenbundesliga

Franziska Mietzner und der FHC kassierten in Oldenburg eine unglückliche Niederlage
Foto: Hermann Jack
„Wir wollten nach der Niederlage gegen Göppingen unseren Zuschauern zeigen, dass wir da sind und gewillt sind zu fighten von der ersten bis zur sechzigsten Minute“, erklärte THC-Trainer Herbert Müller. Entsprechend deutlich fiel dann auch das Ergebnis zwischen Meisterschaftsfavorit und Abstiegskandidat aus. Die Trierer Miezen unterlagen am Ende mit 17:39 und Manager Martin Rommel ging hart mit seinen Spielerinnen ins Gericht. „Wir waren heute in keiner Situation des Spieles in der Lage hier Paroli zu bieten, haben gespielt wie das Kaninchen vor der Schlange. Wir haben insgesamt zu wenig engagiert gespielt und in jeder Phase des Spieles das Niveau erste Bundesliga vermissen lassen.“ THC-Coach Mülller konnte trotz der guten Teamleistung ein Duo besonders loben. „Kompliment für zwei super gute Torhüterinnen, besonders erfreulich Dinah Eckerle, die in den letzten 20 Minuten hervorragend gehalten hat.“
Für Blombergs Trainer Andre Fuhr war das 26:24 (13:9) über Göppingen „ungefährdet und hoch verdient.“ Denn die Lipperinnen rissen früh die Kontrolle über die Partie an sich und führten schnell mit 6:3 (11.). „Vor allem in der Abwehr war das Spiel gegen Göppingen sehr gut”, sagte Fuhr, der gegen Frisch Auf eine 5:1-Abwehr mit Xenia Smits als Spitze stellte. In den zahlreichen Überzahlsituationen wählte er sogar eine 4+2-Formation. Die Frisch Auf Frauen rannten diesem Rückstand aus der Anfangsphase hinterher. „Wir haben gekämpft, genau das hatten wir uns nach der Leistung gegen Oldenburg vorgenommen”, erklärte Fuhr. „Von der ersten Minute an waren wir bereit, jeden Weg und jeden Schritt zu gehen.” Erst in den letzten zehn Minuten, als bei Göppingen auch die beiden Linkshänderstützen Alena Vojtiskova und Karin Weigelt (beide dritte Zeitstrafe) wegbrachen, war die Partie beim 26:19 (54.) endgültig entschieden.
„Wenn man gegen uns offensiver deckt, um Laura Steinbach aus dem Spiel zu nehmen, dann haben wir eben unsere beweglicheren Rückraumspielerinnen, die die Räume nutzen können“, analysierte Renate Wolf die erste Halbzeit, in der sich Leverkusen angeführt von Nadine Krause (8/1) und nach der Einwechslung von Torhüterin Valentyna Salamakha aus einem 4:6-Rückstand eine verdiente 13:10-Pausenführung erspielte. Celle gab sich jedoch nicht vorzeitig geschlagen, doch Martin Kahle musste einräumen, dass „uns am Ende immer das eine Tor fehlte, um mal richtig in Schlagdistanz zu kommen.“ So blieb der Vorteil in der „eng umkämpfte Partie“, die beide Trainer gesehen hatten, bei Leverkusen. In der vorletzten Minute sollte das Pendel dann endgültig zu Gunsten der Elfen ausschlagen. Kathrin Schulz traf erst den rechten und mit dem Abpraller den linken Pfosten, der Ball landete bei den Bayer Handballerinnen und im Gegenzug traf Denisa Glankovicova zum 26:23 und Nadine Krause konnte letztlich noch den 27:23-Endstand nachlegen.
"Es war ein Arbeitssieg und wir können froh über die zwei Punkte sein", erklärte Buxtehudes Trainer Dirk Leun, der jedoch nach dem 30:26 über die HSG Bad Wildungen Vipers mit seinen Spielerinnen hart ins Gericht ging: "Damit können wir nicht zufrieden sein. Ich finde es schade, dass die Mannschaft es nicht schafft eine Spannung und Konzentration aufzubauen, um so einen Gegner souverän zu schlagen." Bad Wildungens Coach Markus Berchten hingegen verteilte ein Lob an seine Schützlinge: "Wir haben über sechzig Minuten gefightet, aber immer wenn wir die Big Points hätten machen können, haben wir die hundertprozentigen vergeben und lagen dann immer wieder drei Tore zurück." Denn der BSV legte von Beginn an immer den Spielstand vor, konnte sich im ersten Durchgang aber nie mehr als drei, im zweiten Spielabschnitt nicht mehr als fünf Tore absetzen. Immer wieder holten die Nordhessinnen auf, ehe in der heißen Schlussphase dann die Routine von Steffi Melbeck die zwei Punkte für die Hausherrinnen sicherte.
"So ist eben der Sport. Bis zur Minute 59:59 haben wir ein sehr gutes Spiel geliefert", erklärte FHC-Trainer Dietmar Schmidt. Denn in der EWE-Arena hatte sich bis dahin eine wechselhafte Partie ereignet. "Zwischenzeitlich hatten wir mehrfach die Chance, unseren Vorsprung auszubauen, sind aber an Torhüterin Julia Renner und acht Pfostentreffern gescheitert. Ein Punkt wäre aber mehr als verdient gewesen, doch „wenn“ und „hätte“ gibt es im Handball nicht", so Schmidt weiter, dem auch Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki beipflichtete: "Natürlich war das ein sehr glücklicher Sieg für uns. Wenn der glückliche Ballgewinn in der letzen Szene nicht gewesen wäre, hätte auch genausogut Frankfurt dieses Spiel gewinnen können." Denn der Wurfversuch der Oldenburgerinnen wurde zehn Sekunden vor Ultimo zur Beute von Mandy Burrekers, die versuchte, noch einen letzten schnellen Angriff einzuläuten. Doch der Pass nach vorn wurde von Laura van der Heijden abgefangen, die blitzschnell auf Angie Geschke spielte. Geschke passte dann sofort auf Lois Abbingh, die mit der Schlusssirene den mehr als glücklichen Siegtreffer für die Gastgeberinnen erzielte. „Ich hab gesehen, dass der Ball für Mietzner zu flach kam. Ich dachte nur Ball holen und hoffen, dass vorne noch jemand ist“, so Geschke zur spielentscheidenden Situation.